Der neue Linzer Weihbischof Wagner behauptet, man könne Schwule „heilen". Das ist dumm, arrogant und herzlos.
Wenn man Gerhard Maria Wagner wohl wollte, könnte man sagen, der Mann wisse nicht, wovon er redet. Die Behauptung, man könne Homosexualität „heilen", ist schon einmal falsch, weil sie von der Voraussetzung ausgeht, schwul zu sein sei eine Krankheit wie die Grippe. Wagner beweist mit dieser Einstellung, dass er sich um Erkenntnisse der Naturwissenschaften nicht schert, wenn diese nicht in sein seltsames Weltbild passen. Wir wissen ja schon seit Langem, dass sexuelle Veranlagung genetisch angelegt und bedingt ist.
Wagners Ansatz ist herzlos, weil er Menschen mit homosexueller Veranlagung und Lebensweise pauschal ablehnt und nicht in der Lage ist, sie so zu akzeptieren, wie sie sind. Viel lieber will er sie sich zurechtbiegen. Das erinnert fatal an ein Menschenbild, das der katholischen Kirche jahrhundertelang als Rechtfertigung für Missionierung mit Feuer und Schwert diente. Wagner hat offensichtlich nicht verstanden, dass sich die emotional vernünftigen Teile der katholischen Kirche von diesem Menschenbild schon längst verabschiedet haben.
Und dennoch hat Wagners Herzlosigkeit auch etwas Gutes. Die Debatte darum, wie eine Gesellschaft mit homosexuellen Männern und Frauen umgehen soll, ist in Österreich eingeschlafen. Man hat sich zu schweigender Duldung durchgerungen, will den Schwulen und Lesben aber noch immer nicht so recht glauben, dass sie ganz normale bürgerliche Menschen sind, die sich nach Stabilität in ihren Beziehungen sehnen. Deshalb hat die Gesellschaft die Debatte um die Homosexuellen auf die Frage reduziert, ob sie ihre Partnerschaften auf dem Standesamt oder beim Notar öffentlich festigen dürfen.
Wagner hat uns aus dieser Bewegungslosigkeit herausgeholt. Denn er hat Widerstand provoziert und damit die Debatte befeuert. Der Stand des Wissens in der Bevölkerung über Homosexualität wird bald so hoch sein wie nie zuvor.
Dank Wagners Provokation steigen aber jetzt auch Leute für die Rechte der Schwulen und Lesben auf die Barrikaden, von denen man das nicht erwartet hatte. Praktiker der Seelsorge, gelehrte Theologen stehen auf und weisen Wagners Arroganz und Unwissenheit, aber auch seine Herzlosigkeit zurück. Sie wollen nicht schon wieder in den Geruch geraten, sie und die ganze Kirche stünden den Menschen fern, sie seien unmenschlich, überheblich und rechthaberisch.




Mögen des Bischofs Unwissenheit & Herzlosigkeit dumm und arrogant sein, lieber Herr Viktor Hermann, ..."Ihr" Kommentar multipliziert das auch noch (gewaltig)! Aber ein "Kommentar" ist halt nur ein "Kommentar". Nicht weniger ...und auch nicht "mehr" als (Ihre) "Meinung". Jedenfalls: WEIT GEFEHLT!
Mich haben die Vorgänge zur Bestellung des neuen Linzer Weihbischofes Wagner ebenfalls einigermaßen aufgeregt. Nun hielt ich einmal auf der Homepage der Pfarre Windischgarsten Nachschau und war sehr erstaunt, dass man dort über das Wirken des Pfarrers ein ganz anderes Bild vorfindet, als es schon in vielen Medien dargestellt wurde. Imponiert hat mir dort vor allen die positive Beurteilung seines bisherigen Wirkens durch junge Menschen. Über seine Weigerung, Ministrantinnen zu akzeptieren, ließ sich allerdings nichts nachlesen. Seine jetzt zu Tage getretene Unwissenheit über das Thema Homosexualität ist tatsächlich sehr bedenklich. Es zeigt aber sofort die Unterschiede auf, die in der neuen Aufgabe im Vergleich der eines Ortspfarrers auf ihn zukommen. Man wird sehen, wie er mit der geänderten Verantwortung zurecht kommt. Ein Wirken gegen die Herzen der Gläubigen scheint ohnehin nicht mehr möglich. Also einmal etwas abwarten.
Im obigen "Standpunkt" des Herrn Hermann scheint wohl einiges durcheinander gekommen zu sein.
Weder die Kirche noch Herr Wagner verurteilen die Homosexuellen; wer etwas anderes behauptet, hat sich entweder nicht informiert oder will bewusst irreführen.
