Standpunkt

Ausgewählte Kommentare aus der SN-Redaktion zu den Themen des Tages.

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Oktober 2008 Archive

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Selbsterfüllende Prophezeiungen können  eine ökonomische Todesspirale auslösen. Am Ende sind alle am Ende.Die Soziologie kennt das Phänomen der „selbsterfüllenden Prophezeiung". Es handelt sich dabei um eine Vorhersage, die sich erfüllt, weil Einzelne oder ganze Gesellschaften ihr Handeln danach ausrichten. Was unter normalen Umständen  gar nie passieren würde, weil es keinen Grund dafür gibt, tritt plötzlich ein. Wir Menschen glauben gerne an Weissagungen  aller Art. Zumindest unterbewusst  tun wir vieles dafür, dass der angekündigte Zustand  auch tatsächlich eintritt.

 
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Parteien können es offenbar nicht lassen: Das große Versprechen vor Wahlen.

 
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In keinem anderen Land der Welt wäre eine solche Karriere möglich gewesen: Das uneheliche Kind eines schwarzen Ausländers und einer weißen Einheimischen schafft den Aufstieg in die gebildeten Schichten, in die politische Elite  und hat die mächtigste Position in Reichweite, in die ein einzelner Mensch derzeit aufsteigen kann. Oder wie groß könnte man die Chancen einschätzen, dass der Sohn eines Türken in Österreich auch nur in die Nähe einer Kanzlerkandidatur käme?


 

 
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Ein professioneller Verkauf sieht anders aus. Erst wird die notwendige Partnersuche mit der Fehleinschätzung, die AUA könne aus eigener Kraft überleben, jahrelang verschleppt. Dann führt man den Verkauf der defizitären Airline im Eilzugstempo durch. So schnell, dass Bewerber ausscheiden oder auf ein Angebot verzichten müssen - und der Republik nichts anderes übrig bleibt, als einem Käufer noch 500 Mill. Euro Steuergelder in den Rachen zu werfen. Damit hat offenbar niemand der „professionellen Verkäufer" gerechnet. Auch ist keinem von ihnen eingefallen, zügig die EU-Behörden zu informieren. Ob die EU die Finanzspritze bewilligt, ist völlig offen. Ebenso, ob der finanzielle Atem der AUA so lange reicht. Denn die Entscheidung kann Monate dauern. Spätestens jetzt muss die ÖIAG alle ernsthaften AUA-Interessenten noch einmal ins Boot holen. Nur so könnte der Verkauf doch noch einigermaßen gelingen.
 
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Im Kongo nichts Neues. Wieder einmal ist ein selbst ernannter General auf dem Vormarsch. Wieder einmal flüchten Zehntausende Zivilisten - diesmal im Verein mit UN-Blauhelmen und regulärer Armee.
 
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Viel wurde dieser Tage von den Burschenschaften geredet, kaum hingegen vom CV. Das hat einen guten Grund: Wohl zum ersten Mal in der Geschichte der Zweiten Republik sitzen im Nationalrat mehr „Alte Herren" deutschnationaler Burschenschafter als Angehörige des katholischen Cartellverbandes. - Ein Detail, gewiss, aber ein illustratives.
 
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Die Salzburger Landeskliniken sind eine ewige Baustelle. Eine teure noch dazu.
Jahr für Jahr brauchen die Spitäler mehr Geld vom Land. Inzwischen sind es bereits 60 Millionen Euro, die im Budget für die Kliniken reserviert werden müssen. Und die Tendenz ist stark steigend. Geld, das vor allem dafür notwendig ist, um die medizinische Versorgung der Salzburger Bevölkerung auf höchstem Niveau zu garantieren.
 
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Die Autoindustrie ist in Europa eine Schlüsselindustrie. Selbst in Österreich, wo keine eigenen Automarken produziert werden, gehört sie durch die Zulieferindustrie zu den Stützen der Wirtschaft. Doch die Branche fährt in Europa gerade mit Horrorszenarien auf, die das Fürchten lehren (sollen). Gehen nun auch die Autobauer baden? Allerorts wird schon nach Milliardenhilfen gerufen.
 
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Martin Graf ist also III. Nationalratspräsident. Großer Wirbel.
Der Frauenanteil im österreichischen Nationalrats des Jahres 2008 ist ein bisserl mehr als halb so groß wie jener in Ruanda. Kleine Seufzer da und dort.
Dem neuen Nationalrat gehört - sieht man von Norbert Hofer, FPÖ-Mandatar mit leichter Gehbehinderung, ab - kein einziger behinderter Abgeordneter mehr an. Tosendes Schweigen. Der Nationalrat, viel zitierter Spiegel der Gesellschaft, zeigt, wie es tatsächlich um den ebenfalls viel zitierten Selbstvertretungsanspruch mancher Bevölkerungsgruppen steht. Gibt es etwas zu verteilen, dürfen auch Frauen und behinderte Menschen mitmachen. Gibt es nichts zu verteilen, ist sehr schnell kein Platz mehr für sie da.

Keine Rede  mehr davon, dass es womöglich klüger ist, Menschen für Menschen Politik machen zu lassen, die aus eigener Erfahrung wissen: Das sind die Probleme - und so könnten wir sie lösen. Stattdessen: Seufzen, Schweigen, Schulterklopfen. 
Wäre der Nationalrat tatsächlich ein Spiegel der  Gesellschaft, hätten gestern 18 behinderte Abgeordnete, Frauen und Männer, angelobt werden müssen. Dass es gerade einmal einer war, ist eine Schande.
 
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Martin Graf ist nicht geeignet für eines der höchsten Ämter der Republik. Dass er es erreicht, dankt er politischer Unkultur.

Undenkbar, dass in Deutschland jemand zum Bundestagspräsidenten gewählt würde, der laut eigenen Angaben den Gründer einer verbotenen neonazistischen Partei „immer geschätzt" hat; der als „alter Herr" einer schlagenden Burschenschaft angehört, die rechtsextreme Barden einlädt, zu deren Repertoire Spottlieder auf die Opfer des Holocausts gehören; und der diesem „Lebensbund" auch nicht abschwören will.
Im nicht minder historisch belasteten Österreich ist dies nicht nur denkbar, was schlimm genug wäre. Nein, seit gestern ist es Realität, dass ein Mandatar mit diesem weltanschaulichen Hintergrund Dritter Präsident des Nationalrats ist und somit eines der höchsten Ämter der Republik bekleidet. Knapp 70 Prozent der Abgeordneten gaben ihre Stimme dem FPÖ-Abgeordneten Martin Graf. Sie rechtfertigen dies mit dem Hinweis auf die parlamentarischen „Usancen".
 
