Das Mediengeschäft hat seine eigenen Gesetze. Eines davon lautet: Selbst Nicht-Ereignisse müssen interessant dargestellt werden, wenn es der getätigte Aufwand gebietet. Man kann das in diesen Tagen am Beispiel des Prozesses von St. Pölten genau beobachten.
Vor allem die Fernseh- und Radioreporter sind einer besonderen Taktung ihrer Berichte unterworfen. Bis gegen 22 Uhr müssen sie sich stündlich vom Schauplatz melden.
Vor allem die Fernseh- und Radioreporter sind einer besonderen Taktung ihrer Berichte unterworfen. Bis gegen 22 Uhr müssen sie sich stündlich vom Schauplatz melden.
„Wir schalten jetzt zu unserem Korrespondenten nach St. Pölten", heißt
es dann in der Anmoderation. Und die Kolleginnen und Kollegen machen
dann einen so genannten „Aufsager" vor laufender Kamera, egal, ob sie
etwas zu sagen haben oder nicht. Hauptsache ist, sie reden, und
vermitteln damit den Zusehern den Eindruck, als seien sie mitten drin,
statt nur dabei.
Das Problem für viele Medien ist, dass der Prozess zum Großteil unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Aus dem Gerichtssaal dringt so gut wie nichts nach Außen. Und selbst wenn, darf nicht darüber berichtet werden.
Die Suppe ist also dünn. Da geraten schnell Nebenschauplätze in den Mittelpunkt und füllen das leere Bild. Selbst absurde Behauptungen, wie etwa jene, der österreichische Staat fördere Pädophile, finden so den Weg über die Rampe in eine breite Öffentlichkeit.
Die Medienmeute giert nach Beute. Sie will gefüttert werden. Sonst macht sie sich ihre Geschichten selbst. Sie muss ihre Anwesenheit rechtfertigen. Es geht um Geld. Jeder Tag in St. Pölten kostet. Das gilt vor allem fürs Fernsehen. Satellitenschaltungen müssen vorher gebucht und teuer bezahlt werden. Steht die Leitung erst einmal, wird sie auch benützt. Selbst wenn es nichts Neues gibt.
Auch die Verantwortlichen solcher Großereignisse stehen unter Druck. In ihrem vermeintlichen Zwang, sofort etwas Verwertbares an die Medien zu liefern, haben sie zuletzt nach dem Amoklauf von Winnenden übers Ziel hinausgeschossen und Dinge über den Täter verbreitet, die sich später dann als unwahr erwiesen haben.
In St. Pölten versucht die Justiz eine Gratwanderung. Auch wenn es offiziell über das Prozessgeschehen nichts zu Sagen gibt, wird täglich eine Pressekonferenz abgehalten. Die Gefahr, dass dort Plattitüden feilgeboten werden, ist groß. Aber sie ist besser als halbseidene Horrorgeschichten aus der Trickkiste gelangweilter Medienmenschen.
Das Problem für viele Medien ist, dass der Prozess zum Großteil unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet. Aus dem Gerichtssaal dringt so gut wie nichts nach Außen. Und selbst wenn, darf nicht darüber berichtet werden.
Die Suppe ist also dünn. Da geraten schnell Nebenschauplätze in den Mittelpunkt und füllen das leere Bild. Selbst absurde Behauptungen, wie etwa jene, der österreichische Staat fördere Pädophile, finden so den Weg über die Rampe in eine breite Öffentlichkeit.
Die Medienmeute giert nach Beute. Sie will gefüttert werden. Sonst macht sie sich ihre Geschichten selbst. Sie muss ihre Anwesenheit rechtfertigen. Es geht um Geld. Jeder Tag in St. Pölten kostet. Das gilt vor allem fürs Fernsehen. Satellitenschaltungen müssen vorher gebucht und teuer bezahlt werden. Steht die Leitung erst einmal, wird sie auch benützt. Selbst wenn es nichts Neues gibt.
Auch die Verantwortlichen solcher Großereignisse stehen unter Druck. In ihrem vermeintlichen Zwang, sofort etwas Verwertbares an die Medien zu liefern, haben sie zuletzt nach dem Amoklauf von Winnenden übers Ziel hinausgeschossen und Dinge über den Täter verbreitet, die sich später dann als unwahr erwiesen haben.
