September 2008 Archive
Dass die Ohrfeige für SPÖ und ÖVP derart schmerzhaft ausgefallen ist, wollten die beiden Parteien nicht wahr haben. Die Freiheitlichen haben stark zugelegt. Die Grünen hatten erwartungsgemäß einen sehr schweren Stand.
Landeshauptfrau Gabi Burgstaller (SPÖ) musste trotz SPÖ-Führung in Land und Bund einen Abwärtstrend hinnehmen.
Der internationalen Stabilität ist damit nicht gedient. In Putins Welt ist Südossetien nach dem russisch-georgischen Waffengang souverän.
In den USA und in England ist es üblich, dass sich Medien schon vor einer Wahl ganz klar für einen bestimmten Kandidaten aussprechen. Die Kunden werden dann auch aufgefordert, diesen Kandidaten zu wählen.
Acht Prozent mehr Lohn - das klingt gut. Es ist aber zweifelhaft, dass die deutsche IG Metall sich und ihren Mitgliedern einen Gefallen getan hat, mit dieser Forderung in die Tarifverhandlungen zu gehen. Das Risiko, dass die Gewerkschaftsfunktionäre ihr Gesicht verlieren, ist verkraftbar. Aber die Arbeitnehmer haben von dieser Kraftmeierei nichts. Es wird spannend zu beobachten sein, ob sie am Ende mit höheren Lohnabschlüssen dastehen als ihre Kollegen in Österreich.
Eigentlich sind sich Rot, Grün und Blau ja spinnefeind. Doch wenn es darum geht, junge Wähler noch rasch mit Wahlzuckerl zu überhäufen, ist das alles vergessen. So kam es, dass SPÖ, Grüne und Freiheitliche im Eilverfahren die Studiengebühren abschafften und dazu auch noch die Zugangsbeschränkungen für etliche Studienrichtungen.
Der Wahlkampf hat die kleine, innenpolitische Welt verändert. Er hat sie zurück in die Vergangenheit geführt. Erstens: Das Ansehen der Großen Koalition ist an einem bisherigen Tiefpunkt angelangt. Größer war der Frust mit Rot und Schwarz nicht einmal Ende der 1990er Jahre. Das liegt nicht nur an der inferioren Vorstellung, die die Regierung Gusenbauer-Molterer in den 18 Monaten ihrer Tätigkeit geboten hat. Das liegt auch daran, dass die beiden Parteien einen Wahlkampf geführt haben, der die Intelligenz der Wählerschaft beleidigt.
Der höllische Anschlag in Islamabad sendete am Wochenende Schockwellen um den Erdball: In Brüssel und Washington herrschte Entsetzen und Trauer, in der Welt der Diplomaten war wieder einmal davon die Rede, wie abscheulich und verdammenswert der Terror der Islamisten sei, man sorgte sich um die Stabilität Pakistans und sicherte der Regierung die Unterstützung der westlichen Demokratien zu.
Die Preise steigen, die Einkommen hinken nach. Seit Jahren wird darüber geklagt, dass die Kaufkraft der Bevölkerung nicht mehr zunimmt, der private Konsum stagniert und die Wirtschaft leidet. Jetzt, kurz vor der Nationalratswahl, hat dies die Politik bemerkt und plötzlich gibt es kein Halten mehr. Von der Senkung der Mehrwertsteuer bis zum Gratiskindergarten wird vieles diskutiert, um den Bürgerinnen und Bürgern das Leben billiger zu machen.
Als ungeheuerlich bezeichnet es Wirtschaftsnobelpreisträger Joseph Stiglitz, dass die US-Regierung den Banken mit 700 Mrd. Dollar zu Hilfe kommt und die Last des Debakels an den Finanzmärkten so den Steuerzahlern aufbürdet. Selbstverständlich hat er Recht und man muss wie er fürchten, dass die Kosten noch viel höher sein werden. Stiglitz weiß aber auch, dass es keine Alternative zur Rettungsaktion gab.
Ein Beben im schönen Bayernland kündigt sich an. So himmelhoch jauchzend ist jahrzehntelang die Stimmung bei der regierenden CSU gewesen, dass ihr das prognostizierte Abschneiden bei der Landtagswahl am 28. September wie ein Höllensturz erscheinen muss. „50 Prozent plus X" haben die Christsozialen bisher wie magisch als ihre Messlatte betrachtet. Jetzt aber dräuen auf einmal „50 Prozent minus X" und damit für die so lange solo steuernde CSU völlig ungewohnte Aussichten, zu einer ganz normalen Partei zurückgestutzt zu werden.
