Neues von Purgertorium

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Ist eins und eins  wirklich zwei? - Dieser heiklen Frage widmete sich am Sonntag das Präsidium der SPÖ und kam nach langen, eingehenden Beratungen zum einhelligen Ergebnis: Nein. Wie viel eins und eins sei,  habe von Fall zu Fall das Parlament zu entscheiden. Nur das sei demokratisch.
 
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Die Axiome Österreichs

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Ein Axiom ist in der Wissenschaft eine unmittelbar einleuchtende Wahrheit, die keines Beweises  bedarf und ewig gültig ist. Eins und eins ist zwei, zum Beispiel.  Solche Axiome gibt es auch in der Politik.
Etwa: Der Bundessprecher der Grünen heißt Alexander Van der Bellen. – Das ist unmittelbar einleuchtend, bedarf keines Beweises und ist ewig gültig, kurz gesagt: ein Axiom.
Im Folgenden einige weitere Axiome, die ewig und unumstößlich die österreichische Innenpolitik bestimmen.....

 
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Um mit etwas rundum Erfreulichem zu beginnen: Heute Abend, nach 16 Uhr, kehrt der Kanzler nach zehntägiger Abwesenheit aus Südamerika zurück. Die Reise  war ein voller Erfolg. Höhepunkt  der multiplen Arbeitsbesuche war, dass Gusenbauer von seinem Vorgänger Viktor Klima in Argentinien zu einer – wir zitieren den ORF –  echt argentinischen Grillparty mit echt argentinischen  Steaks und Rotwein eingeladen wurde.
Unser Regierungschef kriegt also auch fern der Heimat ein anständiges Papperl. Da ist uns echt ein Stein vom Herzen gefallen, wie uns der ORF das zu Pfingsten als Spitzenmeldung mitgeteilt hat. Quasi Felssturz.

 
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Falke, Puma, Leopard

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Das Leben  des Militärs  hat gegenüber dem zivilen Erdenwallen zwei große Vorteile. Erstens die Abkürzungen,   militärisch knapp „Abk.“ genannt, und zweitens die  bunten, sprechenden Namen.  Ein Hubschrauber beim Militär heißt z.B. nicht einfach Hubschrauber, sondern „Super Puma“ oder „Schwarzer Falke“.
Ein Zielzuweisungsradar (die Abk.  dafür lautet oder vielmehr ltt. ZZR) hört, da es einen 13 Meter hohen  Kranarm besitzt, auf „Giraffe“. Und unsere Soldaten im Tschad sind nicht einfach mit Geländefahrzeugen unterwegs, sondern mit „Dingos“ und „Sandvipern“.

 
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Politik ohne Bart

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Kein Politiker will so oft wie Erwin Buchinger. Gestern wollte er zum Beispiel ein höheres Pflegegeld. Er wollte aber auch schon – um nur einige Beispiele zu nennen – eine längere Hacklerregelung,  weniger Armut, mehr Pension, ein Papamonat, höhere Pensionsanpassungen, eine deutliche Entlastung der Kleinen, eine Wiedereinführung der Vermögenssteuer und und und.

 
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Da befindet sich der neue Herr Präsident des Verfassungsgerichtshofs, Gerhart Holzinger, aber gründlich auf dem Holzweg: Glaubt der Mann doch tatsächlich, sich in diesem Land als politischer Nullgruppler durchschummeln zu können. Ein bissel CV, ein bissel SPÖ, sicher auch schon mal grüne Erbsen, blaue Zwetschken und orange Orangen gegessen – und dann glauben, sich politisch neutral geben zu können. Nein, nein und abernein! Das wären ja ganz neue Sitten. Das können wir ab-so-lut nicht akzeptieren. Erste Verwarnung! Gelbe Karte!

Schauen Sie, Herr Holzinger, seien Sie doch vernünftig. Das geht doch einfach nicht. Stellen Sie sich vor, Sie machen einen Vorschlag. Nur einmal so angenommen. Sie machen einen Vorschlag und der Rest Österreichs muss darauf reagieren. Das ist für die Politiker an und für sich ganz einfach: Die brauchen sich den Vorschlag gar nicht  anzusehen, sondern schauen nur in ihre Liste: Ah, der ist von der Partei A, also kann ich von der Partei B, C, D und E das ung’schauter für den größten Blödsinn der Menschheitsgeschichte erklären.
Oder umgekehrt: Ah, der ist ja von A so wie ich, also muss ich jetzt vor Verzückung die Augen verdrehen und  „Ah“ stöhnen und begeistert sein.

