Das Parlament in Barcelona hat zustande gebracht, was viele nicht für möglich hielten. Der Stierkampf, blutiges Schauspiel der Grausamkeit und der Tierquälerei, wird in Katalonien verboten. Nicht gleich, sondern erst ab 2012. Und die Maßnahme wird nicht allzu vielen Stieren das Leben retten, denn der Stierkampf ist in Katalonien bei weitem nicht so populär und verbreitet wie im Rest Spaniens.
Und doch ist dieser Parlamentsbeschluss ein wichtiges Signal. Zum
einen stellt das Verbot klar, dass der Umgang des Menschen mit anderen
Kreaturen ein hohes Maß an Verantwortung erfordert. Quälerei und
Grausamkeit haben hier keinen Platz. Töten zur Belustigung des Volkes
kann nicht „Kulturerbe" sein, wie spanische Anhänger des Stierkampfes
bis hinauf zu König Juan Carlos behaupten.
Im Gegenteil: Manchmal erweist sich der Fortschritt in kultureller Entwicklung eben auch dadurch, dass man althergebrachte Riten und Zeremonien überwindet und hinter sich lässt. Ritualisierte Traditionen können auch zum Mühlstein am Hals einer Gesellschaft werden.
Was vor Jahrhunderten noch einer Mehrheit der Menschen als normal erschien, betrachten wir heute als grausam und verwerflich. Die Überwindung solcher Traditionen kann notwendig sein, damit eine Gesellschaft als Ganzes sich fortentwickelt.
Es täte so mancher Gesellschaft, die sich zivilisiert nennt, durchaus gut, sich selbst einmal daraufhin zu untersuchen, wo sie noch immer brutale Rituale zulässt - auf Kosten von Mensch oder Tier.
Der Beschluss des katalanischen Parlaments, einen alten spanischen Brauch abzuschaffen, hat aber auch einen politischen Aspekt. Katalonien ist die reichste Region in Spanien. Die Katalanen fühlen sich mindestens seit der Zeit der faschistischen Diktatur des Francisco Franco kulturell und politisch unterdrückt und wirtschaftlich ausgebeutet. Es gibt durchaus ernsthafte Bestrebungen, wenigstens mehr Autonomie oder gar eine staatliche Unabhängigkeit von Madrid zu erringen.
Da kommt die Abgrenzung auf kulturellem Gebiet gerade recht. Vor allem konservative spanische Politiker und das spanische Königshaus betrachten den Stierkampf als Inbegriff spanischer Tradition. Gerade weil vielen Spanier so viel am brutalen Stierkampf liegt, adelt die Opposition gegen diese Tierquälerei den katalanischen Drang nach Autonomie und Freiheit.
Im Gegenteil: Manchmal erweist sich der Fortschritt in kultureller Entwicklung eben auch dadurch, dass man althergebrachte Riten und Zeremonien überwindet und hinter sich lässt. Ritualisierte Traditionen können auch zum Mühlstein am Hals einer Gesellschaft werden.
Was vor Jahrhunderten noch einer Mehrheit der Menschen als normal erschien, betrachten wir heute als grausam und verwerflich. Die Überwindung solcher Traditionen kann notwendig sein, damit eine Gesellschaft als Ganzes sich fortentwickelt.
Es täte so mancher Gesellschaft, die sich zivilisiert nennt, durchaus gut, sich selbst einmal daraufhin zu untersuchen, wo sie noch immer brutale Rituale zulässt - auf Kosten von Mensch oder Tier.
Der Beschluss des katalanischen Parlaments, einen alten spanischen Brauch abzuschaffen, hat aber auch einen politischen Aspekt. Katalonien ist die reichste Region in Spanien. Die Katalanen fühlen sich mindestens seit der Zeit der faschistischen Diktatur des Francisco Franco kulturell und politisch unterdrückt und wirtschaftlich ausgebeutet. Es gibt durchaus ernsthafte Bestrebungen, wenigstens mehr Autonomie oder gar eine staatliche Unabhängigkeit von Madrid zu erringen.
Da kommt die Abgrenzung auf kulturellem Gebiet gerade recht. Vor allem konservative spanische Politiker und das spanische Königshaus betrachten den Stierkampf als Inbegriff spanischer Tradition. Gerade weil vielen Spanier so viel am brutalen Stierkampf liegt, adelt die Opposition gegen diese Tierquälerei den katalanischen Drang nach Autonomie und Freiheit.




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