Als die Stadt Salzburg im Vorjahr die Schulsprengel aufgehoben hat, jubelten viele Eltern. Endlich bekamen sie die Chance, ihre Kinder in die Schule zu schicken, die ihnen am besten erscheint oder die am günstigsten für sie liegt. Doch für viele ist die neue Wahlfreiheit nur eine Farce. Vor allem einige der begehrten Schulen im Süden Salzburgs sind schlichtweg zu klein, um alle angemeldeten Schüler unterzubringen. Umso härter trifft die Absage Familien, die nahe der Schule wohnen, aber trotzdem nicht zum Zug kommen. Hier soll keineswegs der Rückkehr zur Sprengelpflicht das Wort geredet werden.
Die Wahlfreiheit ist gut und funktioniert weitgehend. Vielmehr sind die Stadtpolitiker in die Pflicht zu nehmen. Bei der Einweihung neuer Wohnbauten sind sie rasch zur Stelle. Bei der Schaffung der nötigen Infrastruktur schlafen sie. Vor allem im Nonntal und in Aigen sind in den vergangenen Jahren zahlreiche neue Wohnbauten entstanden. Andere, wie etwa der Sonnenpark in Aigen, sind in Bau. Damit steigt der Zuzug junger Familien mit Kindern, die zwangsläufig einen Schulplatz brauchen. Bis die Planer auf diese Entwicklung endlich reagieren, bleibt nur eine Möglichkeit: Das Schulamt muss alles tun, damit die Eltern zumindest die zweitbeste Lösung bekommen und ihre Kinder nicht durch halb Salzburg zur Schule chauffieren müssen.


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