Im Katechismus der Katholischen Kirche heisst es vielmehr, dass den homosexuell Veranlagten mit Achtung und Takt zu begegnen sei; die Position ist also klar und eindeutig. Wortwörtlich heißt es "Man hüte sich, sie in irgend einer Weise ungerecht zurückzusetzen."
Der Kirche oder einem Bischof "herzlose Ablehnung" dieser Menschen zu unterstellen ist grob falsch; wenn schon, dann müsste man diese Unterstellung als "herzlos" und "dumm" bezeichnen!
Die Kirche ist gegen die Homosexualität, nicht aber gegen die homosexuell veranlagten Menschen. Dieser - ganz entscheidende - Unterschied scheint vielen nicht bewusst zu sein.
Um es ganz deutlich zu formulieren: Gott liebt alle Menschen gleich, aber nicht immer das, was sie tun. Das ist auch bei Müttern und Vätern so: sie lieben ihre Kinder, nicht aber immer alles, was sie tun.
Oder eben theologisch formuliert: Gott liebt die Sünder (und das sind wir alle), nicht aber die Sünde.
Und Homosexualität (die Tat; NICHT der Mensch) ist in den Augen Gottes ein Verstoß gegen das natürliche Gesetz.
Und um es nocheinmal deutlich zu formulieren: Gott liebt beispielsweise Mönche und Homosexuelle gleichermaßen, er wünscht sich aber von beiden - freilich aus unterschiedlichen Gründen -, dass sie keusch leben.
Was der Bischof sagt ist "dumm". Richtig. Herzlos glaub ich dagegen nicht. Es gibt unzählige Homos die mit ihrer " Veranlagung" oder was immer zutiefst unglücklich sind. Depression und Selbstmordraten sind extrem hoch, die homosexuellen Beziehung scheitern grösstenteils ( wie auch die hetero-) ( die promiskuität ist extrem hoch. Und das hat nicht nur soziogenetische Gründe. Ich glaube, dass es auch naiv ist in Homos immer nur "Engel" sehen zu wollen. Siehe div. Internetseiten und sonstiges was sich da abspielt, grenzt tw. ans psychopathologische, wie auch bei Heteros auch. Also nüchtern bleiben. Diskriminierung: nein. Akzeptanz aller möglichen perversen Spielchen: nein (aus meiner Sicht). Aber genausowenig wie Homo Homo ist und Hetero Hetero gibt es hier eben unzählige Varianten. Ein bisschen differenzierter sollte man alles allerdings schon betrachten. Ist ja auch ein breites Feld für Fachleute. Ich halte nur nichts davon von "Homosexuellen" vereinfacht zu sprechen. Und wie gesagt, nicht jeder Homo ist ein Engel und nicht jeder Hetero ein Teufel oder umgekehrt. Ich nehme an , der Bischof hat mit "heilen" wahrscheinlich gemeint, dass viele doch damit unglücklich sind und man könne davon wegkommen. Aber vielleicht bin ich nur naiv und dumm.Und Moralist, sowohl im Homo-als auch im Heterobereich. Gleiche Rechte für alle sollten eigentlich schon selbstverständlich sein.
Dem Kommentar ist nichts mehr hinzuzufügen ausser der unernsten Bemerkung, dass deshalb so viele Kleriker homosexuell veranlagt sind und sich der Hoffnung hingeben, damit "geheilt" zu werden.
Grund für die Verunglimpfung von homosexuellen Menschen ist meistens, dass die Verunglimpfer selbst - zumindest latent - homosexuell veranlagt sind, damit aber nicht fertig werden oder ihre Homosexalität verleugnen (müssen). Man muss dafür Verständnis und MItleid mit diesen Menschen haben, man sollte es jedoch vermeiden, solchen Personen Gelegenheit zu geben, andere Menschen auszugrenzen. Es wäre besser, man würde ihnen einen vernünftigen Weg zeigen, ihre Homosexualität zu leben und zu ihrer Veranlagung zu stehen. Die Ausage, Homosexualität sei eine Krankheit, ist etwa genauso blöde, als wenn man behaupten würde, dass alleinstehende Herren, die große Hunde besitzen, nachts im Internet verbotene Bilder anschauen.
Tolerante Intoleranz zeigt sich hier, wo ein eifriger Produzent von Schlagzeilen einen Kirchenmann denunziert und als dumm hinstellt. Ein netter Beitrag freilich passend zum Thema freie Meinungsäusserung und dem Menschenrecht freie Religionsausübung. Die SN ist nicht mehr neutral. Statt den Standpunkt der Christen zur Homosexualität zu beleuchten und objktiv darzustellen, wird unser Glaube als herzlos hingestellt. In der gleichen Seite der Dienstagausgabe sagt ein Arzt erneut, daß es kein Schwulen-Gen gibt, um nachfolgend pc zu sein und ausführt: aber doch irgendwie genetisch. Das hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Wahrscheinlich werden in ein paar Jahren Kinderschänder auch als genetisch vorgeschädigt gelten. Geisteskrankheiten sind halt dubios und es hat viele Manifestationen. Geistesheilung ist angesagt und man sollte zuerst bei den Journalisten anfangen.
