Die Zukunft der europäischen Energieversorgung steht auf dem Spiel. Wegschauen hilft nicht weiter.
Die Euratom-Gegner haben recht mit ihrem Engagement. Auch wenn ihr Volksbegehren nicht zum großen Erfolg wurde: Es sind jetzt Schlüsseljahre, in denen die entscheidenden Weichen für die europäische Energieversorgung der Zukunft gestellt werden. Und Österreich hat die Pflicht, sich gerade auch auf EU-Ebene verstärkt in die Diskussion einzubringen. So gesehen schadet ein bisschen Wachrütteln überhaupt nicht.
Die Probleme brennen ohnehin im wahrsten Sinn des Wortes unter den Nägeln, wenn man sich die steigenden Ölpreise durch die Krise in Nordafrika anschaut. Wenn man künftig nicht nur von russischem Gas abhängig sein will. Wenn die Laufzeiten von Atomkraftwerken mit viel Krampf verlängert werden. Wenn der Klimaschutz ein grundlegendes Umdenken erfordert. Und wenn nicht zuletzt die Wirtschaftskrise alle Probleme zusammen noch einmal verschärft und überlagert.
Es wäre schön, aber einfache Antworten gibt es nicht. Atomkraft, nein danke! Klingt gut und richtig und ist für einen Staat wie Österreich auch umsetzbar. Aber blickt man über den eigenen Tellerrand hinaus, dann gibt es zwar nicht die große Renaissance der Atomenergie, wie es ihre Lobbyisten gern weismachen wollen. Aber Kernkraftwerke sind in der europäischen Energieversorgung ein mitentscheidender Faktor.
Gerade auch im Zusammenhang mit der Klimaschutzpolitik ist Europa herausgefordert, sich in den nächsten Jahren viel mehr als bisher zu vernetzen. Wind im Norden, Sonne im Süden, Speicherkraftwerke im Alpenraum: Sie optimal zu nützen, geht nur im Verbund, um Produktionsschwankungen und Verbrauchsspitzen auszugleichen. Die Atomenergie auf diesem Weg einfach beiseitezuschieben, funktioniert leider in der Praxis nicht - zumindest nicht kurz- und mittelfristig. Da spielen zum Beispiel auch Kinderkrankheiten oder Fehlentwicklungen bei den Erneuerbaren eine Rolle, wie aktuell die Debatte über Biosprit zeigt.
Energieeffizienz muss oberste Priorität haben, wie sie am Dienstag auch von den zuständigen EU-Kommissaren wieder eingemahnt wurde. Weg vom Öl, hin zu erneuerbaren Energieformen, offen sein für neue Technologien, lautet die Devise. Deshalb ist die Kernfusionsforschung nicht abzulehnen. Sehr wohl sollte man aber darüber diskutieren, warum nicht so viele EU-Forschungsmilliarden auch für andere Bereiche lockergemacht werden.




Am traurigen Ergebnis erkennt man, wie kurz das Volksgedächtnis ist (siehe Czernobyl-Katastrophe!). Mit dieser Masse kann man alles machen. (Anders wäre die SPÖVP-Herrschaft seit nunmehr unglaublichen 66 (!!!) Jahren auch nicht möglich). Fazit: Genieße den Tag!
Paradoxerweise sind es gerade die strengen Normen, u.a. auch jene von Euratom, die den Bau neuer AKW-Anlagen so gut wie unmöglich bzw. wirtschaftlich unsinnig machen. Da wurndert es einen nicht, dass in Deutschland nicht einmal die Atomindustrie neue Meiler bauen will, sondern nur die Abschaltung alter, abgeschriebener Anlagen hinauszögert, um Profite zu machen. Was ich wirklich paradox finde ist, dass viele der Atomgegner, zu denen ich mich zähle, auch gegen alternative Energien wir Windparks sind. Oder sie sind theoretisch für den Bau von Windanlagen, but not in my backyard...
Wenige Personen wußten bei Umfragen, worum es bei dem Euratom Volksbegehren ging. Weder wieviel Österreich in den Euratompool einzahlen muß, noch was die Vorteile der Mitgliedschaft sind. Eines steht
fest , der Pool der Euratom wird sicher nicht für Weiterentwicklungen in der Energieversorgung verwendet.
Also kann sich nichts ändern, weder in der Technologie, noch in der Endlagerung. Immer die gleiche Leier
und die Feststellung, daß man nur mit Atomenergie die Energieversorgung lösen kann.
Auf die EU-Forschungsmilliarden hat Österreich nur ein Siebenundzwanzigstes Einfluss. Aber wie überzeugend kann das sein, wenn bei uns die Lobbyisten der großen Konzerne das Sagen haben und der Staat willfährig deren Politik macht? Es stimmt, erneuerbare Energien sind teuer, aber nur deshalb, weil vom Staat nicht sie, sondern weiterhin und vermehrt Öl- und Gaskraftwerke, Öl- und Gasförderung und Pipelines subventioniert werden, die Nutzung von Erdwärme, Sonne und Wind (alle unerschöpflich und gratis zu haben!) aber nur sehr beschränkt. Aber solange in der Regierung niemand weiß, dass es auch nicht in Euro oder Dollar bezifferbare Werte, wie z. B. eine intakte Umwelt gibt, ist ein Umdenken leider nicht zu erwarten. Bevor da etwas geändert wird, nimmt man lieber horrende Strafzahlungen für die Luftverschmutzung, Abgase und Feinstaub in Kauf, macht weiterhin mit dem Massenmörder in Lybien große Geschäfte, weil Ruttensdorfer &. Co das so wollen!
Dieses Volksbegehren war ein Riesenflop irrealer Wunschvorstellungen.
Wir werden in Europa auf Sicht ohne Atomkraftwerke leider nicht auskommen.
So kann nur ein Atomfreak sprechen, dem die hunderttausenden verstrahlten, verkrüppelten und elend und qualvoll dahinsiechenden Czernobyl-Kollateralschäden egal sind. Pfui Teufel!