Es ist nach wie vor alles beim Alten bei den Bullen. Die Entwicklung zur Spitzenmannschaft stagniert. Und Stillstand bedeutet in diesem Falle Rückschritt. In Sevilla hat es einmal mehr nicht gereicht. Wie schon zuvor gegen Valencia, AEK Athen, Donezk und Blackburn. Die Bullen haben zwar in Spanien ganz nett mitgespielt und Chancen gehabt, aber unterm Strich zählt das nicht.
Eines müssen wir der Landesregierung im gegenständlichen Fall zugute halten: Bei der Neubestellung des Geschäftsführers für die Salzburger Landeskliniken (SALK) ging es nicht um parteipolitische Präferenzen. Die Parteifarbe der Bewerber war im Hinterkopf präsent. Entscheidend war sie nicht.
Nahe Gmunden lebt nun ein Vater allein mit seinen vier Kindern im Alter zwischen zwei Wochen und neun Jahren. Er wird sich oft fragen: War der Tod meiner Frau nach der Geburt des jüngsten Sohnes Schicksal? Könnte sie noch leben? Warum wurde die Krankengeschichte meiner toten Frau manipuliert? Auch seine Kinder werden fragen, warum die Mutter nicht mehr nach Hause gekommen ist. Es wird irgendwann ehrliche Antworten geben.
Wer sich eine Woche vor der Nationalratswahl nach „Wählen mit 16" erkundigt, erhält gegensätzliche Antworten. Die offizielle kommt von den Parteien, die den Jugendlichen die Wahllokale geöffnet haben. Sie sehen darin einen epochalen demokratiepolitischen Schritt zur frühen Beteiligung am politischen Geschehen.
Die aktuelle Banken- und Versicherungskrise in den Vereinigten Staaten ist in erster Linie die Folge von Maßlosigkeit. Gierige Investmentbanker, skrupellose Spekulanten und blauäugige Banker haben offenbar jegliche Erdung verloren. In ihrer virtuellen Welt jagen sie die Milliarden durchs Netz, das längst aus mehr Schein als Sein gewoben ist.
Luftgeschäfte spielen in diesem künstlichen Raum eine große Rolle, oft werden Beträge, die jede Vorstellungskraft sprengen, einfach nur hin- und hergeschoben, ohne dass eine reale Gegenleistung vorhanden wäre.
Nur wer laut schreit, dem wird gegeben. Nach diesem Motto funktioniert auch Politik. Im Vorfeld der Nationalratswahl haben sich die Parteien mit Versprechungen für die eine oder andere Klientel übertrumpft. Dabei geht es um viel Geld - wie viel, darüber streiten noch die Parteien.
Eine Gruppe, die keine Lobby hat, sind die Alleinerzieherinnen und Alleinerzieher. Viele von ihnen leben knapp an der Armutsgrenze - zu viel zum Sterben, zu wenig zum Leben. Wer hinter die Kulissen blickt, der sieht, dass viele Betroffenen jeden Cent drei Mal umdrehen müssen, bevor sie ihn ausgeben können.
Um die Menschen, denen die Hurrikane „Gustav" und „Ike" auf Kuba Verderben gebracht haben, geht es bei diesem Machtspiel erst in zweiter Linie. Für Moskau ist das Unglück der Kubaner ein Hebel, um den Widersacher in Washington in die Schranken zu weisen und in Lateinamerika wieder Fuß zu fassen. Das ist Geopolitik mit Stellvertretern wie in der Ära des Kalten Krieges.
Ein Schul- und Bildungssystem ist umso besser, je durchlässiger es ist. Wer in die Hauptschule geht, darf in keiner Bildungssackgasse landen. Wer einen Lehrberuf ergreift, soll nicht auf Dauer vom Aufstieg zur höheren Bildung abgeschnitten werden.
In den USA fallen die Banken, einer der weltgrößten Versicherer taumelt, rund um den Erdball stürzen die Börsen ab, die Konjunktur bröckelt. Dass Sparern und Anlegern angesichts solcher Nachrichten das Herz in die Hose rutscht, kann man ihnen kaum verdenken. Was sollen Menschen in einer derartigen Situation vernünftigerweise mit ihrem Geld tun?
Ein Bürgermeister, der mit einer Namensliste gegen seine ehemalige Partei antritt. Das ist für die Parteien ein Horrorszenario. Die Vergangenheit hat bewiesen, dass der Bonus des Bürgermeisters sehr schwer wiegt. Davon können ÖVP und SPÖ ein Lied singen.
