Die wirtschaftliche Krise ist riesig; und je mehr sie im deutschen Alltag ankommt, desto stärker wird die Angst der Bürger wachsen. Wut staut sich auf, weil die sozialen Verhältnisse als ungerecht empfunden werden: staatliche Milliarden für die Verursacher der Krise, aber Kürzungen für den Normalbürger.
April 2009 Archive
Dieser 1. Mai ist ein besonderer Tag. Die Zeiten, in denen die Aufmärsche zum Tag der Arbeit eher Folkloreveranstaltungen glichen, sind vorbei. Die Wirtschafts- und Finanzkrise zeigt, dass der soziale Fortschritt, den es in den vergangenen Jahrzehnten gegeben hat, kein Geschenk war, das vom Himmel gefallen ist.
Gerade Salzburg hat in den vergangenen Monaten lernen müssen, dass weltweit agierende Konzerne ohne große Rücksicht auf ihre Beschäftigten Werke schlossen. Die TRW in Bergheim ist ein Beispiel, Johnson & Johnson und die Firma M-real in Hallein sind andere.
So wird an diesem 1. Mai wohl viel von gierigen Managern, skrupellosen Unternehmern und geldgierigen Bankern zu hören sein. Und das in einigen Fällen durchaus völlig zu Recht.
Die Wut allein wird aber nicht ausreichen, um das derzeitige Chaos zu beseitigen. Da gilt es, sich daran zu erinnern, dass gerade in Österreich die Zusammenarbeit zwischen Unternehmern und Arbeitnehmern lang eine Erfolgsstrategie war, um das Land nach vorn zu bringen. Eine Zusammenarbeit, die gerade in diesen Zeiten wieder verstärkt notwendig ist und von der alle profitieren können, trotz aller Interessensgegensätze. Darüber nachzudenken, dafür sollte am 1. Mai auch Zeit sein.
Krisenbewältigung à la Bundesbahnen: Steigt das Defizit, werden flugs die Tickets unverhältnismäßig teurer.
Die Reaktion: Stimmt nicht, die Kritiker kennen sich nicht aus. An letzterem war Manches dran.
Die politische Elite in Islamabad reagiert müde und planlos. Das Militär, mit 500.000 Mann eine der Stützen der Nation, blickt stur nach Osten: Die Generäle sehen traditionsgemäß in Indien den Feind. Der Geheimdienst spielt mit gezinkten Karten. Er hat zahlreiche enge Bindungen zu den Taliban.
In Südafrika hat eine große Mehrheit der Menschen neuerlich für den ANC gestimmt. Dass diese Bewegung das Land vom schändlichen System der Rassentrennung befreit hat, sichert ihr bis heute den Rückhalt der Schwarzen. Auch die lebende Legende Nelson Mandela gab dem neuen ANC-Chef Jacob Zuma seinen Sanktus. Einen klaren Regierungsauftrag zu erhalten, war für den künftigen Präsidenten Südafrikas also eine leichte Übung.
1. Starke Regierung - schwache Opposition: Das hatten wir am Beginn der Wende. Da gingen die Reformen express, weil Schwarz-Blau ohne Gegner war.
Es ist eines der tragischen Phänomene unserer Zeit, dass aus Unwissenheit und Bosheit geborenes Gedankengut finsterster Zeiten sich bis in 21. Jahrhundert gerettet hat. Rassismus als Annahme, dass die bestimmenden Eigenschaften und Fähigkeiten eines Menschen von seiner Zugehörigkeit zur einen oder anderen Rasse definiert würden, ist in seiner Unsinnigkeit und seiner Grausamkeit mehrfach entlarvt.
LH Gabi Burgstaller (SPÖ) und LH-Stv. Wilfried Haslauer (ÖVP) haben zudem ein Regierungsprogramm vorgelegt, dass sich auf den ersten Blick durchaus sehen lassen kann.
In mancherlei Hinsicht ist der Appell berechtigt. Wer Lebensmitteltransporte quer durch Europa ablehnt und eine kleinstrukturierte Landwirtschaft mit tiergerechter Haltung fordert, muss bereit sein, für das Joghurt und die Milch ein paar Cent mehr zu bezahlen. Doch der Aufruf an die Konsumenten allein ist zu wenig. Darauf zu hoffen, dass der Milchpreis wieder auf Rekordwerte wie im Vorjahr klettert, wird auch nicht reichen.
Die Tennengauer sind seit jeher ein streitbares Völkchen, wie wir zum Beispiel aus der Geschichte der Salzburger Schützen wissen. Sie lassen sich von der Obrigkeit nichts gefallen. Die „Waffen" von heute heißen Kreuzchen auf dem Stimmzettel, Resolutionen, Proteste und Demonstrationen.
Die Freiheit des Menschen ist sein höchstes Gut, dessen Entzug der schwerste Eingriff in die Grundrechte.
Die Männer müssen nichts ändern, sie sind schon an der Macht. So hatte im übertragenen Sinn der verstorbene Kolumnist Reinhard Tramontana das Thema Gleichberechtigung aufgegriffen.
US-Starökonom Krugman sieht Österreich vom Staatsbankrott bedroht. Ein schrilles Zerrbild, das der Realität nicht standhält.