"Wir wissen ja schon seit Langem, dass sexuelle Veranlagung genetisch angelegt und bedingt ist." Das ist m.E. das ganz falsche Argument, weil damit erklärt wird, daß es weder eine Behandlungsmöglichkeit, noch -bedürftigkeit für genetisch angelegte Zustände gibt. Gilt das dann für z.B. Mukoviszidose oder Muskeldystrophien auch? Genetisch bedingt, deshalb nicht medizinisch zu behandeln? Zynisch könnte man sogar meinen, daß sich des Bischofs Barmherzigkeit darin beweist, daß er genetisch bedingte "Erkrankungen" heilen will. Homosexualität ist sicher eine Aberration von der Norm, bzw. eine Normvariante. Ob diese toleriert oder abgelehnt, sogar verfolgt, bzw. behandelbar ist, oder ob überhaupt eine Notwendigkeit zur Behandlung besteht unterliegt gesellschaftspolitischen Trends. Heutzutage neigt die Gesellschaft eher dazu, jeden nach seiner Facon selig werden zu lassen. Interessant wäre in diesem Zusammenhang, ob das NT irgendwelche Hinweise zum Thema Homosexualität gibt. Andererseits ist die Homophobie des Christentums eine direkte Folge der Übernahme jüdischer Sexualmoral und -normen (W. Reich; Der Einbruch der sexuellen Zwangsmoral). Ich denke, daß eine Gesellschaft Normvarianten aushalten und dulden sollte. Worin ich eigentlich heutzutage das größte Problem sehe ist, daß scheinbar die Schwulen und Lesben die einzigen sind, die heutzutage noch mit allen Rechten (und Pflichten?) heiraten wollen. In einer Gesellschaft, deren Pensionssystem auf einen Generationsvertrag aufgebaut ist, sollte es nicht möglich sein, z.B. einen Pensionsanspruch zu erwerben. Dies, aber auch die kostenlose Krankenversicherung für Ehegatten wird wahrscheinlich in Zukunft auch ein Thema für kinderlose heterosexuelle Paare sein müssen. Insofern ist ein Partnerschaftsvertrag für Homosexuelle durchaus denkbar und sinnvoll, aber keinesfalls eine "Vollehe" mit Pensions- und Krankenversicherungsanspruch.
Heißt das, Priester sollen keine Pension bekommen? Die müssen ja ehelos und kinderlos bleiben. Da missverstrehen Sie gründlich das Pensionsversicherungssystem. Hier wird nicht angespart. Die Beschäftigten finanzieren per Umlage die Pensionisten.
Ihre Überschrift über den Artikel über Weihbischof Wagner ist 1 zu 1 an Sie übertragbar. Daß Homosexualität heilbar ist gibt es genug Zeugnisse von ehemaligen praktizierende Homos. Leider gibt es diese fast nur in den Freikirchen,da viele in der kath. Kirche nicht mehr an Heilung glauben. Es ist interessant daß Menschen mit Krebs geheilt werden wollen aber Homos dies ablehnen weil sie einer Lüge von Gstudierten ohne Vernunft aufsitzen. Aber heut zu Tage glaubt man ja der Lüge mehr als der Wahrheit wie auch die Abtreibung keine Lösung ist jedoch die Frauen bei der Beratung belogen werden Es gibt aber Krankheiten oder Vergehen die nur Gott heilen kann,aber euer Handeln setzt Gottes Wort außer Kraft.Lesen Sie in der hlg. Schrift Röm. 1 / 18-32 Gottes Zorn über die Ungerechtigkeit der Menschen. Christus sagte es voraus:"Es wird die Teit kommen,da die Menschen die gesunde Lehre nicht mehr vertragen!"
Danke, Herr Hermann für Ihren Kommentar. Kurz, prägnant, ausdrucksvoll. Man kann pro oder contra stehen - aber damit erreichen Sie auch das, was Sie im Artikel erwähnt haben - eine Diskussion. Es bleibt nur zu wünschen, dass sie sachlich bleibt und nicht nur von den (verletzten, gekränkten) Gefühlen geprägt wird.
Teils stimme ich Ihnen zu, teils scheint mir Ihr Kommentar aber von falschen Voraussetzungen auszugehen.