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Dass Banken auf dem Geld sitzen,   bekommen auch die Gemeinden und dann die Bürger zu spüren.

 
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Israels  designierte Regierungschefin Tzippi Livni ist - so wenigstens  sehen es viele in Israel - gescheitert.  Der Grund?  Die populäre amtierende Außenministerin hat sich geweigert, den mehr oder weniger unverschämten Forderungen einer extrem religiösen Partei nachzugeben. Diese Truppe unter Führung eines greisen Rabbi forderte Millionen für die Kinderbetreuung ihrer Klientel und die Tabuisierung der Stadt Jerusalem bei Friedensverhandlungen mit den Palästinensern.

 
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Die Pechsträhne des FC Bayern München lief parallel mit mit dem politischen Absturz der CSU. Jetzt will der deutsche Fußball-Rekordmeister mit einem  Siegeszug an die Tabellenspitze stürmen.  In ähnlicher Weise setzen die Christsozialen darauf, dass sie mit Horst  Seehofer  ihre Ausnahmestellung in Bayern wiedererlangen können.
Ob die Ballkünstler Fortune haben, ist freilich so ungewiss wie der  politische Erfolg des neuen Steuermanns der CSU.

 

 
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Zwei Hiobsbotschaften für das Lammertal binnen weniger Tage: Die Martin-Bau GmbH in St. Martin am Tennengebirge ist schon in Konkurs geschlittert.  Am Mittwoch meldet die  Schachl Gebirgsholz GmbH in Abtenau die Insolvenz an. Mehr als 140 Mitarbeiter zittern um ihren Job.

 
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Die heiße AUA-Kartoffel liegt wieder bei der Regierung. Der zweite Akt der Privatisierungstragödie beginnt.

 

 


 
 

 
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Der FPÖ-Abgeordnete  Martin Graf prescht  nun,  zwei Tage vor der Abstimmung über ihn als  Dritten  Nationalratspräsidenten,  mit dem Vorschlag vor,  NS-Opfern das Antragsrecht auf Restitutionen unbefristet zuzugestehen.
 
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Die multipolare Welt ist längst eine Realität. Das Treffen der europäischen und der asiatischen Staaten zur globalen Finanz- und Wirtschaftskrise unterstreicht das neuerlich.
Das bisher alles dominierende Amerika kann im Interregnum zwischen zwei Präsidentschaften nicht mehr den Ton angeben. Die EU zeigt sich handlungsfähig vor allem dank der Energie des amtierenden Ratsvorsitzenden Nicolas Sarkozy. Asiatische Aufsteiger wie China und Indien  als  „Schwellenländer" zu bezeichnen,   wirkt überholt; sie sind  globale Spieler.

 

 

 
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Die Zeiten waren schon lustiger. Seit einige Bankmanager  die  Welt mehr oder weniger  verzockt haben, mehren sich auch die negativen Nachrichten aus anderen Branchen. In Salzburg sind es vor allem exportorientierte Industriebetriebe, die Personal abbauen müssen. Trotz  dieser unerfreulichen Meldungen besteht  aber kein Grund zur Panik. Viele Bereiche der Salzburger Wirtschaft laufen noch sehr gut. Der Tourismus rechnet mit einem Rekordwinter, das Gewerbe ist zum großen Teil sehr gut ausgelastet und im Handel ist von einer großen Kaufzurückhaltung der Konsumenten  noch nichts zu merken.


 

 
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Polarisieren und Scheitern

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Mit einem „Last Brunch" im Festivalzentrum geht morgen, Sonntag, der „steirische herbst" zu Ende. Was ist das Bleibende, woran wird man sich in Jahren erinnern? Vermutlich an das radikale Mitmachtheater „Signa", bei dem das Publikum mindestens sechs Stunden lang in eine Psychiatrie eingewiesen wurde. (Fast) nackt ausziehen, Gruppentherapie: all inclusive. Nicht jedermanns Sache, aber spannend. „Signa" polarisierte. Und förderte etwas, was im Eventzeitalter immer seltener wird: Reden über Kunst.
 
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Economics. What else?

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Warum der kürzlich mit dem Nobelpreis ausgezeichnete Paul Krugman Ökonom wurde, erklärte er selbst einmal so: „Die Wahrheit ist, Nationalökonomie macht Spaß." Auf die aktuelle wirtschaftliche Situation übertragen, ist man versucht zu sagen:  Ökonomen haben manchmal einen recht eigenartigen Humor.
 
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Der AUA-Verkauf  wurde  von  Politik, ÖIAG und Airline-Management vermurkst. Zum Handkuss kommt der Steuerzahler. Also, wenn das keine Erfolgsmeldung ist.

Austrian Airlines gaben am Freitag  bekannt,  dass sie mit 31. Oktober  den Treibstoffzuschlag für Kurz- und Mittelstreckenflüge um drei Euro von 27 auf 24 Euro senken werden.  Ansonsten gibt es ja wenig Erfreuliches von der  schwer ins Trudeln geratenen rot-weiß-roten Luftlinie  zu berichten. Was sich in den letzten Tagen, Wochen und Monaten  rund um AUA abgespielt hat, ist ein einziges Trauerspiel. Und ein Lehrstück noch dazu, wie man es nicht machen soll. Was im Bermuda-Dreieck AUA-Management, Staatsholding ÖIAG und Politik vermurkst wurde, ist schon abenteuerlich. Lange Zeit gab man sich der Illusion hin, die Airline könnte   allen wirtschaftlichen Daten und dem Umfeld in der Luftfahrtbranche zum Trotz allein überleben. „Die AUA ist saniert", posaunte Konzernchef Alfred Ötsch noch im Frühjahr hinaus.


 

 
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In der Nacht von Montag auf Dienstag schläft es sich besonders gut.  Denn nach 45 Minuten sind   bei   CSI Miami   selbst die spektakulärsten Morde aufgeklärt.
 In der  lokalen Realität sieht  die Welt anders aus. Gott sei Dank passieren nur selten Morde.  Oft genug  lassen „normale" Todesfälle aber  Fragen  offen. Im  Zusammenspiel      der Kräfte läuft es   bei solchen  Ermittlungen offenbar nicht rund.   
 
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Der Weg, den die Volksrepublik China in die Welt der zivilisierten Staaten  zurücklegen muss, ist noch weit. Peking hat offenbar erhebliche Probleme damit, sich in die internationale Staatengemeinschaft einzufügen. Dies hieße ja auch, auf das zu hören, was andere an Kritik, an Anregungen vorzubringen haben. Am Fall der internationalen Aufmerksamkeit, die der chinesische Menschenrechtsaktivist Hu Jia genießt, demonstriert das Regime der Volksrepublik China, dass es sich nicht um die Meinung anderer scheren will.
Hu Jia macht aufmerksam auf Unzulänglichkeiten chinesischer Politik. Er setzt sich ein für Aidskranke, er kämpft für den Schutz der Umwelt und übt Kritik daran, dass Chinas Obrigkeit sich nicht als Dienerin für die Bevölkerung versteht, sondern als deren Herrin. Mit anderen Worten, Hu Jia stellt  die Machthaber in Peking als das dar, was sie sind: Absolute Herrscher in einer Tradition, die im 21. Jahrhundert längst überwunden sein müsste.
 
