Ja mei! Ist ja nur die Kulturvereinigung, die klagt! Ist ja nur ein längst pensionierter Senatsrat, der behauptet, Salzburgs Ruf als Kulturstadt sei gefährdet. Vermutlich werden viele, die vom Alarmschrei Heinz Kliers erfahren, so reagieren und zweierlei hinzufügen: Erstens wird in der Kulturvereinigung 2009 ohnehin alles anders, dann wird Senatsrat Klier von der Dirigentin Elisabeth Fuchs abgelöst. Zweitens gibt es sowieso so viele Konzerte, dass kaum einer weiß, wo er zuerst hin soll: dort Schlosskonzerte, da Stiftung Mozarteum, hier Mozarteum Orchester oder Camerata und jetzt auch das Bachfest.
Trotzdem: Heinz Klier hat mit seinem Warnruf Recht. Das Metier von
Konzerten und Oper ist in argem Zustand. Seit Jahren wird mit
Subventionen geknausert. Anders als in Graz und Linz müssen in Salzburg
die Veranstalter Mieten für Konzertsäle zahlen und so das Fehlen eines
Konzerthauses wettmachen. Folglich droht die Qualität unter das
Mittelmaß zu sacken, oder das Angebot zerfranst zum Sammelsurium ohne
ehrgeizige Dramaturgie, ohne gebündelte Vermarktung. In der Oper ist
es so weit, dass nicht einmal für Verdis „Troubadour", der das
Herzstück der Kulturtage sein sollte, genügend Nachfrage besteht. Das
ist ein Alarmsignal sowohl für den Zustand des Veranstalters als auch
für das kulturelle Klima.


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