Soviel ich weiss, ist die sexuelle Ausrichtung keine genetische Veranlagung, sondern eine Prägung, die im Mutterleib beginnt und mit der Pubertät fixiert ist. "Heilung" kann es da nicht geben, maximal Hilfestellung (falls der/die Betroffene nicht mit seiner/ihrer Ausrichtung klar kommt).
Und dabei wären wir schon beim Problem des neuen Bischofs. Die seiner Meldung zugrunde liegende Präpotenz stört mich. Weshalb glaubt er zu wissen, was gut sei für Andere? Nur weil ein verkalkter Greis in Rom den Wunsch der Diözese ignoriert hat, die Herr Wagner jetzt leiten soll?
Das scheint mir das Grundproblem der katholischen Kirche zu sein (nicht nur der katholischen Kirche). Weshalb spricht man den Menschen das Recht ab, selbst seine/ihre Sexualität zu wählen?
Solange nicht die Rechte anderer verletzt werden, hat jedermann/jedefrau diese zu akzeptieren. Und wem's aus moralischen Gründen nicht passt, sollte in sein Kämmerlein gehen und einen Rosenkranz für jene "armen Sünder" zu beten. Damit würde sich Herr Wgner selbst einen Gefallen tun, und wenn's Gott wirklich gäbe, dann hätte seine Fürbitte auch für den "armen Sünder" etwas Gutes bewirkt.
Unwissend? Der Mann weiß genau was er sagt. Er ist ein Fanatiker und solche Leute taugen nicht zu einer Diskussion. Religionsfanatiker und Fußballfanatiker............sind Kranke!
Wagner ist Bischof eines Vereins in dem die HOMOS und Kinderschänder zur Tagesordnung gehören. Da sind ,wie man weiß nicht einmal Kardinäle ausgenommen. Er ist also schwer vorbelastet und will einfach nicht zugeben, daß in seiner Kirche ,KRANKE, sich berufen fühlen den ANDEREN gute Ratschläge zu geben.
Der Artikel von Herrn Hermann zeigt von Intoleranz und dem Unwillen sich mit der Position der katholischen Kirche zu Homosexualität auseinander zu setzen. Vielmehr spielt er mit alten Vorurteilen wie denen, die katholische Kirche ignoriere wissenschaftliche Erkenntnisse oder propagiere eine gewaltsame MIssionierung. Diese Vorurteile, welche auch von totalitären Regimen (rechter und linker Ausrichtung) vorgebracht wurden um die Kirche lächerlich zu machen und schließlich zu zurstören, wirken gerade gegenüber einer Institution, die im MIttelalter die Wissenschaft begründet hat und zur Zeit ein Oberhaupt hat, welches ständig die Bedeutung der Vernunft betont, als besonders gehäßig. So bleibt der Eindruck, dass mit diesem Artikel Vorurteile eingesetzt werden, um eine vermeintlich bestehende herrschende (Leser-)Meinung zu kirchlichen Themen zu bedienen. Der Unterschied zu Boulevardzeitungen, denen regelmäßig vorgeworfen wird, mittels Einsatz von Vorurteilen eine bestimmte Leserschaft zu bedienen, ist für mich nicht ersichtlich. Der Kommentar ist wohl als das zu beurteilen, was in ihm dem zukünftigen Weihbischof vorgeworfen wird. Von einer Abonnierung der SN werde ich jedenfalls auch in Zukunft Abstand nehmen, die ich nicht gewillt bin, für derartige unfundierten und unvernünftigen Beiträge zu bezahlen.
Es wäre ja wirklich schon viel gewonnen, wenn Journalisten - bevor sie unreflektiert drauflosschreiben bzw. -schimpfen - wenigstens einmal kurz in den "Katechismus der Kath. Kirche" schauen würden ...
Die katholische Kirche hat drei Jahrhunderte gebraucht, bis sie begriffen hat, dass nicht die Erde, sondern die Sonne im Mittelpunkt der Welt steht und Galilei posthum rehabilitierte. Sie war und ist sichtlich auch in diesem Fall schwer von Begriff, von sehr langsamer Auffassungsgabe und beharrt gegen jede Vernunft und gegen alle wissenschaftlichen Erkenntnisse auf ihrem antiquierten Standpunkt. Gott sei Dank kann sie heute nicht mehr alle, die halt ein bisschen schneller begreifen, mit Feuer und Schwert verfolgen und muss sich aufs Verdammen beschränken. Aber auch, dass das niemanden sonderlich beeindruckt, hat sich noch nicht bis in den Vatikan und zu seinen standhaften Recken herumgesprochen. Dass das alles immer weniger ernst genommen wird, setzt sie auch noch in Erstaunen.
