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Wettlauf um Libyens Öl

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Erst hat die internationale Koalition mit Luftangriffen auf Gadafis Militärmaschinerie den Rebellen zum Sieg verholfen. Nun muss die Welt der noch wackeligen Übergangsführung der Opposition beim Aufbau eines neuen, hoffentlich demokratischen Libyen unter die Arme greifen: mit humanitärer Hilfe und schrittweiser Aufhebung der Sanktionen. Mit Geld, Investitionen, Knowhow und Vertrauen.

Frankreichs Staatschef Sarkozy und Großbritanniens Premier Cameron, die schon die Militärallianz gegen den gestürzten Diktator Gadafi angeführt hatten, machten mit ihrem Blitzbesuch klar, dass sie auch in der libyschen Nachkriegsära in der ersten Reihe sitzen wollen.

Auch wenn der Krieg in dem riesigen Wüstenland noch nicht ganz zu Ende ist, in einigen Städten noch gekämpft wird: Das Wettrennen um die politische Gunst und lukrative Aufträge der Übergangsregierung hat schon begonnen. Der türkische Ministerpräsident Erdogan hatte sich ebenfalls angesagt. Die großen Rohstoffmultis stehen gleichfalls in den Startlöchern, um den Zug nicht zu verpassen.

Denn in Libyen geht es nicht nur um Demokratie, Frieden und Freiheit. Es geht mindestens genauso um riesige Öl- und Gasvorkommen, deren Förderung mit dem Krieg gegen Gadafi versiegt ist. Auch Sonnenenergie aus der Sahara wird in der Zukunft eine ganz große Rolle spielen. Das betrifft vor allem Europa, das vom Rohstofffluss in der Wüste abhängig ist. Die EU war bisher Hauptabnehmer libyschen Rohöls, und sie will es auch wieder möglichst schnell werden. Doch das Buhlen um das Öl in Libyen birgt auch neue Risiken. Immer deutlicher wird, dass die Opposition im Kampf um die künftige Macht und um viel Geld zerstritten ist.

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