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Die Liste der Versäumnisse bei der AUA ist lang. Schuld sind nicht Finanzkrise und Ölpreis, sondern Politik und Management.

 

 

 
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Gierige  Banker sind bisher als die Hauptschuldigen der Finanzkrise dargestellt worden. Aber auch Politikversagen hat diesen Scherbenhaufen angerichtet.

 
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Aua! Einen schlechteren Zeitpunkt finaler Verkaufsverhandlungen könnte es für die heimischen Austrian Airlines nicht geben. Finanzkrise, Wirtschaftsflaute, Buchungsrückgänge, Gewinnwarnung: Unter diesen fatalen Voraussetzungen endete am gestrigen Dienstag die erste Angebotsfrist für die weitere Privatisierung der AUA. Rechneten  die meisten Beobachter mit einem Duell zwischen dem Star-Alliance-Partner Lufthansa und Air France-KLM, kam es am Nachmittag zum Knalleffekt.
 
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Es gibt Themen, die haben sicher mehr Sex. Trotzdem ist es einen Versuch wert, Sie geehrte Leserin, Sie geehrter Leser für den Ausbau von Bus und Bahn zu interessieren. Zugegeben: Das Image der öffentlichen Verkehrsmittel belebt nicht gerade die Sinne. Und selbst die heißeste  Turbo-Lok schafft es auf der nach oben offenen Begeisterungsskala nicht annähernd, einen mittelmäßigen Flitzer aus irgendeiner Autofabrik zu schlagen.
 
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Das ist beruhigend: Heinz Schaden ist ein Befürworter der Charta der Menschenrechte. Trotzdem hat der Bürgermeister genau diese Charta am Montag überraschend von der Tagesordnung des Stadtsenates gestrichen. Selbstverständlich mit einem plausiblen Grund: Die ÖVP ist schuld.
 
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Rechtsstaatlichkeit hat ihren Preis. Das kann man so oder so sehen. Was ist rechtsstaatlicher - durch den Einsatz „unorthodoxer Mittel", wie es die Kronzeugenregelung mit ihrer Belohnung  für „Verräter" aus kriminellen Geflechten darstellt, Straftaten aufzuklären, die anders nie hätten aufgeklärt  werden können? Oder, statt auf dem Altar der Zweckmäßigkeit zu opfern,  eisern am Legalitätsprinzip festzuhalten und damit  Ungleichbehandlung  von Personen  zu verhindern, die womöglich gleiche Schuld auf sich geladen haben?
 
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Banken, die Kapital vom Staat erhalten, verlieren das Gesicht, Manager viel Geld. Wenn das so bleibt, verlieren am Ende alle.Er glaube nicht mehr an die Selbstheilungskräfte des Marktes. So tönte Josef Ackermann,  Vorstandschef der Deutschen Bank, im Frühjahr. Jetzt, da der Staat den Banken zu Hilfe eilt, posaunt der selbe Herr Ackermann hinaus, dass die von ihm geführte Bank nun wirklich keine Hilfe vom Staat nötig habe. Andere schon, aber die Deutsche Bank nicht. „Ich bin Purist, ich würde mich schämen, wenn wir in der Krise Staatsgeld annehmen würden." Das ist purer Unsinn.


 

 
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Am Ende stand ein 4:3-Auswärtssieg. Ende gut, alles gut? Das Resultat betreffend: Ja.  Das Spiel betreffend: Jein. Letztlich  hatte es Salzburg  einem Traumtag von Marc Janko und seinen vier Toren zu verdanken, dass es den Platz als Sieger  verlassen konnte.

 

 
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Andrew Lahde zählt zu den wenigen Fondsmanagern, die die Kreditkrise reich gemacht hat. Er hat rechtzeitig mit  Finanzwetten auf das Platzen der Immobilienblase reagiert. Schön für ihn.  Wirklich bemerkenswert ist jedoch sein Abgang aus der Finanzwelt. 
 
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Sie war ein Staatsakt,  die Verabschiedung  von Jörg Haider. Lang und breit wurde   am  Samstag  vor allem über das Vermächtnis des  Kärntner Landeshauptmannes fabuliert.      
 Wenn es so ein Vermächtnis geben sollte, dann lautet es ganz klar: Fahre niemals betrunken mit dem Auto.  Wie fatal eine Alkofahrt enden kann, bekam Österreich am Beispiel   der   Todesfahrt von Jörg Haider drastisch  vor Augen geführt. 
 
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Die Finanzkrise schafft neue globale Kräfteverhältnisse. Ein seit einiger Zeit erkennbarer Trend verstärkt sich: Die singuläre Stellung der USA ist zu Ende; Amerikas Macht wird geschmälert durch das Aufkommen neuer Mitspieler. Amerikaner und Europäer  sind nicht mehr in der Lage, die Spielregeln für die Welt allein  zu bestimmen. Asiatische Aufsteiger  oder finanzstarke Araber wollen  politisch mitreden.
 
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Auf den ersten Blick sieht die Sache eindeutig aus: Lewis Hamilton kommt mit sieben Punkten Vorsprung zum Heimspiel seines einzig verbliebenen WM-Rivalen Felipe Massa nach Saõ Paulo. Die theoretisch nötigen vier Punkte zum Titelgewinn (im Falle eines Massa-Sieges) sollten dem Briten nicht schwer fallen. 
 
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 Auf den Überlandstraßen in Salzburg sollen Zebrastreifen nach und nach abgeschafft werden. Stattdessen werden Fußgängerinseln in der Straßenmitte errichtet. Das Ziel: die Fußgänger sollen wieder mehr auf sich selbst aufpassen. Der Grund: die rücksichtslosen Autofahrer, die den eindeutigen Vorrang der Fußgänger auf den Schutzwegen schlicht und einfach nicht beachten.

 
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In politischen Turbulenzen schlägt die Stunde der Exekutive.  Verunsicherte Wähler sammeln sich hinter dem Regierungschef. Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel etwa tritt als entschlossene Krisenmanagerin auf. Daher steigen in der Finanzkrise die Zustimmungswerte für CDU/CSU.  Aber wenn nach der kurzfristigen Rettungsaktion für die Banken die Politik für die Welt danach neu justiert werden muss, könnte sich leicht erweisen, dass die Position der SPD gestärkt ist.
 