Endlich einmal hat sich jemand gefunden, der Klarheit darüber verschafft hat, was Homosexualität eigentlich ist. Zusammen mit einem Bericht an anderer Stelle derselben Ausgabe ist den Salzburger Nachrichten dafür zu danken. Denn damit steht eindeutig fest, dass auch einer, den der Papst zum Bischof von Linz bestimmt hat, trotzdem ausgesprochenen Schwachsinn unters Volk bringen kann, auch wenn er sich selbst für unfehlbar hält.
Anders lässt sich nämlich seine Aussage nicht deuten, dass er nichts von dem zurücknehmen würde, was er gesagt hat. Zutiefst zuwider sind mir solche Leute, deren Geschwätz vor Selbstgefälligkeit trieft, für verachtenswert halte ich sie.
Mit seiner Aussage, dass Homosexualität heilbar sei, und der Klarstellung, die er dadurch provozierte, dass eine solche Meinung aus medizinischer Sicht Humbug sei, hat dieser Herr Wagner, ohne dass er es wollte, auch die Verbindung zum Sex-Skandal im St.Pöltner Priesterseminar hergestellt, der vor einigen Jahren um die Welt ging und die Katholiken Österreichs zum Gespött der zvilisierten Welt machte.
Doch da stockt der Schreiber. Unter Berücksichtigung dessen, was er heute über Homosexualität erfahren hat, war das damals vielleicht gar kein sittlich-moralisch verwerfliches Handeln, was sich im St.Pöltner Priesterseminar zwischen erwachsenen Männern abgespielt hat. Nötigung, eventuell von Vorgesetzten ausgeübter Zwang, bei diesen Spielen mitmachen zu müssen, oder eine gelindere Form des Mobbings könnte dabei im Spiel gewesen sein. Angezeigt oder gar gerichtlich verurteilt wurde jedoch niemand aus diesem Personenkreis.
Auch damals hätte man den Skandal, der aus heutiger Sicht vielleicht nur ein vermeintlicher war, die Schärfe nehmen können. Man hätte sich nur an Professor DDr. Huber von der Med.-Uni Wien wenden müssen, um sich darüber zu informieren, was Homosexualität eigentlich ist. Doch den wollte man oder durfte man ganz einfach nicht fragen. Der war doch der Sekretär von Kardinal König, der die "Maria-Troster-Erklärung" der österreichischen Bischöfe verbrochen hat.
Und noch etwas wurde dem Schreiber dieser Zeilen klar, als er die Meinung dieses Herrn Wagner las, dass Homosexualität heilbar sei, was sich schon einige Tage später als vollkommener Unsinn erwies. Trotzdem ist das keine Einzelmeinung dieses Herrn Wagner, die man als völlig belanglos und ohne jede Bedeutung abtun könnte; nein, dieser Schwachsinn ist offenbar Lehrmeinung der katholischen Kirche. Jetzt durchschaute ich erst, dass es nur konsequent war, dass man den ehemaligen Regens des St.Pöltner Priesterseminars für ein Jahr in ein deutsches Nonnenkloster verbannen wollte.
Dort sollte er offenbar mit Psychopharmaka vollgestopft und so im Sinne dieses Herrn Wagner geheilt werden. Dass sich der Propst von Eisgarn und Prälat dieser Tortur nicht unterziehen wollte und daher widersetzte, deren Ende er nur als menschliches Wrack erleben würde, verstehe ich erst, seitdem ich weiß, was dieser Herr Wagner und seine Brüder im Bischofsornat offenbar unter Heilung verstehen. Denn völlig unverständlich war es mir bisher, warum sich der Propst nicht den Willen seiner Kirchenoberen beugte und nicht einmal ein Jahr Verbannung hinnehmen wollte und so die Lösung seines Falles unnötig erschwerte, wenn nicht gar unmöglich machte. Die Salzburger Nachrichten haben mir heute den nötigen Durchblick verschafft.
Zwingend aber ergibt sich daraus, von diesem Herrn Wagner öffentlich auch eine Erklärung einzufordern, was für ihn Pädophilie ist. Denn ohne Zweifel ist das ein viel größeres Verbrechen, das gerade unter katholischen Priestern weit verbreitet ist, weil sie Buben und Mädchen dauerhaften Schaden zufügt und sie für den Rest ihres Lebens sehr oft zu seelischen Krüppeln verkommen lässt. Nicht unerwähnt soll in diesem Zusammenhang auch bleiben, dass es katholische Priester waren, die auch große amerikanische Diözesen durch ihr verbrecherisches Tun an den Rand ihres finanziellen Ruins brachten.
Volle Zustimmung zu Viktor Hermann!