Eine Stunde ihres so vehement verfochtenen Mehrunterrichtssvorschlags hat Unterrichtsministerin Claudia Schmied selbst schon wieder abgeschafft, nach sieben Wochen Stillstands-Gezerre mit den Betonschädeln der Gewerkschaft.
Als umweltbewusster Mensch einen neuen Drucker zu kaufen, ist alles andere als einfach. Welcher hält am längsten, hat die beste Energieeffizienz und darüber hinaus einen funktionierenden Reparaturservice? Hilfreiche Kennzeichnungen und Hinweise fehlen weitgehend.
Es reicht schön langsam. Seit Wochen verhandeln SPÖ und ÖVP über die Bildung einer neuen Landesregierung. Bisher ohne vorzeigbares Ergebnis.
Die Gesellschaft ist gespalten, die Regierung schwach, die Monarchie verliert ihre einigende Kraft. Wendezeit in Thailand.
Ihr werdet sein wie Gott. Mit diesem schamlosen Versprechen der Schlange im Paradies beginnt in der Bibel die Geschichte der Maßlosigkeit. Der Turmbau zu Babel ist das andere Bild dafür, wie der Verlust des Maßes zur Verwirrung der Sprachen, Denkarten und Beziehungen führt.
Vielen, aber offenbar nicht allen. Die Pflanzenschutzmittelindustrie scheint nicht dazu zu zählen.
Kiloweise und ohne große Rücksicht auf Kosten wird den Bauern in den Wochen vor Beginn der Arbeit auf den Feldern Prospektmaterial angedient. Zuweilen mit dürftigem Informationsgehalt, aber oft bis zu 80, 90 Seiten dick. Schweres Papier, Hochglanz und aufwändig illustriert.
Mehr als die Hälfte der weltweiten Erwerbsbevölkerung arbeitet ohne formellen Arbeitsvertrag, hat also eine schlecht bezahlte Beschäftigung ohne jegliche Absicherung. Das sind 1,8 Milliarden Menschen. Ein trauriger Rekord, der so schlicht hingeschrieben ist, aber nicht annähernd das beschreibt, was dies heißt. Es bedeutet, dass 700 Millionen Menschen mit rund 90 Cent pro Tag auskommen müssen.
Man kann Franz Voves nur viel Glück auf seiner Suche nach dem sozialen Profil der SPÖ wünschen. Er wird es brauchen. Denn während der steirische Landeshauptmann an einem neuen wirtschaftspolitischen Programm schreibt, um der Partei eben dieses Profil wieder zu verschaffen, wirft sein Bundesparteichef gerade eherne, sozialpolitische Konzeptionen der SPÖ über Bord.
Die klassische Krankenschwester, die dem Patienten das Tablett reicht und sein Bett macht, werden wir in Zukunft nicht mehr erleben. Das Pflegepersonal übernimmt immer mehr ärztliche Tätigkeiten. Es kommt zu einer Aufgabenverschiebung von oben nach unten. Dieses Bild zeichnet eine Expertin.
Seit Jahren wird um die Nebenbahnen gestritten. Wenn nicht bald eine Lösung gefunden wird, braucht man keine mehr.
Es ist eigentlich eine Regel im Journalismus, dass man sich selbst nicht zitiert, aber in diesem Fall muss man eine Ausnahme machen: Salzburgs Team werde am radikalen Umbau nach dem Titel 2008 noch zu kämpfen haben, vor allem weil man im Angriff Goalgetter wie Green, MacLean oder Banham nur schwer werde ersetzen können, schrieben die SN zu Saisonstart im September 2008.
Das Versagen von Aufsichtsbehörden jenseits und diesseits des Atlantiks trägt eine erhebliche Mitschuld an der Finanzkrise. Daher ist es zu begrüßen, dass in den USA und in Europa intensiv über eine Verschärfung der Finanzaufsicht nachgedacht wird.
Gurtenpflicht, Handyverbot, Winterreifenpflicht: Insgesamt 51 Mal wurden Straßenverkehrsordnung und Kraftfahrgesetz seit ihrem Inkrafttreten in den sechziger Jahren bereits geändert. Viele Novellen betreffen Dinge, die eigentlich der „gesunde Hausverstand" vorgeben sollte.
Barack Obama wagt Visionen. Bei seinem ersten Besuch auf dem alten Kontinent steckte er hohe Ziele. Die Friedensbewegung hat einen neuen Sprecher. Er ist Chef im Weißen Haus, Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika und Oberbefehlshaber der mächtigsten Militärmaschinerie der Welt.
Das war's jetzt also. Die Blauzungenkrankheit ist ab sofort gewissermaßen abgeschafft. Durch die Politik. Weil kein Geld mehr für die Impfungen da ist. Das Auslaufen der Impfpflicht und das Ende der bundesweiten Vorsorgeaktion sind der Schlusspunkt einer Politik, die von Beginn an unprofessionell und von Parteibuchdenken durchsetzt war.
Die NATO wird 60. Ihren Zweck hat sie erfüllt. Überflüssig ist das Bündnis
deswegen noch lange nicht.