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Es ist schon lange her, dass vor einer Präsidentschaftswahl  einer der Kandidaten in Umfragen so klar voran lag wie Barack Obama. Drei direkte Konfrontationen vor einem nach Millionen zählenden Fernsehpublikum haben den Trend, der Obama seit Monaten im Vorteil sieht, nicht ändern können - im Gegenteil: Der schwarze, junge Senator aus Illinois musste in der Auseinandersetzung mit dem weißen, erfahrenen Senator aus Arizona lediglich Fehler vermeiden. John McCains Angriffe verpufften.
 
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Eine Ära ist zu Ende. Die Politik ist verblüfft. Beinahe über Nacht ist die Wirtschaftselite, nach eigenem Dafürhalten die Oberschicht die Nation, über Bord gegangen. Zurück am Ruder blieb die Politik. 
 
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 Dass das Sicherheitsnetz für die heimischen Banken  seine erste Bewährungsprobe bestehen muss,  bevor es noch im Parlament beschlossen wurde, hätte wohl niemand gedacht. In Zeiten wie diesen ändern sich die Dinge allerdings rasant und so  wurde die kleine Constantia Privatbank (CPB) zum Testfall Nummer eins.
 
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Erstmals ist bei uns kein Mitläufer,  sondern ein Star aufgeflogen - das sollte vielen zu denken geben.

 

Der Abgang war ebenso stillos wie das Gezerre davor: Nur ausgewählte Medien und der Staatsfunk durften bei Bernhard Kohls Dopinggeständnis  unter Tränen dabei sein. Medien, die sich kritisch mit diesem Thema auseinander setzen, wie auch  diese Zeitung, waren nicht geladen. Danke. Wir nehmen es als Auszeichnung.

 
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Manfred Perterer befragt die SN-Redakteure wie sie ihr Geld schützen, und mit der Finanzkrise umgehen.
 
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Jetzt liegt es da, das Hilfspaket der Regierung, und keiner will auch nur dran anstreifen. Einige Banken haben sich zumindest durchgerungen, zu sagen, dass sie Garantien für Interbankdarlehen in Anspruch nehmen werden. Aber Eigenkapital vom Staat? Pfui, wie grauslich! Der starke Mann im Raiffeisensektor, Christian Konrad, wird sogar mit der Aussage zitiert, dass man sich „nur über meine Leiche" Eigenkapital vom Staat besorgen werde. Angesichts der Machtverhältnisse bei Raiffeisen ist klar, dass die Giebelkreuzler damit aus dem Spiel sind. Gut für die anderen.

 
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Drei Debatten, ein Sieger: Barack Obama hat den Wohlfühltest bestanden. Mit einem Lächeln steckte er die Attacken John McCains auch in der letzten Präsidentschaftsdebatte weg und ließ den Republikaner im wahrsten Sinne des Wortes „alt" aussehen.


 

 
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Die späte Reaktion Europas auf die Finanzkrise zeigt die Schwäche der EU-Kommission, daher darf Barroso bleiben.

Beim EU-Gipfel richteten die Staats- und Regierungschefs ihr Augenmerk völlig zurecht auf globale Lösungen, die für eine Neuordnung der internationalen Finanzwelt nötig sind. Im höchsten Gremium der Union wurde noch eine Krisenfeuerwehr für den Finanzmarkt beschlossen, und monatliche Treffen sollen dafür sorgen, dass die nationalen Finanzmarktaufsichtsbehörden enger kooperieren. Wenig überraschend, übernahmen auch die Länder, die nicht der Eurozone angehören, nun jenes Modell, das ausgerechnet der britische Premier Gordon Brown zur Rettung der Banken auf dem Kontinent serviert hatte.

 
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Landeshauptmann Jörg Haider war also nicht nur viel zu schnell   unterwegs, als er am vergangenen Wochenende im Süden von Klagenfurt in den Tod raste. Er war auch stockbetrunken. Das ändert nichts an der Tragödie für Familie und Land, wirft aber Fragen  auf. Etwa die nach dem  sorglosen Umgang von Politikern mit dem Thema Alkohol am Steuer. Da wird öffentlich Wasser gepredigt und heimlich Wein getrunken.

 
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Obwohl es schon einige Zeit her ist, dass Salzburg in Guatemala-City von den Damen und Herren des Internationalen Olympischen Komitees mehr oder weniger in die Wüste geschickt wurde, nimmt die Diskussion um die Bewerbung kein Ende. Verantwortlich dafür sind Berichte des städtischen Kontrollamtes und des Landesrechnungshofes, die das Thema erneut aufgekocht haben.  Einiges, das  in diesen beiden Papieren  enthalten ist, regt durchaus zum Nachdenken an.   Etwa, dass es zwei Rechnungskreisläufe gab, von denen nur einer wirklich überprüft werden kann, oder dass für die Gagen der Geschäftsführer deutlich mehr ausgegeben wurde als bei der ersten Bewerbung.

 
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Die Finanzkrise hält uns im Bann. Höchste Zeit, über die Zukunft nachzudenken. Zum Beispiel über weniger Steuern auf Arbeit. Nichts bewegt die Menschen derzeit mehr als die Frage, wie sehr sie von der Finanzkrise persönlich betroffen sind  oder sein werden. Verdenken kann man es ihnen angesichts der vielen Hiobsbotschaften nicht. Doch die Lage an den Finanzmärkten wird sich irgendwann normalisieren, die Folgen der Finanzkrise werden alle aber noch lange spüren.


 

 
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Stimmt schon, die ganze Sache ist kompliziert. Das Tempo auf der Tauernautobahn wird neu geregelt - und muss auch überwacht werden. Da braucht es das Land,  das Verkehrsministerium, die Polizei, die Asfinag. Alle reden miteinander, es kann Missverständnisse geben. Gab es auch.
Jetzt muss die Temporegelung neu  um einen Monat verschoben werden. Eigentlich halb so wild.
 
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Nach monatelangen Warnungen hat der ÖAMTC jetzt Ernst gemacht und will aus der Flugrettung aussteigen. Für das jährliche Defizit von knapp fünf Millionen Euro könnte man jeweils einen neuen Rettungshubschrauber anschaffen. Aber Notarzthelikopter gibt es schon sehr viele. Zu viele, wie die Krankenkassen immer wieder betonen. Sie wollen nicht einsehen, warum ein nur leicht verletzter Patient geflogen werden muss und sie dann zahlen müssen. Diese Ablehnung ist ebenso nachvollziehbar wie das Argument des ÖAMTC, er könne im Vorhinein gar nicht beurteilen, ob ein Rettungsflug medizinisch notwendig sein wird. Er bleibe jedenfalls auf den  Kosten sitzen.


