Neues von Helmut Schliesselberger
ie ÖVP weist ihre austernschlurfenden Kernwähler auf den neuen Plakaten darauf hin, dass, wenn sie Faymann wählen, 20 Gramm Kaviar um acht Euro billiger werden. Ihren Spitzenkandidaten will die ÖVP erst in der dritten Plakatwelle zeigen, so kann man Molterer kommod bis zwei Wochen vor der Wahl auswechseln.
Die SPÖ hat das Land mit so vielen Faymännern zugekleistert, dass sie die verbleibenden 5% MwSt. auf Lebensmittel bald zur Gänze zur Abdeckung der SPÖ-Plakatkosten brauchen wird. Freilich nur, wenn sich herausstellt, dass man die Faymann-Werbung diesmal nicht den ÖBB oder „Wiener Wohnen" umhängen kann. Und was machen die Grünen?
Die sind wenigstens ehrlich.
Und sie setzen in den neuen Plakaten ganz auf die staatspolitische Erfahrung Van der Bellens, der 1955 als junger Uni-Assistent (M.) den Staatsvertrag erkämpfte bzw. zumindest auf Schreibfehler kontrollierte.
Peter Pilz (l.) und Karl Öllinger (r.) versuchen derweil im Kampf um wählbare Listenplätze den grünen Bundeskongress durch eine Zwischenwahlkampfkampagne zu erweichen.
Mangels Feinstaub und weil Benzin eh schon mehr kostet, als die Grünen je forderten, ist es für VdB & Co diesmal ganz schwierig, Themen zu finden. In ihrer Not planen die Grünen nun, den Intensiv-Wahlkampf mit einer großen „Wir waren gegen Gehrer"-Kampagne zu starten. Bilder: SN/APA; Montage: schli
Das Duell Turnvater Haider gegen H(aider)-C(lone) Strache, hätte schlimmer verlaufen können - und blutiger.
Eigentlich wird in verschmisst lächelnden Kreisen ein Duell anders ausgetragen. Das ging aber nicht, weil Strache nur Mitglied einer topfschlagenden Kinderburschenschaft war und Haider Angst hat, sich das Gesicht zu zerkratzen und auf 99-Cent-Sauf-Partys von 15-Jährigen gehänselt zu werden.
Also mal ehrlich, ohne unsere Spitzenpolitiker hätten wir heuer bei Olympia kaum Medaillenchancen.
Wenn ein leidlich fescher Zacken, der seit Jahren täglich aus der Krone fällt, Parteichef wird, läuft zwangsläufig alles anders. Mit der Umstellung der nigelnagelneopopulistischen SPÖ auf (das nicht nur ideologische) Kleinformat Werner F. wird die traditions- und auch prinzipienreiche Bewegung zur Kron(e)prinz&CoKG bzw. zur Mediaprin(t)z&CoKG.
Dass die SPÖ jetzt auch eine eher abgestandene Melange aus EU-Haßtiraden, Fremdenfeindlickeit einer Mega-Tierecke, seitenweisen Porno-Inseraten, und allerlei U-Boot-Artikeln (nicht nur im Leserbriefteil) wird, ist zu erwarten und offenbar gewollt. Insidern zufolge muss die SPÖ nun auf Wunsch des Krone-Herausgebers sogar Hans-Peter Martin zurück nehmen. Worauf müssen wir sonst noch gefasst sein?
Da die SPÖ viel von der Krone lernt und diese eine dralle Nackerte auf vorderen Seiten als zentrales Erfolgsgeheimnis kennt, ist mit Sexsternchen auf vorderen SP-Bundeslistenplätzen fix zu rechnen. Dieses Plakat-Sujet mit der neuen Nummer Drei der SPÖ-Bundesliste, Fanny Maierer (Künstlername: Faye Maneater), (l.) wird gerade für die vorgezogenen Herbstwahlen bei Senioren abgetestet.
Im Plakat-Wahlkampf läuft eh alles über Cross-Promotion.
Die SPÖ gibt der ÖVP auch Justiz- und Verkehrsministerium, um dafür das neu geschaffene Tierministerium zu bekommen. Ein genialer Schachzug: Tierminister Faymann kann sich auf Rat der Krone täglich mit Tieren ablichten lassen.
Und auch sonst werden sich nun ganz von selbst weitere tolle neue Kooperationen auftun.
SN/dpa/EPA/APA; Montage:schli
Herr Platter ist, wie aus dem Artikel nebenan hervorgeht, kein reiner Tor(wart). Er steigt nun wie viele Altkicker von der Bundes- in die Landesliga ab - und freut sich über geringeres Spieltempo und immerwährenden Heimvorteil.
Platter stand immer gern im Tor. Im Tor zum Hangar für überteuerte Eurofighter, im dichtgemachten Tor zum Schengenraum, im von ihm sperrangelweit geöffneten Einfallstor zur Totalüberwachung der Bürger und ab und zu auch mal im Fußballtor. Da wie dort handelte er sich auf Grund von Seelenruhe und Statur den Titel „Panda von Zams" ein. („Panther" war schon vergeben.) Im Tor und auch in der Politik hat sich Platter stets an Sepp Maiers Maxime gehalten: „Ein Tormann muss Ruhe ausstrahlen. Er muss nur aufpassen, dass er dabei nicht einschläft."
Politikbeobachter sind überzeugt, dass es Platter in Tirol genauso gehen wird wie im Tor bzw. in der Bundespolitik.
Er wird oft ganz allein sein.
Er wird immer wieder eine unglückliche Figur machen.
Er wird weiterhin eine primär sitzende Tätigkeit verrichten.
Er wird so manchen Bauchfleck machen.
Er wird Schwierigkeiten mit den eigenen Leuten haben.
Und er wird oft ganz Schaf nachdenken müssen.
SN/APA; MontAge: SCHLI
Manchmal kommt wirklich alles zusammen. Montag wird nicht nur das härteste Länderspiel der ÖFB-Geschichte, sondern auch die härteste Präsidiumssitzung in der SPÖ-Geschichte stattfinden.
Das erklärt einiges: Aut-Idem im Team heißt klarerweise, Hickersberger darf sich in der Frage zweier gleichwertiger Torleute nie festlegen. Er darf nur sagen, dass er gerne einen Torhüter im Tor hätte. Die UEFA sucht dann den billigeren aus. Passt eh ganz gut: Manninger und Macho, das klingt ohnedies wie zwei virilitäts-strotzende Phantasienamen für das selbe Viagra-Generikaprodukt. Herbert Prohaska: „Für dem Konkurrenzkampf in den Team ist Aut Iden die beste Lösung." Den ist nichts hinzu zu fügen.
Die von Hicke kritisierte Arbeitsniederlegung der Spieler war die Reaktion darauf, dass alle Maßnahmen der Kassenreform im Team erprobt werden. Wie die Ärzte wollen die Spieler nach dem Deutschland-Spiel die Arbeit einstellen. - No na!
Da wie bei den Kassen gespart wird, ziehen die Spieler in schlichtere Sechsbettzimmer. Hier das Zimmer des Teamchefs, dem als einzigem gegen (Privatversicherung am) Revers ein Einzelzimmer zusteht.
Andere Schwerpunkte der Reform gibt es im Fußball längst. Fünfjahresverträge kennen die Spieler (Verdienst nach Primarschema). Und die Patientenquittung für Kicker gibt es auch schon ewig: Gelbe Patientenquittungen bei leichter und rote bei massiverer Verletzung des Patienten.