In St. Pölten versucht die Justiz eine Gratwanderung. Auch wenn es offiziell über das Prozessgeschehen nichts zu Sagen gibt, wird täglich eine Pressekonferenz abgehalten. Die Gefahr, dass dort Plattitüden feilgeboten werden, ist groß. Aber sie ist besser als halbseidene Horrorgeschichten aus der Trickkiste gelangweilter Medienmenschen.




Herr Perterer, Sie gehören doch auch zu dieser Spezies. Wenn ich beispielsweise daran denke, was den Freiheitlichen schon alles angedichtet wurde nach dem Motto "Wesentliches, was die FPÖ sympathisch machen könnte, verschweigen und Unwesentliches aufbauschen, nur um vielleicht eine Mücke zum Elefanten aufblasen zu können". Bitte kehren Sie in sich nehmen Sie Ihre SN-Kollegen mit in die Einkehr!
Jetzt aber zum Fall "F." in St. Pölten: Warum giert hier die Meute ganz besonders? Weil dieser Fall einzigartig ist, weil das Verbrechen einzigartig ist, weil F. 24 lange Jahre lang jeden Tag Schuld auf sich geladen hat, weil er 24 Jahre lang jeden Tag sein Recht verwirkt hat, weil es eine Perversion ist (Rechtsstaat und Menschenrechte hin oder her) so einem Teufel in Menschengestalt überhaupt einen Prozess machen zu müssen (weil er nicht selbst dazu im Stande ist - wie sogar der händelose Briefbomber - seinem Dasein ein Ende zu bereiten), weil sogar ein mediengeiler Advokat die Verteidigerrolle mimt, weil man vielleicht einen Anblick der Opfer erheischen könnte, denen vermutlich am liebsten wäre, wenn ihr Peiniger entweder nicht mehr unter den Lebenden wäre oder die verdiente Todesstrafe ausfassen würde, damit sie nicht länger an Unvorstellbares erinnert werden. Man stelle sich nur vor, diese perverse S.. käme noch zu Lebzeiten aus dem Häfen; eine Verhöhnung zuallererst für die Opfer, aber auch für unser aller Rechtsempfinden.
Deshalb giert die Medienmeute: Weil es viele Menschen pervers finden, dass so jemand überhaupt mit
einem Prozess belohnt wird, der nach rechtsstaatlichen Regeln abgehalten wird, obwohl F. jedes Recht verwirkt hat.
Ja, es ist unerträglich! Der schlimmste Sender ist ATV! Da steht doch diese Nachrichtensprecherin mit Leidensmine(die sie aber immer aufhat) vor dem Gerichtsgebäude und beschwert sich über den Journalistenantrang und läßt selbst nichts aus! Da gnügt schon die Vorschau, braucht man die "Nachrichten" gar nicht zu sehen!
en ja sooo recht....nur, warum machen die salzburger nachrichten dann trotzdem mit, wenn sie das eh alles so gut wissen. seit tagen sind mehrere seiten ihrer zeitung unbrauchbar geworden weil sie voll von fritzl berichten sind die genau aus dieser sensationsmaschinerie komen die sie gleichzeitig kritisieren.
bitte hören sie auf damit. es interesiert keine sauob dieser prozess mit 10 20 oder 50 jahren endet!!!!
Sehr geehrter Herr Chefredakteur!
Mit Interesse habe ich Ihren " Standpunkt" vom 17. März 2009 gelesen und, da ich die SN als auch Sie sehr schätze, mich entschlossen, kurz auf Ihren Beitrag einzugehen. Wie bekannt, schreiben Sie sehr gut, objektiv und vom Inhalt absolut sauber. Was mich aber befremdet ist, dass Sie im "Standpunkt" auf Ihre "Berufsgenossen" vorgehen, da Sie sich selbst ja auch unter der "Medienmeute" befinden. Es ist eben der Lebensstil einer Berufsgruppe, die es nicht immer ganz leicht hat. Die "Beute" wird so ausfallen, wie man sie liefert. Eine "Gratwanderung" der Justiz ist bis jetzt nicht festzustellen. Der Prozess ist natürlich eine "himmelschreiende Horrorszene", kann aber im Sinne der Rechtsordnung nicht ausser Betracht bleiben. Die öffentliche Gier nach Strafe wird ebenfalls nicht ausbleiben. Eines kann aber schon jetzt vorher gesagt werden, Josef Fritzl wird nur kurze Zeit im Gefängnis überleben, außer man sondert ihn auch hier ab.