 

 
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So schnell kann es gehen. Noch vor einem Monat berichtete die Nationalbank über ein anhaltend starkes Interesse an Fremdwährungskrediten. Jetzt steht diese in Österreich besonders beliebte Finanzierungsform vor dem Aus. Die Finanzmarktaufsicht hat den Banken empfohlen, vorerst keine neuen Fremdwährungskredite an Private zu vergeben.
 
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Österreichs Sportfans wurden  einer Illusion beraubt, einer wunderschönen. Sie glaubten, der Radrennfahrer Bernhard  Kohl habe bei der heurigen Tour de France mit fairen Mitteln eine außergewöhnliche, ja sensationelle Leistung erbracht. Sie glaubten das, obwohl die  unglaubliche Leistungsexplosion  innerhalb eines Jahres eigentlich  durch nichts anderes als mit der  Verabreichung verbotener Substanzen zu erklären war.   Aber das wollte hier zu Lande niemand wahr haben.  Allen voran die  heimischen Sportjournalisten, die eigentlich am besten Bescheid wissen sollten. Sie  hatten  Kohl  für die Auszeichnung „Sportler des Jahres 2008" vorgeschlagen. Diesen Ehrentitel hat  der Bergkönig und Gesamtdritte der heurigen  Tour de France  gründlich verwirkt. Denn seit Montag  ist offenkundig,  der  gelernte Rauchfangkehrer radelte auf einer krummen Tour. Er ist kein Saubermann, er hat Dreck am Stecken.
 
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Der Staat hilft den Banken aus.  Gut so. Aber jetzt müssen die auch ihren Kunden helfen.

Mark Twain hielt mit seiner Meinung über das Geldgewerbe nicht hinter dem Berg. Ein Banker sei ein Kerl,  der seinen Schirm verleiht,  wenn die Sonne scheint, und ihn sofort zurück haben will, wenn es zu regnen beginnt, schrieb der amerikanische Schriftsteller. Nun sind es die Banken selbst, die einen Schirm brauchen, um sich vor dem Gewitter zu schützen, das sich  auf den Finanzmärkten entlädt. Die Staaten müssen diesen Schutzschirm aufspannen.  Es hat lange gebraucht, bis sie sich dazu durchgerungen haben, aber sie haben es getan. Hoffentlich war es rechtzeitig.

 
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"Toll, wie Du das schaffst." Frauen, die einen Elternteil oder ihren Partner pflegen, kennen diesen Satz zur Genüge.  Manchmal ist er ein Alibi,  manchmal bringt er ernst gemeinte Anerkennung zum Ausdruck. Aber Anerkennung alleine nützt pflegenden Angehörigen nichts.

 
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Der Staat hilft den Banken aus. Gut so. Aber jetzt müssen die auch ihren Kunden helfen.
 
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Mit dem Start der Koalitionsverhandlungen ist dem  ÖVP-Chef der Applaus des Publikums sicher. Und der Groll vieler in seiner Partei.  Jetzt kann es schnell gehen: Josef Pröll will sich heute Abend im ÖVP- Parteivorstand die Aufnahme der Koalitionsverhandlungen mit der SPÖ absegnen lassen. Die wartet nur darauf. Daher ist es gut möglich, dass es tatsächlich noch vor Weihnachten eine neue  Regierung geben wird. Was so eine internationale Bankenkrise alles auslösen kann!

 
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Im 68-jährigen Karel Brückner sahen die ÖFB-Macher im Sommer dieses Jahres den richtigen Mann für die Nationalmannschaft. Als das Team dann auch noch die Franzosen im ersten WM-Qualifiaktionsspiel mit 3:1 nach Hause schickte, waren alle aus dem Häuschen. Da wurde Österreich schon als die große Mannschaft der Zukunft gefeiert und Teamchef Karel Brückner als der große Heilbringer des österreichischen Fußballs.
Es folgte der tiefe Fall. Nach dem 3:1 gegen Frankreich kam das 0:2 in Litauen. Und jetzt dieses blamable 1:1 gegen eine Färöer-Truppe. Die letztgenannten Gegner gehören wahrlich nicht zum Besten, das der europäische Fußball zu bieten hat.
 
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Nach wie vor steht Österreich unter Schock. Der jähe Tod von Jörg Haider hat uns allen dramatisch vor Augen geführt, wie schnell es gehen kann. Wenn jemand, der uns seit 20 Jahren durch das öffentliche Leben begleitet, also praktisch immer schon da war, plötzlich tragisch verunglückt, dann macht uns das besonders betroffen. Wohl auch, weil wir uns angesichts solcher Tragödien fragen, wie lange wir selbst noch zu leben haben. Und weil wir uns vor nichts mehr fürchten, als dass es uns auch einmal so kalt erwischen könnte - ohne jeden Übergang, von einer Sekunde auf die andere, ohne Abschied, in der Einsamkeit einer nächtlichen Landstraße, mitten aus dem prallen Leben in den Tod.
Diese tragischen Umstände bringen die Menschen, vor allem in Kärnten, ihrem Landeshauptmann noch näher. Egal, ob sie ihn gemocht haben oder nicht. Wobei es ohnehin schwierig war, den Menschen Jörg Haider abseits seiner politischen Aktivitäten nicht zu mögen. Diejenigen, die ihn aus politischen Gründen nicht akzeptieren konnten oder wollten, haben sich am Besten von ihm fern gehalten. Es bestand akute Anziehungsgefahr. Haider  war nämlich ein Menschenfischer. Er hat die Sprache der Bürgerinnen und Bürger gesprochen.

 
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Wohlverdient ist der Friedensnobelpreis für den geschickten Vermittler Martti Ahtisaari. Auch mit seinem ausgewogenen Kosovo-Plan hat der Finne den Weg aus einer verfahrenen Situation gewiesen. Nur weil Russland nicht an einer konstruktiven Lösung interessiert war, ist daraus ein internationaler Streit entstanden.
Hohl klingt die russische Kritik an der Entscheidung des Nobel-Komitees, seitdem Moskau völlig schiefe Parallelen zwischen dem singulären Fall Kosovo und dem Georgien-Konflikt gezogen hat. Nach dieser Polit-Pirouette der Kremlgewaltigen setzen nicht einmal die Kosovo-Serben mehr auf Russland, sondern mittlerweile auf die EU. Dass jetzt auch Serbiens Nachbarn Montenegro und Mazedonien die Unabhängigkeit des Kosovos anerkennen, spricht für Ahtisaaris Ansatz.

