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Die wilden Reiter aus der östlichen Steppe

| Kommentare (2)
Wladimir Bismarck  nannte ihn die „Süddeutsche Zeitung" in Anspielung auf den Eisernen Kanzler, den Großmeister  im Spiel mit   klassischer Bündnis- und Machtpolitik. Da fehlt es dem Russen zwar noch weit, eher wirken  Wladimir Putin und seine  Kumpel wie  ein Rudel Gas-Hooligans,  aber   dass es dem Chef auch darum geht, Europa zu schrecken und in der Folge  zu spalten, ist  offensichtlich. 
Wenig wäre aus Sicht des Kreml ungemütlicher als eine    fest  geeinte europäische Kundschaft   -  immerhin hängt   Russland  am Geldtropf der Gaskäufer:  Teile und herrsche   als energiepolitisches Prinzip minimiert das Risiko des Verkäufers.    So ergibt die Neuauflage des tönenden Gasstreites mit der Ukraine  Sinn.  Es  geht um ein   Schaulaufen  der Macht. Es  geht    um politische Erpressung, und das auf beiden Seiten. Die  beinahe bankrotte Ukraine etwa spekuliert darauf, von der guten EU vor den Attacken der   bösen Reiter aus dem Osten freigekauft zu werden. Moskau wiederum will dem Publikum zeigen, wie es einem ergeht, der entgegen allen Ratschlägen störrisch  nach Westen in Richtung NATO und Europäischer Union gehen will- im Gegensatz zu   folgsameren Ländern wie Weißrussland, die für ihr Gas noch immer  weniger als 200 Dollar bezahlen müssen. 
Doch selbst wenn Russland gewinnen sollte, wenn also die  Ukraine mit EU-Hilfe höhere Preise zahlt, wenn   die ganze Demonstration    tatsächlich für Einschüchterung sorgt und  mehr als bisher noch dafür, dass das eine oder andere europäische Land lieber Sonderverträge mit Russland schließt als mühselig Einigkeit in der EU sucht:  Wladimir Putin  hinterlässt einen gewaltigen Flurschaden. Nicht wie eine selbst- und verantwortungsbewusste Weltmacht ging Russland  mit der widerborstigen Ukraine um, sondern  wie  ein  halbstarker Wirtshausraufer. Wie zuvor   im Kosovo und in Georgien wollte Putins Russland  nicht Teil der  Lösung sein, sondern nur Muskeln zeigen und Vergeltung üben- diesmal gab es     Straffrieren für abgefallene Brüdervölker und   Taschenspielertricks  am  Verhandlungstisch gegenüber der Europäischen Union. Es ist nicht gerade das, was in den Hauptstädten der Welt als zuverlässig oder berechenbar   geschätzt oder gar   respektiert wird. 
Abgesehen davon dass die ganze   Öl- und Gasparty mangels Rohstoffen in spätestens ein, zwei Generationen sowieso abgebrannt  sein wird - und was dann, Russland?

2 Kommentare | Kommentieren

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    herr stricker bitte denken warum einfach wenns auch kompliziert geht

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    Im Gegensatz zu österreichischen PolitikerInnen ist Wladimir Putin ein Staatenlenker, der die Interessen seines Landes konsequent durchzusetzen vermag und nicht vor der EU kuschen muss. Das Regime in der Ukraine ist nicht nur pleite, sondern auch mit den Grundsätzen von Mein und Dein nicht wirklich vertraut. Und was den Konflikt in Georgien angeht: bitte über die Hintergründe informieren. Um Russland brauchen wir uns sicher keine Sorgen zu machen.

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