In Großarl konnte Bgm. Peter Hettegger im Herbst 1989 sein Amt souverän verteidigen, obwohl er mit der ÖVP übers Kreuz geraten war. Die Namensliste von Hettegger holte neun Mandate, die ÖVP nur vier.
Bear Stearns, Merrill Lynch, Lehman Brothers: Gemeinsam mit Goldman Sachs und Morgan Stanley standen diese drei Namen für die weltweite Dominanz der USA im Investmentbanking. Bear Stearns hat im Frühjahr in höchster Not Unterschlupf unter dem Dach von JP Morgan Chase gefunden, Merrill Lynch wurde jetzt von der Bank of America aufgefangen. Und Lehman Brothers macht unter dem Schutz des US-Insolvenzgerichts einen letzten verzweifelten Versuch, dem Untergang zu entkommen. Die Chancen dafür stehen nicht gut, schon jetzt fand sich niemand, der die Bank kaufen wollte.
Die Kunde von der Machtteilung löst nicht sofort Jubelstimmung in Simbabwe aus. Zu sehr sind die Menschen mit dem täglichen Überlebenskampf beschäftigt - in einem Land, das mit elf Millionen Prozent im Jahr den Weltrekord an Inflation hält.
Zwar ist diesem geplagten Afrika-Staat zu wünschen, dass der böse Geist Mugabe unter dem allzu sanften Druck des südafrikanischen Präsidenten Mbeki endlich weicht. Aber da Simbabwes Staatschef das Machtspiel virtuos beherrscht, bleibt größtes Misstrauen angebracht. Zu oft schon hat er die Opposition ausgetrickst.
Selbstverständlich ist es gut möglich, auch einen so großen Platz wie den Residenzplatz in der Salzburger Altstadt zu überfordern. Dann kommt heraus, dass wir einerseits gerne ein Bachsteinpflaster hätten, weil es so schön und historisch korrekt wäre. Andererseits aber muss der Eventkultur Genüge getan werden. Das erfordert, dass die Bachsteine einbetoniert werden, damit 40 Tonnen schwere Lkw darauf fahren können. Nicht nur in den Außenzonen, sondern einheitlich auf dem gesamten Platz.
Selbstverständlich ist es gut möglich, auch einen so großen Platz wie den Residenzplatz in der Salzburger Altstadt zu überfordern. Dann kommt heraus, dass wir einerseits gerne ein Bachsteinpflaster hätten, weil es so schön und historisch korrekt wäre. Andererseits aber muss der Eventkultur Genüge getan werden. Das erfordert, dass die Bachsteine einbetoniert werden, damit 40 Tonnen schwere Lkw darauf fahren können. Nicht nur in den Außenzonen, sondern einheitlich auf dem gesamten Platz.
Im europäischen Kernforschungszentrum CERN ist man seit wenigen Tagen mit bisher einzigartigem finanziellem und technischem Aufwand den letzten Geheimnissen den Universums auf der Spur. Gleichzeitig ließ mit dem Genforscher Markus Hengstschläger einer der renommiertesten österreichischen Wissenschafter aufhorchen: Was wäre, wenn wir einmal unendlich alt werden? Da wie dort versuchen Wissenschafter, die Grenzen des bisher Möglichen und Denkbaren zu überschreiten. Da wie dort stellen sich brisante Fragen: Was machen wir mit diesem neuen Wissen? Wie sind wir dafür gerüstet? Oder brechen damit viele Fundamente weg, auf denen heute die Welt aufbaut und die für die Menschen, die auf ihr leben, unverzichtbar scheinen?
Trotzdem gibt es noch eine ganze Reihe von Baustellen. Quer durch die Stadt ziehen sich neuralgische Punkte, gefährliche Kreuzungen und plötzlich im Nichts endende Radwege, wo sich die Unfälle häufen.
Dagegen erwies sich Europas Wirtschaft als robust, die Europäische Zentralbank hielt die Zinsen wegen der hohen Inflation hoch und die europäischen Banken waren mit einigen Ausnahmen deutlich geringer von den Turbulenzen auf den Finanzmärkten betroffen.
Die Rollen zwischen dem Dollar und dem Euro waren klar verteilt. Die Zeichen für die US-Währung standen auf Verkauf, während Kapital nach Europa floss, nicht zuletzt wegen der Zinsdifferenz. Nun hat sich das Blatt gewendet.
Soweit die Theorie. In der Praxis erwies sich die Dienststelle in Denver als Partyzentrale, in der es hoch her ging.
