Nichts Neues, dass Europa mitfiebert, wenn Amerika wählt. Immerhin bestimmt der Mann an den Schalthebeln der Supermacht USA globale Politik wie kaum jemand sonst. Aber nach den acht bleiernen Jahren Bush scheint die Wechselstimmung beim ausländischen Publikum besonders ausgeprägt zu sein.
Nichts weniger als eine Welt-Wende wird von Barack Obama erwartet. Vor allem dem Kampf gegen Hunger und Armut auf der Erde solle sich der neue Präsident verschreiben, rufen die Deutschen. Und: Die Klima-Katastrophe solle er abwenden.
Bleibt abzuwarten, wie lange diese Euphorie anhalten wird. Im amerikanischen Wahlkampf mutiert Barack Obama gerade vom politischen Messias zum politischen Pragmatiker. Schon im parteiinternen Wettstreit mit Hillary Clinton hat Obama seine vage Botschaft von „Wandel" und „Hoffnung" konkreter formulieren müssen. Jetzt, im Kampf gegen den Republikaner McCain, muss der Demokrat die zugespitzten Botschaften an die Adresse seiner Stammklientel abschleifen. Denn nun kommt es darauf an, die gemäßigten und unabhängigen Wähler in den umkämpften Schlüsselstaaten der USA („swing states") zu gewinnen.
So wie Obama als Kandidat durch Kehrtwenden seine Basis irritiert, könnte er als Präsident seine Anhänger in den EU-Ländern ernüchtern. „Multilateral" will Obama vor allem agieren. Das kann leicht bedeuten: Die Europäer sollen mehr tun.




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