 
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Die grüne Bürgerliste hat in der Stadt eine Hochburg und trotzdem große Sorgen. Der Schutz des wertvollen Grünlands ist in Zeiten, in denen viele Menschen täglich um das finanzielle Über-die-Runden-Kommen kämpfen, kein Wahlschlager. Padutsch und Co. müssen trachten, von der Konkurrenz nicht als Verhinderer ins Eck gestellt zu werden. Das größte Sorgenkind aber ist die Jugend, die den lauten und einfachen Parolen von rechts folgt. Die Grünen, zumindest ihre „Macher" wie Helmut Hüttinger haben es jetzt erkannt: Sie müssen sich der Realität stellen, den Konflikten zwischen - noch - fremden Kulturen. In der Schule, am Lehrplatz, beim Fußball, auf den Straßen, in Jugendzentren und Lokalen.
 
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Österreichs Team spielt wieder Fußball. Und es ist wieder dasselbe Theater: Jeder erwartet wie immer einen Sieg. Egal, gegen wen. Als ob Siege im Fußball die einfachste Sache für  die Österreicher wären. Aber gleichzeitig geht die Angst vor einer Blamage um. Wie das 0:1  gegen Färöer nach der WM 1990 eine war. Immerhin war das ein Jahrhundertspiel. Wenn auch im negativen Sinn. Wie auch immer: Jahrhundertspiel bleibt eben Jahrhundertspiel. So viele gab es für Österreich nun auch wieder nicht.

 
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Ausgerechnet die wildesten Neoliberalen rufen jetzt in der verheerenden Krise nach der rettenden Hand des Staates.

Erschüttert nehmen wir in der aktuellen Finanzkrise zur Kenntnis, dass eine Mischung aus Dummheit, Gier und krimineller Energie in der Lage ist, unser ganzes Weltwirtschaftssystem aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Zorn der Betroffenen - ob geprellte Anleger oder bedrängte Kreditnehmer - richtet sich gegen die gierigen Manager von Finanzinstituten und gegen jene Politiker, die jetzt die unangenehme Aufgabe haben, zu retten, was zu retten ist, um größeren Schaden zu verhindern.

 
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Im Koffer fürs Wochenende in Wien ist kein zweites Paar Schuhe, kein zweiter Blazer, keine Wolljacke. Alle Kleidungsstücke, alle Gegenstände im Gepäck sind je nach Wetterbericht und Terminkalender  aufs Minimum berechnet, damit der Schleppschmerz gering bleibt. Alles wäre leicht, wären da nicht die Bücher!

 
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Sie werden nicht zu Unrecht als das Rückgrat der heimischen Wirtschaft bezeichnet: die Klein- und Mittelbetriebe, kurz KMU genannt. Während Großkonzerne bei rauem Wind  globaler reagieren können und notfalls Politiker zur Hand haben, die dabei helfen, dass das Flaggschiff    in ruhigere  See steuert (oder das zumindest versprechen),  leiden die „Kleinen"   leise.  Vor  allem dann, wenn sie  in ihrer Bank vorstellig werden, um einen Kredit für  eine notwendige Investition aufzunehmen und zur Kenntnis nehmen müssen, dass Kredite teurer geworden sind. 

 

 
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Braucht Österreich jetzt „Österreich-Gespräche" zwischen allen Parteien? Nein. Braucht Österreich jetzt „Vorbereitungsgespräche" zu Regierungsgesprächen? Nochmals Nein.
 
Was Österreich jetzt braucht, ist eine nationale Kraftanstrengung, um die Auswirkungen der internationalen Finanzkrise auf das Land so gering wie möglich zu halten. So richtig die Erhöhung der Einlagensicherung war und so richtig der Plan eines Konjunkturpakets ist: Beides sind kurzfristige Maßnahmen, die nicht genügen werden. Mehr aber kann die alte, nur noch interimistisch arbeitende Regierung nicht leisten.
 

 
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Das kann nur ein Zufall sein. Am Montag haben die Salzburger Parteichefs über ein Fairnessabkommen verhandelt. Unter anderem des Inhalts, dass die Zahl der Großplakate beschränkt oder ganz auf diese verzichtet werden sollte. Es gab keine Einigung. Das Misstrauen war zu groß.

 
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Die Entscheidung, Jean-Marie Gustave Le Clézio mit dem Literaturnobelpreis zu würdigen, zeugt für guten Kunstverstand. Le Clézio! Jean-Marie Gustave Le Clézio! - „Bitte wie? Nie gehört. Keine Ahnung.  Wer ist das?"  So oder ähnlich lauteten Donnerstagmittag die Reaktionen vieler Menschen (einschießlich Marcel Reich-Ranicki, siehe Seite 11, ausgenommen Nicolas Sarkozy und vieler Franzosen),  als sie erfuhren, dass der 68-jährige französische Schriftsteller Jean-Marie Gustave Le Clézio den Nobelpreis für Literatur erhalten wird.

 

 
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Die Zentralbanken haben ein klares Signal gesendet, dass sie alles tun werden, um eine weitere Verschärfung der Finanzkrise zu verhindern. Die konzertierte Zinssenkung der führenden Notenbanken, allen voran der  amerikanischen Fed und der  Europäischen Zentralbank, soll helfen, dass die Finanzkrise die Realwirtschaft  nicht zu sehr  in Mitleidenschaft zieht.

 
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Die Konfrontation von John McCain und Barack Obama im Fernsehen hat vermutlich vielen Amerikanern Hinweise für ihre Wahlentscheidung gegeben. Es gab - gemäß einer Reihe von Umfragen - einen klaren Vorteil für Obama, der ohnehin schon in den Meinungsumfragen führt.

 
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 Die Welt erlebt eine Finanzkrise wie seit Jahrzehnten nicht, und die EU vermittelt wieder einmal den Eindruck, als bringe sie keine gemeinsame Antwort zusammen. Das ist umso betrüblicher, als führende Köpfe in Regierungen, Notenbanken und EU-Kommission längst unverhohlen davon sprechen, dass es nicht weniger als den Kollaps des Systems zu verhindern gilt.
 
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Die Finanzkrise hat das Wahlrennen in den USA komplett verändert. Nicht mehr der Kampf gegen den Terror und der Irak-Krieg sind die dominierenden Themen. Für die Bürger geht es  um Jobs, Häuser und Steuern - wieder um die Wirtschaft also. Barack Obama liegt vorne, weil ihm mehr Menschen zutrauen, das Land auf einen neuen Kurs zu bringen. John McCain hingegen ist ins Hintertreffen geraten.

 
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Ja mei! Ist ja nur die Kulturvereinigung, die klagt! Ist ja nur ein längst pensionierter Senatsrat, der behauptet, Salzburgs Ruf als Kulturstadt sei gefährdet. Vermutlich werden viele, die vom Alarmschrei Heinz Kliers erfahren, so reagieren und zweierlei hinzufügen: Erstens wird in der Kulturvereinigung 2009 ohnehin alles anders, dann wird Senatsrat Klier von der Dirigentin Elisabeth Fuchs abgelöst. Zweitens gibt es sowieso so viele Konzerte, dass kaum einer weiß, wo er zuerst hin soll: dort Schlosskonzerte, da Stiftung Mozarteum, hier Mozarteum Orchester oder Camerata und jetzt auch das Bachfest.  