Soweit das Bild, das vielfach von der Union gezeichnet wird. Es entspricht natürlich nicht der Wirklichkeit. Aber das kümmert die Polemiker gegen Europa nicht. Für sie ist die EU eine Sparbüchse ohne Boden, in die wir nur hinein zahlen, aber nichts herausbekommen.
Die Stadt senkt erneut die Müllgebühren. Für den Restmüll sollen die Einwohner 16 Prozent weniger pro Behälter zahlen. Für Gewerbemüll reduziert sich die Miete für Großbehälter um 5,6 Prozent und für die Verbrennungsgebühr um 25,1 Prozent. Zuletzt waren die Abfallgebühren vor einem Jahr gesenkt worden. Die erneuten Nachlässe seien möglich, weil die Kosten für Müllverbrennung und Deponierung gesunken seien, hieß es zur Begründung.
Diese Begründung kam nicht aus der Stadt Salzburg, sondern aus Mannheim. Die Handels- und Industriestadt an Rhein- und Neckar und andere deutsche Städten haben Konsequenzen daraus gezogen, dass die Müllentsorgung teilweise ein Geschäft geworden ist.
Eines der Themen, das Erstwählern am Herzen liegt, ist ihre Ausbildung und damit ihre Zukunft. Aber Bildung kommt im Wahlkampf erst gar nicht vor. Außer, wenn die heimische Bildungspolitik im Vergleich mit anderen EU-Ländern von der OECD einen glatten Fünfer kassiert. Das bildet nicht gerade Vertrauen.
Ein anderes Thema, das die Jungen beschäftigt, ist die Zuwanderung. Aber das Thema wird in diesem Wahlkampf - wie schon den Wahlkämpfen davor - vor allem von der FPÖ thematisiert. Dass der auf jugendlich getrimmte blaue Parteichef keine Gelegenheit auslässt, um die Jungen beim Abtanzen in der Disco von der Richtigkeit seiner radikalen Anti-Ausländer-Parolen zu überzeugen, erweckt auch nicht gerade Vertrauen.
Die Einigung sieht vor, dass Fernpendler, deren Jahresverdienst 31.500 Euro brutto nicht übersteigt, bis zu 380 Euro pro Jahr bekommen. Als Fernpendler gilt, wer mehr als 25 Kilometer zur Arbeit fahren muss. Wem die Benützung von Bus oder Bahn zumutbar ist, erhält die Beihilfe nicht.
Dies bleibt das Hauptergebnis der schwierigen Verhandlungen von EU-Ratspräsident Nicolas Sarkozy mit Russlands Staatsoberhaupt. Freundlicher als Wladimir Putin, doch letztlich so hart wie sein Vorgänger legte sich Dmitrij Medwedew fest: Entweder akzeptiert die EU seine Großmacht samt Konsequenzen. Oder der Kreml verzichtet auf jede Diplomatie.
Schöne Aussichten, auch für Zeitungen: Wenn wir mit rund 300 Ausgaben pro Jahr kalkulieren, können Frauen vom sechsten Lebensjahr an rund 23.000 Exemplare der SN lesen. Männer kommen nur auf 21.000 Exemplare, aber dafür können wir nichts. So weit unser Beitrag zur höheren Lebenserwartung und zu mehr Lebensqualität.
Dieses Urteil stärkt die Verschwörungstheorie, wonach Ferrari im Automobilweltverband besser als McLaren-Mercedes angeschrieben ist. Mehr noch: Dass für McLaren-Mercedes der Weg zum Titel besonders steinig werden soll.
Zwar blieb die Zahl der Teenagerschwangerschaften in den vergangenen Jahren beinahe unverändert, dafür stieg aber jene der Schwangerschaftsabbrüche. Bei den 14- bis 19-Jährigen sogar auf das Dreifache.
Allerdings wurden die Mühlen der Justiz quasi per Notbremse gestoppt. Genauer: per Weisung der Oberbehörde an die Unterbehörde, die unverzügliche Enthaftung der Tierschutz-Aktivisten zu beantragen. Wenn man weiß, wie innerhalb der Justiz mit den von der Öffentlichkeit stets mit scheelen Augen beobachteten Weisungen gegeizt wird, kann man ermessen, was das in diesem Fall heißt.
Was das bringt? Frauen, vor allem gut ausgebildete, die mit beiden Beinen fest im Berufsleben stehen, verzichten nicht für ihre Karriere auf den Nachwuchs. Im Gegenteil: Schwedinnen bekommen mehr Kinder als Österreicherinnen, obwohl sie häufiger berufstätig sind.




































