Soll ÖFB-Teamchef Karel Brückner gehen oder gegangen werden? Nimmt man als Gradmesser seine Bilanz und den Stillstand in der Weiterentwicklung beim Team, gibt es nur ein klares Ja. Zieht man aber ins Kalkül, dass alles ist, wie es immer war und am Stillstand andere Schuld tragen, dann könnte man zur Erkenntnis kommen: Es ist egal, wer Teamchef ist.
Der Schuldige am ungebremsten tiefen Fall des heimischen Fußballs ist
Brückner aber nicht. Das sind die Fußballer und ihre Einstellung, das
sind Unwissende in Machtpositionen, das sind ausschließlich auf den
eigenen Profit hin orientierte Manager, ignorante Sesselkleber im
Nachwuchs und Fußballbosse, die von der Materie keine Ahnung haben.
Für sie spielt Geld keine Rolle, wenn es gilt, sich von jeder Schuld
rein zu waschen. Eine sofortige Ablöse von Brückner würde den ÖFB
insgesamt wohl mehr als eine Million Euro kosten. Brückners Abschuss
wäre nur ein weiterer Akt des Selbstbetrugs. Ein kosmetischer Eingriff
in das triste Szenario des heimischen Fußballs ohne jeden nachhaltigen
Therapieeffekt. Ganz nach dem Motto: Operation gelungen, Patient weiter
im Koma. Und die wahren Verantwortlichen für das Dilemma würden
wieder einmal mehr straffrei ausgehen und hätten um den Preis des
gehenkten Teamchefs ihre Pfründe gerettet.


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