Ergänzend sei bemerkt, dass es der Kirche gut tun würde, sich an den Lehren Jesu und somit am Neuen Testament zu orientieren. Von des Weihbischofs Wagner "kleinen und feinen Kirche" fundamentalen Gepräges halte ich nichts.
Ich wohne in einer kleinen Landgemeinde und unser Dorfpfarrer betreut gleichzeitig 3 Gemeinden. Wenn unsere Kirche so weiter macht, wird er bald 10 oder mehr Pfarren übernehmen müssen, geht aber nicht, weil auch für ihn die Zeit des Ruhestands naht. Irgendwann einmal gehen auch den Polen die Priester aus und dann werden vielleicht von Rom ernannte Fundamentalisten das Ruder übernehmen. Nur Messfeiern in den Landgemeinden werden dann Seltenheitswert haben. Die wenigen verbleibenden Pfarrer werden dann kaum für mehr Zeit haben als für Krankensalbungen, Begräbnisse, Massen taufungen und Massenhochzeiten. Gott möge uns einen Papst wie Johannes XXIII bescheren und Benedikt ins Paradies abberufen.
Wer weiß ja schon seit Langem, dass sexuelle Veranlagung genetisch angelegt und bedingt ist? Wo bleibt da die menschliche Freiheit?
Wenn Homosexualität der menschlichen Natur entsprechen würde, wären schon lange keine Menschen mehr auf Erden...
Dem Menschen muss man mit Liebe begegnen, dennoch ist es nicht richtig zu sagen, dass etwas "ganz normal" ist, was nicht "ganz normal" ist.
Menschen leben ihre sexuellen Spielarten aus oder nicht, unabhängig davon ob sie dürfen oder nicht, oder welcher Religion sie angehören. So ist es nun einmal. Solange niemand zu Schaden kommt, nicht unterdrückt und nicht gedemütigt wird, darf das auch endlich akzeptiert und anerkannt werden – selbst wenn die Praktiken nicht (mehr) der Fortpflanzung dienen. Dafür braucht sich heute niemand zu schämen.
Ver- oder Gebote was Abartigkeiten, Perversionen oder Menschenrechtsverletzungen betrifft, können nur an das Gewissen Einzelner appellieren, erreichen aber leider meist wenig. Das zeigen immer wieder erschütternde Berichte aus der pädophilen Pornoszene, gerade auch in Europa, sehr deutlich. Diese Netzwerke reichen weit! Da schauen viele lieber weg.
Erlauben Sie mir also den Hinweis: Auch darüber sollten wir öffentlich diskutieren!
Warum ist es so, dass Erwachsene sich sexuell an Säuglingen, Kindern und Jugendlichen vergehen und sich Filme darüber ansehen, sie herstellen und vertreiben??? Und das nicht, wie oft irrtümlich angenommen, in sogenannten Unterschicht-Kreisen, sondern besonders auch in sogenannten höchsten Kreisen, welche ihre Untaten geschickt und mit allen Mitteln zu tarnen versuchen.
Was haben dazu die Bischöfe, die politisch Verantwortlichen und die Damen und Herren Journalisten zu sagen und was wollen sie dagegen unternehmen?
Herr Hermann kann seine Ansicht natürlich äußern. Mich stößt aber von vorne herein schon die Überschrift und die Wahl der Eigenschaftswörter im Untertitel ab. Vielleicht soll er nur provozieren?
Von den SN hätte ich erwartet, dass in der ganzen causa Wagner (und letzlich auch Benedikt XVI) zuerst oder zwischendurch oder nachher Fakten geboten würden - die objektiven Tatsachen -, und nicht gefühlserhitzte persönliche Ansichten einzelner wortstarker Herren. Der in derselben Ausgabe zitierte Johannes Huber sagt (und das ist hoffentlich diemal ein Faktum, nicht wieder eine Meinung!), dass es kein "Schwulen-Gen" gibt, aber "biologisch sensible Lebensphasen". Da müßte doch auch die Möglichkeit bestehen, wie in so vielen Lebensphasen dieser Art, dass eine Führung, eine Hilfe ansetzt, die junge Menschen wieder festigen in ihrer Ausrichtung auf das andere Geschlecht, wie es in der uns allen bekannten "normalen" menschlichen Ausrichtung der Fall ist!
Ich bin natürlich gegen jede Ausgrenzung, aber helfen zu wollen (u.U. auch zu heilen versuchen) betrachte ich als eine absolut wünschenswerte Haltung.
Und noch etwas: man will Kinder schützen vor Kinderschändern; sobald aber die Kinder ein wenig älter sind, verficht man für sie das "Recht", sich homo- oder heterosexe Betätigung zu suchen (wobei der "Partner" in nur allzu vielen Fällen gar nicht will, sondern zuerst Mitleid hat, später aber gezwungen ist, für den anderen als Objekt da sein zu müssen).