Gipfel vorüber. Krise noch da. Eine vergebene Chance. So ließe sich die Erwartungshaltung beschreiben, unter der die G-20 in London beim Weltfinanzgipfel zu den Beratungen im Kampf gegen die Krise zusammen trafen. Aber es kam anders.
Julius Meinl V. wollte die Familientradition abstreifen und strebte in die Hochfinanz. Der Name Meinl blieb dabei auf der Strecke.
Eine SN-Umfrage zu den Festspielen 2008 hatte in den heiligen Hallen der Hochkultur heftiges Stirnrunzeln ausgelöst. 63 Prozent der Salzburger hatten gemeint, die Festspiele seien „abgehoben, etwas für Wirtschaft, Society und Elite".
Haben die G20 das Fundament für eine neue Weltordnung gelegt? Das werden wir erst in ein oder zwei Jahren beurteilen können. Nicht einmal 24 Stunden (inklusive Nachtruhe) nahmen sich die Staats- und Regierungschefs der G20-Länder Zeit, um auf ihrem Gipfel in London einen Ausweg aus der Krise zu suchen. Selbst wenn man die Vorbereitungstreffen und die vielen Vorarbeiten auf Expertenebene berücksichtigt: Angesichts der größten Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten 60 Jahre ist das ein lächerlicher Zeitaufwand. Aber der Wille zählt in diesem Fall mehr als Tage oder Stunden und diesen Willen brachten die Großen dieser Welt am Donnerstag auf. Sie haben eine kraftvolle Antwort auf die Krise gegeben. Eine Antwort, die Hoffnung zulässt.
Die sechs Kernvereinbarungen des G20-Gipfels beinhalten sowohl die dringend notwendige Reform des internationalen Finanzsystems als auch Maßnahmen zur Belebung der Wirtschaft und des Welthandels. Sie umfassen aber auch Hilfen für die ärmsten Länder dieser Welt, die von der Krise am stärksten betroffen sind. Das ist wesentlich mehr, als man im Vorfeld dieses Gipfels erwartet hatte.
Es gibt für die Neuregelung der Finanzmärkte ganz klare Ansagen. Missstände bei den Banken sollen abgeschafft, Bonuszahlungen gedeckelt, Hedgefonds beaufsichtigt, internationale Rechnungslegungsstandards eingeführt und der Steuerhinterziehung der Kampf angesagt werden. Es soll keine Steueroasen mehr geben und - hör's gut Österreich! - auch kein Bankgeheimnis mehr.
In die Aufzählung der Milliarden, die in die Ankurbelung der Konjunktur fließen sollen, hat der britische Premierminister Gordon Brown natürlich vieles hineingepackt, was bereits beschlossen und auf die Wege gebracht wurde. Neu ist aber, dass rund 1000 Milliarden US-Dollar als Hilfen für die ärmsten Länder vorgesehen sind. Das ist eine besonders wichtiges Signal, denn im Vorfeld des Gipfels war befürchtet worden, dass die Interessen der armen Länder dort nicht berücksichtigt werden.
Es sei eine neue Weltordnung im Entstehen, sagte Gordon Brown bei der Abschlusspressekonferenz des Gipfels. Ob das wirklich so ist, werden wir erst in einem oder zwei Jahren beurteilen können. Denn die Absichtserklärungen müssen ja erst einmal umgesetzt werden, die zusätzlichen Milliarden müssen erst fließen. Daher ist es wichtig, dass die G20 ein Nachfolgetreffen vereinbart haben, auf dem die Umsetzung der Gipfelbeschlüsse überprüft werden soll. Denn Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser.
"Austria is a too small country to do good doping." Kaum ein Satz wie der 2006 von ÖSV-Boss Schröcksnadel ausgesprochene hat das Selbstverständnis Österreichs in der Doping-Causa so treffend umrissen und ist auch im Ausland zum Sinnbild geworden. Österreich galt als kleines Dopingparadies, in dem Behörden, Verbände und Funktionäre sich gegenseitig kein Auge ausstechen wollten.
Von einem „gewissen Frühlingserwachen" auf dem Arbeitsmarkt sprach am Mittwoch Sozial- und Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer. Er bezog sich dabei auf die Tatsache, dass zwischen Ende Februar und Ende März die Zahl der Arbeitslosen in Österreich um 30.568 gesunken ist.
Auf den ersten Blick erscheinen die Zahlen alarmierend: Um 131 Prozent mehr Arbeitslose in der Warenproduktion verzeichnet das Salzburger Arbeitsmarktservice in seiner jüngsten Auswertung. Am Bau stieg die Arbeitslosenrate drastisch. Die Warnungen vor einer Kündigungswelle bei Lehrlingen tragen auch nicht zur Beruhigung bei.
Kommt die „Entmachtung des Westens"? Die große Krise verstärkt unausweichlich die Tendenz zu einem multipolaren System. Auf dem Londoner Gipfel geht es um die Rettung der Weltwirtschaft, die verantwortungslose Akteure fast an die Wand gefahren haben. Aber bei diesem Treffen findet zugleich ein heftiges Ringen um die künftige globale Machtverteilung statt.





































