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Wissen über Sex braucht auch die Emotion

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Die Meldung sorgte für einen Knalleffekt im US-Wahlkampf: Die Tochter der republikanischen Vizepräsidentschaftskandidatin, Sarah Palin, ist schwanger.  Mit gerade einmal 17 Jahren. Schockiert schlug man in Österreich die Hände zusammen. Überheblich blickte man nach Amerika. Im eigenen Land  so etwas  zum Politikum zu machen, erscheint  undenkbar. Und doch: Ein genauerer Blick auf das  Thema lohnt. Besonders, wenn man die aktuellen Zahlen betrachtet.
Zwar blieb  die Zahl der Teenagerschwangerschaften in den vergangenen Jahren beinahe unverändert,   dafür stieg aber jene der Schwangerschaftsabbrüche. Bei den 14- bis 19-Jährigen  sogar  auf das Dreifache.  

Wie kann es das geben,  dass Mädchen ungewollt schwanger werden, fragt  man sich? In einer Zeit, in der Teenager doch  über alles Bescheid wissen. Besonders über Sex. Nicht verlegen sprechen sie  mit fester  Stimme über Penis und Vagina. Selbstsicher können  sie  Details der Geschlechtsorgane beschreiben und ihre Funktionen erklären.  Möglicherweise liegt aber genau hier ein Teil des  Problems:  Zu technisch, zu mechanisch scheint das Wissen der Jugendlichen über Sex zu sein.  Mit Leichtigkeit können sie  einer Banane oder  Karotte ein Kondom überziehen.  Doch im Ernstfall? Da versagt das technisch  erlernte Wissen. Denn es macht einen gewaltigen Unterschied,  mit einem Stück Obst zu üben oder in einer  gefühlsbeladenen Situation als unerfahrener und junger Mensch mit dem Partner zu verhüten.
Was   trotz all dem theoretischen und technischen  Wissen vielfach fehlt,  ist das  emotionale  Know-how.  Es könnte sein, dass  die Sexualerziehung   trotz der Anstrengungen in den vergangenen Jahren genau in diesem Bereich versagt hat. Zwar wird in der Schule  über das Liebeströpfchen,  den natürlichen Zyklus  und Erektionsstörungen gesprochen, doch was es heißt, Verantwortung für  sich selbst und für den Partner zu übernehmen, das kommt  zu kurz.   Die emotionale Komponente  spielt  bei der Sexualerziehung der Kinder und Jugendlichen    eine  zu kleine Rolle. Dies wäre vor allem eine Aufgabe der Eltern. Doch  die  wähnen sich in einer selbst trügerischen Sicherheit, angesichts von Kindern, die mit Fachbegriffen nur  so um sich werfen.
50 Prozent der Burschen klären sich selbst mit Hilfe von Pornos auf, Mädchen greifen auf Magazine zurück. Dazu kommt, dass  Fernsehen und Werbung voll von aufreizenden  Menschen sind, die alle scheinbar nur das Eine wollen. Gefühle bleiben ausgesperrt.
Das Ergebnis ist  unter anderem eine steigende Zahl von Abtreibungen bei  Minderjährigen.    Sie sind überfordert, ja sie fallen von einem emotionalen Loch ins nächste. Überfordert sind sie mit dem eigenen Körper, der mit 13 schon der einer 18-Jährigen sein könnte. Nur im Kopf sind sie  eben doch erst 13. 

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