Was ich bisher von Herrn Pfarrer Wagners Ansichten und von seiner Haltung gelesen habe, so sehr es auch ins Lächerliche gezogen wird, ist alles gesunder Menschenverstand und eine Sicht des Menschen, wie es die eines gläubigen Menschen sein sollte, der sich vor allem nach dem Glauben und der Hl. Schrift ausrichtet, nicht so sehr, was die Leute ihm heute, gestern oder morgen "vorschreiben".
Als gläubiger Christ glaube ich an die Heilige Schrift und an das Vorhandensein eins lebendigen unwandelbaren Gottes. Das wieder setzt voraus, dass ich glaube, dass Homosexuelle Handlungen gegen die Gebote Gottes verstoßen und ein Greuel in seinen Augen sind.
Ich glaube auch nicht, das Gott je einen abartig veranlagten Menschen erschaffen hat noch, dass je ein solcher geboren wurde. Wenn es so wäre, ich würde einen solchem Gott nicht folgen.
Christus und seine Aposteln haben sich immer klar und deutlich gegen die Sünde ausgesprochen, haben aber immer dem Sünder eine helfende Hand gereicht.
Siehe Joh 8,10,11
Jesus aber richtete sich auf und fragte sie: Wo sind sie, Frau? Hat dich niemand verdammt? Sie antwortete: Niemand, Herr. Und Jesus sprach: So verdamme ich dich auch nicht; geh hin und sündige hinfort nicht mehr.
Nur weil ich eine Handlung nicht akzeptiere und als Verstoß gegen das Gebot Gottes betrachte, heißt das nicht, dass ich den Handelnden diskriminiere oder verdamme.
Wenn wir heute gewissen Neigungen der Menschheit entgegenkommen und Gesetze erlassen, die diese Handlungen „Gesellschaftsfähig“ machen, heißt das noch lange nicht, dass diese in den Augen Gottes gerechtfertigt sind.
Was ich ausgesprochen bedenklich halte ist, dass man nun jene die an das Wort Gottes glauben an den „Pranger“ stellt. Haben wir nichts aus der Vergangenheit gelernt? Hat das je etwas Gutes gebracht? Medien haben einen großen Einfluss, im besondern auf Menschen die nicht viel nachdenken. Ich würde Sie bitten, mit der Wahrheit sorgfältiger und Weiser umzugehen.
Es wird immer gegenteilige Meinungen zu einem Thema geben und das ist auch gut so, solange dies im Umfeld von gegenseitiger Achtung geschieht.
Errare humanum est. Glauben heisst per definitionem: nicht wissen. Es ist aber nun gewiss, dass es den von diversen hokus-pokus-Vereinen als Gottheit Verehrten nicht gibt. Es bleibt aber jedem unbelassen, bei seinem hokus-pokus-Verein mitzumachen. Er soll nur nicht andere Leute schlecht machen, weil sie anders denken oder leben, sondern sind wir wieder im Mittelalter, wo der hokus-pokus ja ganz groß geschrieben wurde. Was nun die Homosexualität betrifft: Männern, die einen weiblichen zweiten Vornamen führen, wird ja auch nicht gleich abweichende sexuelle Orientierung nachgesagt, also was soll`s?
Homosexuelle Lebensformen sind eine gesellschaftliche Wirklichkeit und ihre sittliche Bewertung ist keine Nebensächlichkeit, geht es doch um Gelingen oder Misslingen von Menschenleben.
Daher könnte eine sachliche und wohlwollende Diskussion des Phänomens Homosexualität vielleicht eine neue, gelassene Sicht eröffnen.
Die offizielle katholische Katechismusposition ist positiv zu würdigen, sie wehrt eindeutig jeder Verachtung von homosexuellen Menschen.
Dennoch bleibt die Frage zu erörtern, ob die Kirche mit ihrer Auffassung von Homosexualität als einer Störung/Unordnung der gottgesetzten Schöpfungsordnung Recht hat oder ob sie mit dieser Auffassung irrt.
Für mich ist nicht ausgemacht, dass Gott die Sache genau so und nicht anders sieht und bewertet.
Gründe für meine Zweifel möchte ich zu einem späteren Zeitpunkt nachliefern.
Menschen leben ihre sexuellen Spielarten aus oder nicht, unabhängig davon ob sie dürfen oder nicht oder welcher Religion sie angehören. So ist es nun einmal. Solange niemand zu Schaden kommt, nicht unterdrückt und nicht gedemütigt wird, darf das auch endlich akzeptiert und anerkannt werden – selbst wenn die Praktiken nicht (mehr) der Fortpflanzung dienen. Dafür braucht sich heute niemand zu schämen.