Zurück zu den Medienvertretern. Man sollte ihnen große Aufmerksamkeit und Zuwendung zuteil werden lassen, denn in diesem Sinne werden sie auch über Österreich berichten. Vom gesamten Vorkommnis haben aber auch die SN profitiert, den Fritzl sorgt nicht nur diese Woche für einen Blätterwald, sondern hat auch in der Vergangenheit bereits Seiten gefüllt.
Ungeachtet deswegen wissen jedoch die SN Leser die objektive Berichterstattung der SN unter den Augen Chefredakteurs Manfred Perterer zu schätzen. Es ist jetzt bei der Abfassung dieses Eintrags 09.30 Uhr und ich hoffe, es kommen tagsüber noch viele dazu, damit die Lesermeinung als Barometer der "Standpunkte-Schreiber" herangezogen werden kann. Eine Empfehlung noch an Chefredakteur Perterer: Nicht an den Berufskollegen herumnörgeln, denn sonst kann der Schuss nach hinten los gehen. Einige Konkurrenten warten darauf.
Den SN weiterhin viel Erfolg
Karl Winkler
winkka@sbg.at
Sehr geehrter Herr Perterer
Leider ist es nicht nur die "Medienmeute" auch ehemals seriöse Blätter wie die SN lassen sich von publicitygeilen sogenannten Starverteidigern alle erdenkliche Unverfrorenheit in den Stenoblock diktieren bzw. ins Diktafon schwatzen. Schon war ich geneigt, die wachsende Vergeudung von SN-Zeitungsfläche mit z.T. unsinnigem Fotomaterial zu bedauern - im Falle des Interviews des Herrn "Staranwalt" Meyer (SN vom 16.d.M.) hätten die letzten 4 Absätze allerdings besser noch einem weiteren selbstverliebten Foto dieses feinen Herrn Platz gemacht. Was hat sich Herr Escher dabei gedacht ? Soviel geschmacklose Volksverdummung muss wirklich nicht (und schon gar nicht unkommentiert) gedruckt werden !
Ich halte unsere Position eben nicht für vergleichbar mit der manch anderer Medien. Wenn auch wir mehrere Seiten pro Tag diesem Ereignis widmen, dann nicht in sensationsheischender Absicht und auch nicht, um voyeuristische Gelüste zu befriedigen, sondern um dem Phänomen F. auf die Spur zu kommen. Wir führen Interviews mit ausgewiesenen Experten zu diesem Thema. Dass dabei auch der Anwalt des vermeintlichen Täters zu Wort kommt, liegt in der Natur der Sache und folgt dem Prinzip, dem die Salzburger Nachrichten treu bleiben: audiatur et altera pars.
Ja, ich bin auch, gelinde gesagt "verwundert" in der SN seitenweise von diesem Prozeß zu sehen .
Ja sehen, weil lesen werde ich es sicher nicht. Das erinnert doch sehr an ein bekanntes Kleinformat.
Schade!
Mit dem steten Prinzip "man höre auch die anderes Seite" ist nach meinem Gefühl die SN auch im Fall "F"
auf einem guten Weg.
Denn Vieles, was in dieser Angelegenheit im Vorfeld als Sensation hochgebauscht wurde, hat sich schon bald als Luftblase erwiesen. Die Erwartungen auf Sensationelles hatten einen beispiellosen Medienrummel zur Folge. Das wirklich Tragische läßt sich ohnedies schwer in Zeilen oder Bilder fassen. Inzwischen wird für die Medien bereits ein Stadtbesichtigungsprogramm angeboten, damit nicht völlige Leere herrscht.