Die Affäre um angebliche Kursmanipulationen in der früheren Telekom Austria wirft die Frage auf, welchen Einfluss die Aussicht auf üppige Bonuszahlungen auf das Verhalten von Managern haben kann.
Im vorliegenden Fall sollen einzelne Vorstandsmitglieder mit Hilfe eines dubiosen Beraters den Aktienkurs ihres Unternehmens zum Stichtag künstlich in die Höhe getrieben haben, um an noch mehr Geld zu gelangen als sie es ohnehin schon verdienen. Die blanke Gier muss die Leute gepackt haben. Nur so ist es erklärbar, dass Manager, die bereits Hunderttausende Euro im Jahr verdienen, manche sogar mehr, dass diese Manager also bereit sind, nicht nur ihre Ideale zu verraten sondern auch Gesetze zu brechen, um an noch mehr Geld heranzukommen.
Sehen wir einmal von der grundsätzlichen Neigung einzelner Menschen zur Schlechtigkeit ab, so sind es auch bestimmte Rahmenbedingungen, die diese befördern. Bonuszahlungen aller Art gehören dazu.
Sie sind aus mehrerlei Hinsicht ein Übel und gehören abgeschafft. Erstens: Bonuszahlungen verlocken Manager dazu, nicht das Wohl des Unternehmens, seiner Mitarbeiter und Kunden im Auge zu haben, sondern ihr eigenes. Das führt zu völlig absurden Entscheidungen, wie etwa die nicht notwendige Kündigung von Mitarbeitern, weil durch die erzielte Einsparung von Personalkosten die Bilanz verbessert und ein Bonus fällig wird. Die meisten Prämiensysteme sind zudem auf den spontanen Erfolg ausgelegt. Manager haben zeitlich begrenzte Verträge. Sie schauen kaum auf die langfristige Entwicklung einer Firma, sondern auf den nächsten Bonus-Stichtag. Das ist so wie in der Politik, wo auch der nächste Wahltag im Blickpunkt steht und nicht die dauerhafte Entwicklung einer Gesellschaft.
Bonuszahlungen sind zweitens leistungsfeindlich. Ihre Gewährung impliziert nämlich, dass sehr gute Arbeit in einer normalen Gage gar nicht mehr inkludiert ist. In dieser gedankenwelt erledigen Mitarbeiter, vom Portier bis zum Manager, ihre Jobs nur dann zufriedenstellend, wenn sie eine Zusatzprämie bekommen. Sie sind nur motiviert, wenn der Superbonus winkt, sie auf eine Urlaubsreise eingeladen werden oder das Wochenende am Meer auf Firmenkosten verbringen dürfen. Diese Bonitis setzt eine Spirale des Anspruchsdenkens in Gang. Das Incentive muss immer mehr wert sein. Gleichzeitig werden die Anforderungen heruntergeschraubt, weil es ja demotivieren könnte, wenn jemand keinen Bonus bekommt.
Mitarbeiter gehören am Unternehmenserfolg beteiligt. Und zwar über eine ordentliche Bezahlung. Die Jagd nach Boni muss aufhören. Sie fördert weder den wirtschaftlichen Erfolg noch den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Sie birgt vielmehr die Basis für Gier und Gesetzesbruch. Die Bonuswirtschaft gehört abgeschafft.




Kurz und bündig: vorbehaltlose Zustimmung verbunden mit
lieben Grüssen aus Hochfilzen
Ernst Maier
Von wegen "Leistung muss sich lohnen". So tönt die ÖVP und die SPÖ in deren Schlepptau. Meinen sie etwa gar nicht dasselbe - oder nicht wessen Leistung? Sie sagen auch nicht, wessen Leistung. Die SPÖ meint wohl eher die Leistung der Arbeiter und Angestellten. Die ÖVP vertritt eher die Interessen der Manager. Deren Leistung besteht lt. dem Leitartikel darin, jene, die mit ihrer Leistung den Bestand des Betriebes aufrecht erhalten, zu kündigen; nicht im Interesse des Betriebs, sondern in ihrem eigenen. Man kann eben mit ein und demselben Wort völlig unterschiedliche Dinge meinen.
Wie hoch ist eigentlich der Steuersatz für diese Boni? Geht es nach der ÖVP, wahrscheinlich zu niedrig. Ist doch so hart erarbeitetes, sauer verdientes Geld, oder? Solange diese Partei in einer Regierung sitzt, wird dieses System der Bonuszahlungen bestimmt nicht erändert werden (können). Wetten? Ich alsse mich diesbezüglich aber gerne enttäuschen.
Auch vorbehaltlose Zustimmung!! Nur wie schaffen wir sie ab?? Bitte um produktive Vorschläge!!
Wir "wissen" seit drei Jahren, wieviel und auch was in der Wirtschaft geändert und abgeschafft gehört, doch es geschieht (fast) nichts!!!
Es werden so viele gute und richtige Vorschläge von so vielen Seiten gemacht, aber in der Umsetzung geschieht viel zu wenig!! Im Gesundheitswesen würde man sagen, die Diagnosen kennen wir zur Genüge, aber was ist mit der Therapie, geschweige denn mit der Gesundheitsvorsorge??
Genau ins Schwarze getroffen, dieser hervorragende Artikel! Früher war die solide Grundlage einer jeden gesunden Volkswirtschaft die "brave" Wertschöpfung der an der Basis werkenden Menschen – nämlich genau das, wie das der studierte Jurist Karl Marx und der Fabrikantensohn Friedrich Engels in ihrer Theorie vor 160 Jahren genau erkannt hatten: Vom erwirtschafteten Kapital sollten eben diese Leuten an der Basis ihren gerechten Anteil erhalten – doch leider hat sich diese im Grunde gute und vernünftige Theorie durch die brutale menschenverachtende Art und Weise der skrupellosen Partei-Kommunisten – vor allem im Osten – als in der Praxis nicht durchführbar erwiesen ... weil eben der Mensch (wenn er dazu die Gelegenheit hat) "seinen gierigen Schlund niemals vollkriegt" – so versucht er halt dann, mit äußerst fragwürdigen Spekulationen noch mehr "schnelles Geld" herauszuschlagen.
Dass aber diese unersättliche Gier der "Manager" nach Geld und immer noch mehr Geld sehr wahrscheinlich den Weg für das Wieder-Erstehen dieser unseligen, zum Glück – bis jetzt! – nach siebzig Jahren sang- und klanglos untergegangenen Wirtschafts- und Politiktheorie vorbereitet, das erkennen diese Ober-Gierschlünde an der Spitze unserer Wirtschaft nicht – denn sie leben ausschließlich von heute auf morgen: Denn welcher vernünftige Mensch kratzt auf rücksichtlosestes Gedeih und Verderb Zeit seines Lebens so viel Geld und Gut zusammen, das er nicht einmal verbrauchen könnte, auch wenn er hunderte von Jahren alt würde? Meiner Meinung nach ist der Großteil dieser Leute deshalb ein Fall für die Psycho-Therapie – denn Psychopathen haben an der Spitze von Politik und Wirtschaft nichts verloren! (Das ist meine ganz persönliche Meinung als zeitlebens braver Werktätiger und Steuerzahler, also als echter "Wertschöpfer".)
Herr Perterer Sie werden immer besser weiter so Erich Brenter