März 2011 Archive
Kann man zwei Menschen, die in einen Rosenkrieg verstrickt sind, zur Vernunft bringen, indem man mit den Buchstaben des Gesetzes einen „Wunsch" formuliert? Etwa so:
„Ihr sollt - unabhängig davon, ob ihr miteinander könnt oder ob ihr das beide wollt - auch künftig euer Kind in eure gemeinsame Obhut nehmen!" Das, was Justizministerin Claudia Bandion-Ortner (ÖVP) künftig im Obsorgerecht „automatisieren" will und was Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek (SPÖ) in dieser Form ablehnt, wirkt auf den ersten Blick wie „nachfamiliäre Zwangsharmonie".
Schade: Das wichtigste Tippspiel der Salzburger Eishockeyfans - nämlich: Welcher Salzburg-Spieler wird nach dem ersten Match gegen den KAC warum gesperrt? - entfällt heuer. Denn die erste Strafe gab es schon VOR dem Finale. Nun leistet sich die Liga für genau solche Situationen wie Welsers Check einen Strafsenat, dessen Urteil auch zu akzeptieren ist. Das ist nicht das Problem. Das Problem ist, wann der Strafsenat unter seinem Klagenfurter Vorsitzenden Karl Korentschnig glaubt, handeln zu müssen.
Thorak muss weg! Straßenname weg! „Kopernikus" weg! Hitlers Lieblingsbildhauer darf in Salzburg nichts verloren haben! Solche Forderungen werden alle paar Jahre laut. Je schärfer sie werden, desto trivialer sind sie.
Es ist unrichtig, zu behaupten, es habe erst der Reaktorkatastrophe in Japan bedurft, um die heimische Politik zum Umdenken in Energiefragen zu bewegen. Salzburg setzt schon lang auf erneuerbare Energien - und das dank des Reichtums an Wasser und Biomasse auch einigermaßen erfolgreich: 40 Prozent des Energieverbrauchs im Land stammen aus erneuerbaren Quellen.
Die USA wollen in 30 Tagen die Ergebnisse von Sicherheitstests in ihren AKW vorlegen. Die EU will „so bald wie möglich" Kriterien für ihre Stresstests festlegen. Auf der einen Seite wird nach der Atomkatastrophe in Japan schnell geschaltet, auf der anderen werden Placebos verteilt.
Der stürmische Wind des Wandels, der durch die arabische Welt fegt, bläst jetzt sogar dem Regime in Syrien ins Gesicht. Das kommt überraschend, weil dieser Polizeistaat seit Jahrzehnten rigoros jegliche Opposition im Keim erstickt.
Schön wäre es ja, das Bild von der kleinstrukturierten, naturnahen Landwirtschaft: kleine Bauernhöfe, deren Besitzer ein vernünftiges Einkommen erzielen, ohne auf staatliche Beihilfen angewiesen zu sein, weil die Konsumenten ihre Produkte kaufen und das Billigfleisch aus dem Ausland im Regal lassen. Nur: Die Wirklichkeit sieht derzeit anders aus.
Atomenergie ist unbeherrschbar, gefährlich und belastet Generationen, die noch nicht einmal geboren sind, mit dem strahlendem Müll von heute: Deshalb ist Atomenergie abzulehnen. Darüber sind sich die Parteien in Salzburg einig. So weit, so gut, so einfach.
Strenge Strafen gegen Bestechung und Bestechlichkeit im Gesetz allein genügen nicht. Sie müssen auch in unsere Köpfe.
Verkehrte Welt in den Medien. Üblicherweise sinken mit dem Quadrat der Entfernung Betroffenheit und Hysterie. Im Fall der Dreifach-Katastrophe von Japan ist es umgekehrt. Je näher man dem Ort des Geschehens kommt, umso sachlicher berichten Fernsehen, Radio, Onlinedienste und Presse.
mehr darauf reagieren.
Das Kapital, sagt man, sei scheu wie ein Reh. Nimmt man die Entwicklung an den weltweiten Börsen der vergangenen zwei Tage als Gradmesser, dann ist an dem Sprichwort etwas dran. Während die Medien atemlos darüber berichteten, wie stoisch ruhig die Japaner der Katastrophe in ihrem Land begegneten, gab es an den Börsen Panikverkäufe.
Nein, Politik ist nicht immer kompliziert. Manchmal ist Politik auch ganz einfach - etwa, wenn es um das Abschieben von Verantwortung geht.