Jetzt aber, Herr Holzinger, kommen Sie mit Ihrem  Vorschlag daher. Und wissen Sie, was jetzt passiert? Sie stehen in keiner Liste! Keiner weiß, ob sie A, B, C, D oder E sind! Keiner weiß, ob er seine Lippen jetzt zu einem verzückten „Ah“ oder zu einem verächtlichen „Sch . . .“ formen muss.
Und wissen Sie, was das  weiter heißt? Nein? Dann sagen wir es Ihnen: Das heißt, dass man – und lassen Sie uns es in all seiner Brutalität aussprechen –, das heißt, dass man über Ihren Vorschlag nachdenken muss. Nach-den-ken!
Sind Sie von Sinnen? Das können Sie uns einfach nicht antun! Da könnte ja ein jeder kommen. Herr Holzinger, seien Sie doch ein Mensch!

Alles in diesem Land ist doch vernünftig und gottgewollt eingeteilt: Man kann sich seine Reifenpanne rot reparieren lassen oder schwarz. Man kann sich seine Goldfische rot gegen Blitzschlag versichern lassen oder schwarz. Man kann rot Basketball spielen oder schwarz oder auch blau. Man kann rot in Pension gehen, schwarz, blau und seit neuestem sogar grün.
Nur unseren VfGH-Präsidenten sollen wir farblos haben? Herr Holzinger, wissen Sie, was das ist? Das ist unösterreichisch. Schamen S’ Ihnen!

 
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Der Sex der Bundesräte

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Erwischt! Niemals hätten Sie die folgende,  wirklich hoch interessante Analyse über die verfassungsrechtlichen Wechselwirkungen von Bundesrat und Hauptverband der  Sozialversicherungsträger unter besonderer Berücksichtigung der Gaußschen Normalverteilung und der Langerhansschen Inseln zu lesen begonnen, wenn wir nicht diesen Titel darüber gesetzt hätten. Niemals! Sie können es ruhig zugeben.

 
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Eurofighter ist Meister

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Da sieht man wieder, was für ein Skandal dieser Eurofighter-Kauf war: Wird Rapid Wien einfach Meister!  Und warum? Na, wegen dieser verflixten  Eurofighter. Denn  alle Experten der Sportart, die wir hier nicht nennen,  haben analysiert, dass Rapid den  Meistertitel nicht zuletzt seinen  grandiosen Nachwuchsspielern zu verdanken hat. Und wer sponsert seit Jahren die Nachwuchsarbeit von Rapid? Wie wir seit dem Eurofighter-Untersuchungsausschuss wissen:  Eurofighter-Hersteller EADS!

 
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Fragt man frisch gebackene Minister, warum Sie unbedingt Minister werden wollten, erhält man immer die gleiche Antwort: „Weil ich etwas bewegen möchte für die Menschen in diesem Land.“
Das ist schön, aber  eine unsichere Sache. Denn wenn man zusammenzählt, wie viele Regierungsmitglieder in den vergangenen 30 Jahren wirklich etwas bewegt haben (außer ihren Dienstwagen), dann kommt selbst ein Tischler mit 30 Jahren Kreissägen-Erfahrung mit den Fingern einer Hand aus.

 
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Verbotene Verbote

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Wir verhängen über Sie hiermit ein Kolumnenleseverbot! Wer diese Kolumne weiterliest, wird mit einem ORF-Fernsehabend oder, falls dies der Anti-Folter-Konvention widersprechen sollte,  einem Parlamentsbesuch nicht unter drei Strache-, Pilz- und Westenthaler-Reden bestraft.
Warum? – Warum nicht! Alles wird heut zu Tage verboten, also warum nicht auch  das Kolumnenlesen? Rauchen wird gerade verboten. Bald wird das Telefonieren mit tragbaren  Telefongeräten verboten.    Und in weiterer Folge wird dann sicher auch das Essen fetter Speisen, das Konsumieren von Alkohol, der Verzehr von Hamburgern und das Naschen von  rosa Punschkrapferln verboten.

 
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