 
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Waren das noch Zeiten, als ein Polizist per se als  Verkörperung der Untadeligkeit galt: „Schau, da geht der Herr Wachmann!" Der überschießenden Autoritätsgläubigkeit   vergangener Jahrzehnte folgte der Versuch, die Polizei zum Sympathieträger zu stilisieren:   Doch  missglückte Amtshandlungen und Affären kontrastieren  allzu oft das Bild vom  „Freund und Helfer" als graue Theorie - und die Öffentlichkeit ist da hoch empfindlich.
 
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In der Finanzkrise ist rasches Handeln gefragt. Politiker sollten sich aber nicht von der Panik der Börsianer anstecken lassen. Im Regelfall müssen sich Politiker den Vorwurf gefallen lassen, sie schöben überfällige Entscheidungen zu lange vor sich her. Das ist dieser Tage anders.
 
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Fußball vom Feinsten - und das  in der heimischen Bundesliga. Verantwortlich dafür zeichneten  Vizemeister Red Bull und Meister Rapid Wien.  Beide Mannschaften  suchten den  direkten Weg zum Tor: Salzburg mit druckvollem Spiel,  die Wiener mit schnell vorgetragenen  Angriffen. Kein  Wunder, dass daher beide Abwehrreihen nicht selten   gehörig ins Schwitzen kamen.  Das  lag vor allem  an den starken Offensivkräften auf   beiden Seiten und nicht an den Schwächen in der Abwehr. Weil beide Teams tolle  Chancen verjuxten, endete die  Partie nur mit 1:0 für Salzburg.

 
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Herman Verwilst hat den belgisch-niederländischen Finanzkonzern Fortis drei Monate lang geführt,   dafür bekam er eine Abfertigung  von fünf Millionen Euro. Fortis kann jetzt nur mit   Staatsgeldern in Milliardenhöhe überleben. Herr Verwilst dient  hier freilich nur als kleines Beispiel. Die  Gier unfähiger Chefs, die auch noch  Millionenabfertigungen einstreiften, hat das Weltfinanzsystem an den Rand des Totalkollapses gebracht. Und nun  fragen  nicht mehr nur  Frau und Herr Maier nach den  Konsequenzen für die Akteure.   

 
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Schon rund ein Drittel der Immigranten, die in Italien an Land gehen, stellen Asylanträge und haben auch wachsende Chancen, akzeptiert zu werden oder wenigstens aus humanitären Gründen in Italien bleiben zu dürfen.  Unter vierzehntausend Antragstellern im vergangenen Jahr wurde immerhin achttausend ein sicherer aufenthaltsrechtlicher Status zugebilligt. Auch wenn Italien kein eigenes Asylrecht hat, so kann es doch nicht hinter den rechtlichen Standard der Genfer Konvention zurückfallen.

 
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Die Große Koalition ist tot, die Ausgrenzungspolitik ist tot.  Leider  wissen sie es nur noch nicht.Schade, dass wir die nächsten zwei Monate nicht überspringen können. Denn wer die Zeit nach der Wahl 1999 in Erinnerung hat, weiß genau, was jetzt kommt: massive Druckausübung auf die ÖVP,   noch einmal in die soeben abgewählte Große Koalition einzutreten.

 
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Das Thema Ausländer beherrscht seit Jahren die politische Diskussion. Auch in Salzburg.  Erst im vergangenen Wahlkampf wurde von etlichen Parteien  versucht, mit ausländerfeindlichen Parolen Stimmung zu machen, vor allem gegen   Menschen, die aus islamischen Staaten kommen.


 

 
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Die freundlichste Interpretation ist die: Gabi Burgstaller und Wilfried Haslauer stehen - wie viele Salzburgerinnen und Salzburger - seit dem Ergebnis der Nationalratswahl unter Schock. Sie wissen zwar, dass sie Handlungsbedarf haben. Sie sind aber noch nicht handlungsfähig.
 
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 Das Geschäft boomt. Die Wachstumsraten sind gewaltig, die Einnahmen fantastisch, das Risiko minimal. Die Piraterie vor den Gestaden des zerfallenen Staates Somalia ist die seegestützte Variante des von den Warlords an Land betriebenen Banditentums - mit dem Unterschied, dass es mittlerweile international lästig wird. So darf vermutet werden, dass die Party langsam enden wird.


 
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Standpunkt Das Rennen der "Running Mates", so heißen in den USA die Kandidaten für die Funktion des Vizepräsidenten, ist meist uninteressant und von wenig Belang. Kein noch so brillanter "Running Mate" hat je einem schwachen Kandidaten ins Weiße Haus verholfen, kein noch so schlichter und einfältiger Vizekandidat hat je einen starken Anwärter vom Weißen Haus fern gehalten.


 
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Es wird für die SPÖ und mehr noch für die ÖVP in Salzburg Zeit aufzuwachen. Durchtauchen bis zum 1. März 2009 ist nicht das Mittel der Wahl.
 
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Alexander Van der Bellen hat sich am Freitag wahrscheinlich selbst den größten Gefallen getan. Der 64-Jährige ist nach elf Jahren an der Parteispitze, nach vier Nationalratswahlen und tausenden gerauchten Zigaretten als Chef der Grünen zurückgetreten. Eine logische, wenn auch überraschende Entscheidung nach den Verlusten bei der Nationalratswahl und der bitteren Erkenntnis, dass es wieder nichts werden wird mit der grünen Regierungsbeteiligung.
 
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Der Wahlkampf dauert noch einen Monat, doch Barack Obama dürfte die besseren Karten haben. Freilich gerät er nun die Rolle dessen, der keinen Fehler machen darf. Bleibt er gelassen, ist ihm der Einzug ins Weiße Haus nur schwer zu nehmen.
 
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Wohl in keinem anderen Wirtschaftszweig spielt das Vertrauen eine so große Rolle wie in der Finanzbranche. Die Anleger vertrauen darauf, dass die Banken ihre Spareinlagen ordentlich verwalten. Sie vertrauen darauf, dass ihnen Produkte verkauft werden, die halten, was versprochen wird. Die Kreditnehmer vertrauen darauf, dass die Bank ihr Darlehen ordentlich abwickelt.