Ver- oder Gebote was Abartigkeiten, Perversionen oder Menschenrechtsverletzungen betrifft, können nur an das Gewissen Einzelner appellieren, erreichen aber leider meist wenig. Das zeigen immer wieder erschütternde Berichte aus der pädohilen Pornoszene, gerade auch in Europa, sehr deutlich. Diese Netzwerke reichen weit! Da schauen viele lieber weg.
Erlauben Sie mir also den Hinweis: Auch darüber sollten wir öffentlich diskutieren!
Warum ist es so, dass Erwachsene sich sexuell an Säuglingen, Kindern und Jugendlichen vergehen und sich Filme darüber ansehen, sie herstellen und vertreiben??? Und das nicht nur, wie oft irrtümlich angenommen, in sogenannten Unterschicht-Kreisen, sondern besonders auch in sogenannten höchsten Kreisen, welche ihre Untaten geschickt und mit allen Mitteln zu tarnen versuchen.
Was haben dazu die Bischöfe, die politisch Verantwortlichen und die Damen und Herren Journalisten zu sagen und was wollen sie dagegen unternehmen?
Ich bin sehr verwundert über die Unwissenheit über die Veränderbarkeit von Homosexualität.
So hat der ehemalige Schwulen-Aktivist Michael Glatze sein "Coming-Out" aus der Homosexualität geschafft. (siehe http://www.wnd.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=56481 bzw. http://www.wnd.com/news/article.asp?ARTICLE_ID=56487 )
Martin Dannecker, Professor für Sexualwissenschaft in Frankfurt (der sich selbst zur Homosexuellenbewegung zählt) hat in seinem Gutachten für die Deutsche Bundesregierung festgestellt, dass alle Versuche, die Homosexualität biologisch zu verankern, als gescheitert zu bezeichnen sind.
Und zum Abschluss noch ein Link zum Thema sexuelle Veränderbarkeit:
http://www.gesellschaftsverantwortung.at/thema_ep/material/FAQ_03_Sexuelle_Orientierung.htm
Wir Menschen sind in unserem Handeln viel beweglicher, als man meinen möchte.
Hallo Robert G.
Ich habe die Kolumne des Michael Glatze gelesen. Tut mir leid, aber das klingt sehr stark nach einem jener "Wiedergeborenen", die - nicht unähnlich dem früheren US-Präsidenten Georger W. Bush - mit ihrer religiösen Erweckung hausieren gehen und Profit daraus schlagen. Ehrlich ist das alles nicht.
Viktor Hermann
Hallo Herr Dr. Tüchler,
da muss ich schon etwas dazu sagen: Ich denke doch eher, dass der Weihbischof Wagner mit alten Vorurteilen spielt - nämlich mit Vorurteilen gegen Homosexuelle.
Dass Sie die SN nicht abonnieren wollen, ist schade, aber sie scheinen ja trotzdem recht gerne an unserer Berichterstattung teilzunehmen, vor allem, wenn es gratis ist. Kommentare in den SN sind immer als Angebot an die Leser gedacht, in eine Diskussion einzutreten - und dieses Angebot haben schon hier im Blog viele Leute angenommen. Dafür danke ich auch den Kritikern.
Viktor Hermann
... warum schauen Sie nicht einfach mal in den "Katechismus der Katholischen Kirche"???
Die Nonchalance mit der Aussagen, betreffend der Homosexualität, getätigt werden nimmt mir die Sprache. Andererseits erlaubt es die Gegenargumentation in angemessener, ebenfalls nonchalanter, aber ein Stück bestimmterer, Weise vorzuführen. Homosexualität ist keine Krankheit des Geistes oder des Körpers.
Am Ende steht die unfassbare Borniertheit, Engstirnigkeit und offenkundige Geistlosigkeit von geblendeten, fehlgeleiteten Schafen. Ich komme, wie man sieht, trotzdem nicht umhin, den Umstand der Wahrheit auf meiner Seite habend, einen verbalen Gegenschlag starten zu müssen:
Wäret ihr des Denkens fähig, so wünschte ich, ihr würdet, im Schlaf von euren leisen Ahnungen das Falsche getan zu haben, gequält, gefoltert und ermordet werden! Mögen euch eure Ängste überwältigen und zugrunde richten!
Dies hier ist viel oder nichts, aber es versucht zu verdeutlichen wie abstoßend und widerwärtig es ist solche unflätigen Ausfälle auf die Öffentlichkeit loszulassen und mit wie viel Unverständnis ich solchen Dingen gegenüberstehe...