Und dabei erweisen sich die Vertreter der Salzburger Regierungsparteien immer wieder als besondere Meister - mit zwei Methoden: Da sind zum einen die gerade im Salzburger Landtag so beliebten „Briefträgeranträge", mit denen SPÖ und ÖVP bei jeder Landtagssitzung ihre Politikerkollegen in Wien und Brüssel zum Handeln auffordern.
Noch kennen wir die zerstörerischen Auswirkungen des Erdbebens samt nachfolgendem Tsunami in Japan nicht in vollem Ausmaß. Erste Schlüsse aus dieser gewaltigen Katastrophe können wir aber bereits ziehen, ohne voreilig zu sein.
Die Ombudsstelle weiß seit Langem von den Vorwürfen gegen den Ex-Domprediger. Exakt ein Jahr, nachdem der Erzabt von St. Peter wegen eines Sexualdelikts zurückgetreten ist, sieht sich die Kirche erneut mit schweren Vorwürfen gegen einen ihrer Würdenträger konfrontiert. Diesmal trifft es den ehemaligen Domprediger.
Wer Freude an heutiger Kunst sucht, der ist in der Stadt Salzburg in den vorigen Jahren ins Abseits gedrängt worden. Im Mozartjahr 2006 hätte das anders werden sollen: Ein neues Festival sollte alle zwei Jahre Kunst in die Altstadt bringen. Doch das dafür gegründete Festival „Kontracom" ist gescheitert.
Scheinwerfer an. Die Tunesier hoffen in Europa auf Freiheit. Dort ist man so frei - und macht aus ihrer Flucht Realityshows.
Bereits 2012 soll die Seilbahn auf den Gaisberg fahren. Er ist zwar der Hausberg der Salzburger, die Stadt aber scheint sich nicht zuständig zu fühlen.
Bereits im Sommer 2009 hat die Salzburger Staatsanwaltschaft Ermittlungen in der Causa Olympia eingeleitet. Noch immer gibt es keine Anklagen - der Fall liegt im Justizministerium.
Jahrelang hat sich Österreichs Arbeitsmarkt gegen den Osten abgeschirmt. Jetzt möchte er von dessen Potenzial profitieren. Elektroinstallateur müsste man sein.
Die Zukunft der europäischen Energieversorgung steht auf dem Spiel. Wegschauen hilft nicht weiter.
Die 48. nordischen Weltmeisterschaften sind (Sport-)Geschichte. Mit sieben Goldmedaillen, zwei Mal Silber und ein Mal Bronze war Österreichs Skiverband so erfolgreich wie nie zuvor. Und auch Veranstalter Norwegen zieht eine mehr als positive Bilanz. Sagenhafte 575.000 Menschen haben in den vergangenen eineinhalb Wochen entlang der Langlauf-Loipe und in der Skisprung-Arena ein einzigartiges Sportfest gefeiert. Vergessen sind die Diskussionen darüber, dass die Stadt Oslo statt der geplanten 80 Millionen Euro über 200 Millionen an Steuergeldern in die Errichtung neuer Schanzen und die Verbesserung der Infrastruktur investiert hat, um ihrem Ruf als „Wiege des nordischen Skisports" gerecht zu werden.
Unter den Autofahrern hat sich längst herumgesprochen, dass Alkohol am Steuer kein Kavaliersdelikt (mehr) ist. Die nackten Zahlen verdeutlichen es: Lediglich 1,9 Prozent der Lenker sind unbelehrbar, bei allen anderen ist die Botschaft angekommen. Das ist auch an der Unfallstatistik ablesbar.
Ein Großteil der Mütter ist sich wohl einig, dass es nicht nur peinlich und lächerlich ist, wenn Erwachsene in Babysprache auf ihre Kinder einplappern, sondern dass die Verniedlichung von Bauch (Bussi aufs Bauchi), Fuss (Ja, wo ist denn das Fussi?) oder Bub (Bubi) auch für den Intellekt eines Babys oder Kleinkindes sicher nicht förderlich ist. Schließlich spricht nichts dagegen, normal mit Babys zu sprechen, liebevoll, aber in ganzen Sätzen und mit korrekter Grammatik.
Nach dem Diktatorensturz erfahren Tunesien und Ägypten, wie schwierig der Übergang zu einer demokratischen Ordnung ist. Die Revolution ist noch nicht zu Ende, der Wandlungsprozess steht erst am Anfang.











