 
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SPÖ und ÖVP haben bei der Wahl am vergangenen Sonntag die größte Schlappe in ihrer Geschichte eingefahren. Noch haben sie daraus nicht viel gelernt.   Denn nicht die heraufziehende Weltwirtschaftskrise mit ihren Auswirkungen auf Österreich und seine Steuerzahler steht im Mittelpunkt der Debatte. Auch nicht die notwendige Reorganisation der beiden einstigen Großparteien. Beide  haben  den Kontakt zum Großteil der Bürger ja längst verloren. Nein. Darüber zerbrechen sich die wenigsten in SPÖ und ÖVP  derzeit den Kopf.

 
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Er ist kläglich gescheitert: Der Versuch, Stadt und Land Salzburg unter einer gemeinsamen Dachmarke zu vereinen. Allzu vordergründig zielte diese Initiative auf die touristische Vermarktung der Region. Plakativ und austauschbar geriet der Slogan „feel the inspiration". Viel zu wenig wurde darauf Bedacht genommen,  dass Stadt und Land eine Zweieinigkeit sind: eins, aber doch zwei - zwei, aber doch eins.
 
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 Journalisten und Leser - das ging nicht immer gut zusammen. Heute schon. Als ich Anfang der 80er Jahre in den Journalismus eingestiegen bin, habe ich von  Kolleginnen und Kollegen immer wieder  abschätzige Bemerkungen über unsere Kunden gehört. „Mein Feind, der Leser", hat  einer gemeint und seine Haltung sinngemäß damit untermauert, dass Leser in der Regel lästig  und aufmüpfig seien, bei der Arbeit störten, eine eigene Meinung hätten,  zur Unzeit anriefen und unnütze Ratschläge erteilten.

 
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Die Wahlzuckerln sind verteilt. Doch so gut sie für kurze Zeit schmecken mögen, die Chance ist groß, dass die Politiker den Bürgern damit bloß den nächsten Besuch beim der Zahnarzt der Republik, also dem Finanzminister, eingehandelt haben. Wer immer diesen Job übernehmen wird, findet ein um einen Prozentpunkt höheres Defizit im Staatshaushalt vor. Damit werden die Maßnahmen, die eigentlich die Schmerzen wegen der hohen Teuerung lindern sollten, die Bürger noch teuer zu stehen kommen.

 
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Noch immer scheint die CSU im Schockzustand nach dem unerwartet tiefen Fall am vergangenen Sonntag zu sein. Anders ist nicht zu erklären, dass man sich mit Konsequenzen aus dem Jahrhundertdebakel überaus schwer tut. Hätte eine andere Partei einen solchen Verlust erlitten, die CSU wäre die Erste gewesen, die den Austausch des Führungspersonals nahe gelegt hätte. Immerhin hat das für die Niederlage an vorderster Front verantwortliche Führungsduo inzwischen die Konsequenzen gezogen. Man kann nicht als Duo in den Wahlkampf ziehen und die Niederlage dann nur einem anlasten. Darum ist es richtig, dass auch Beckstein zurückgetreten ist.

 
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Die EU-Kommission hat gestern die bereits seit Längerem angekündigten neuen Eigenkapital-Vorschriften für Europas Banken präsentiert. Der Zeitpunkt war goldrichtig: Denn die Chance, dass die EU-Staaten den neuen Bestimmungen zustimmen, ist angesichts des Übergreifens der US-Finanzkrise auch auf Europas Wirtschaft größer als noch vor einigen Monaten. Europa steht unter dem Schock täglich neuer Meldungen über die Schieflage großer Banken, die mit Staatshilfe gerettet werden müssen. In einer solchen Situation ist es leichter als früher, von den Mitgliedsstaaten Unterstützung für gemeinsame Lösungen zu bekommen.

 
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Präsident  Dmitrij Medwedew tut, was Vorgänger Wladimir Putin tat: Begleitet  von  zackiger   Rhetorik kündigt er   die   Modernisierung der Armee an. Das hat die Truppe  tatsächlich  nötig. Selbst das „entschiedene" Zurückschlagen der „georgischen Aggression" in Südossetien (Medwedew) war nur unter bitteren  Verlusten möglich. Es fehlte am kleinen Einmaleins der  Aufklärung und Kommunikation, Fahrzeuge blieben mit Defekten liegen, die Luftwaffe  verlor laut inoffiziellen Angaben acht  Flugzeuge,  darunter einen  schweren  Langstreckenbomber.

 

 
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600 neue Arbeitsplätze seit 2004 - das ist die tolle Leistung der Firma Bosch in Hallein. Schulungen statt Kurzarbeit - das versucht mit aller Kraft die Firma Senoplast in Piesendorf.  Die Salzburger Industrie hat die fetten Jahre gut genützt, Kapazitäten ausgebaut, neue Produkte entwickelt und - mit traurigen Ausnahmen - die Standorte gesichert.


 

 
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Die Weichen stehen in Richtung Große Koalition: SPÖ-Chef  Faymann will sie mangels Alternativen. ÖVP-Chef Pröll hält sich seine theoretischen Alternativen (Schwarz-Blau-Orange, Opposition) noch offen - doch vor allem aus taktischen Gründen: erstens um seiner Partei Zeit zu geben, die Wahlniederlage  zu verdauen; zweitens, um den Preis in die Höhe zu treiben. Und über allem schwebt die Frage, ob eine Neuauflage der Großen Koalition besser funktionieren würde als die abgewählte.

 
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Dramatik pur an der Wall Street. 777 Punkte rauscht der Dow Jones Index an einem einzigen Tag in die Tiefe, in Punkten gemessen der höchste Tagesverlust, den die New Yorker Börse je verzeichnete. Gerade in so dunklen Zeiten tut es gut, die Dinge in einen größeren Zusammenhang zu stellen. Am 19. Oktober 1987 war der Börsenindex „nur" um 508 Punkte eingebrochen, das entsprach damals aber fast einem Viertel, konkret 22,6 Prozent des Marktwertes der gehandelten Aktien. So weit das Tröstliche zum Tag. Dennoch kann man nicht darüber hinwegsehen, dass die Lage an den internationalen Finanzmärkten derzeit bitterernst ist.
 
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Es kann nicht immer nur bergauf gehen. Diese Binsenweisheit bewahrheitet sich jetzt auch in der Salzburger Wirtschaft. Viele Firmen kämpfen mit massiven Auftragsrückgängen.
Jahrelang lief der Konjunkturmotor auf vollen Touren: Die Firmen mussten die Produktion ausbauen, um die Nachfrage - vor allem aus Osteuropa - befriedigen zu können.
Jetzt ist - praktisch über Nacht - alles anders. Die Optimisten sprechen davon, dass die Wirtschaft sich wieder auf normalem Niveau einpendelt. Die Pessimisten sehen eine Wirtschaftskrise - auf die fetten Jahre könnten die mageren folgen.