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Die Bauern sollen positiv in die Zukunft blicken

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Die Agrarpolitiker müssen aufpassen, dass die Bevölkerung nicht das Verständnis für notwendige Unterstützungen verliert.

Mehr als eine Milliarde Euro fließt jedes Jahr aus EU-Kassen an Österreichs Landwirtschaft. Die Bauern haben auch durchaus einen berechtigten Anspruch darauf, dass ihre Produktionsnachteile in Berggebieten sowie ihre Leistungen für die Pflege der Kulturlandschaft von der Allgemeinheit abgegolten werden. Doch können sie nicht einfach immer nur darauf pochen, ohne selbst auch Bereitschaft zu Veränderungen zu zeigen. Flexibilität wird ja auch allen anderen - ob Unternehmer, Arbeiter oder Angestellte - selbstverständlich abverlangt wird. Ansonsten laufen die Agrarfunktionäre zunehmend Gefahr, dass in breiten Bevölkerungsschichten das Verständnis für die Anliegen der Landwirtschaft sinkt. In wirtschaftlich schwierigeren Zeiten, auf die wir zugehen, wird diese soziale Akzeptanz für die Umverteilung von Steuergeld umso wichtiger.

 Hier einfach stur nach ,,Planungssicherheit für die Bauern" zu rufen und damit jede Änderung abzulehnen, greift zu kurz. Es gibt außerdem auch viele Bauern, die innovativ sind, positiv nach vorne schauen und nicht dauernd jammern. Stellvertretend lassen sich die Weinbauern nennen. Mitte der achtziger Jahre nach dem Weinskandal lag ihr Zweig völlig darnieder, und längst ist er besser denn je auferstanden. Dass den Winzern dabei EU-Förderungen auch halfen, ist klar. Um Qualität und Vermarktung mussten sie sich aber selbst kümmern. Die kommende Reform der EU-Agrarpolitik ist daher zu begrüßen. Am Finanzrahmen wird ohnehin nichts gekürzt, es wird nur umgeschichtet. Selbst die resolute Agrarkommissarin Mariann Fischer Boel aus Dänemark hat schon vor einem Jahr erklärt, es werde im Milchsektor ein Ausgleich für die schwierigere Produktion in Berggebieten notwendig sein. Dabei zeigt sich auch in Österreich, dass nicht alle 43.000 Milchbauern an einem Strang ziehen. Die angeblich so wichtige Quote, die gesetzlich erlaubte Produktionsmenge, wurde seit Jahren überschritten. Die Strafen dafür erreichten teilweise 25 Mill. Euro pro Jahr - das ist in etwa die Hälfte dessen, was Österreich nun als Ausgleich von der EU verlangt. Es kommt jetzt darauf an, was die Regierung aus den Zugeständnissen, um die Minister Josef Pröll vergangene Nacht in Brüssel gerungen hat, macht. Ein solches Konzept hat Ex-EU-Kommissar Franz Fischler zu Recht eingefordert. Es ist in Wien zu schreiben und wird nicht aus Brüssel diktiert.

 

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