Der steirische Reformpartner Franz Voves hat vergangene Woche eine interessante Frage aufgeworfen. Im Zuge einer allgemeinen Medienschelte (die Medien trügen Schuld am schlechten Imitsch der Politik etc.) stellte er zuletzt die Frage in den Raum: „Wieso darf der Boulevard über Politik berichten?"
Ganz ehrlich: Das fragen wir uns auch. Boulevardzeitungen verkaufen sich am Boulevard und sollen daher gefälligst auch darüber berichten, was am Boulevard passiert. Boulevardjournalismus ist Sensationsjournalismus, was per definitionem jede Beschäftigung mit der heimischen Politik ausschließt. Denn in der heimischen Politik gibt es keine Sensationen.
Drittes Argument: Boulevardmedien steht gar nicht das fein abgewogene, wissensgetränkte Fachvokabular zur Verfügung, das notwendig ist, um mit unserer Experten-Regierung auf Zungenhöhe parlieren zu können.
Vergangene Woche wurde eine Wiener Boulevardzeitung verurteilt, da sie eine bis dato unbescholtene und noch dazu mit Migrationshintergrund ausgestattete Eisverkäuferin taxfrei zur „Todeshexe" erklärt hatte. Und das nur, weil die Dame im Geruch steht, zwei Männer umgebracht, mit einer Motorsäge zerstückelt und im Keller eingemauert zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Und das soll eine „Todeshexe" (wohl zum Unterschied von einer „Lebenshexe") sein?
Schon allein diese unsubtile Wortwahl disqualifiziert den Boulevard für politische Berichterstattung. Nicht auszudenken, würde ein Beamten- oder sonstiger Gewerkschafter, nur weil er im Keller der wohlerworbenen Rechte ein bissel was einbetoniert, als „Todeshexer" der Staatsfinanzen tituliert.
Oder malen Sie sich aus, unsere Sparpaket-Schmieder Werner Faymann und Michael Spindelegger würden öffentlich als „Zweigespann des Grauens" gehandelt. Ein Skandal wäre das!
Ebenso wenig verdient es Finanzministerin Maria Fekter, wegen der kommenden Steuererhöhungen als „Raffzahn des Schreckens" in die Schlagzeilen zu geraten. Weiters gibt es nicht den geringsten Grund, ihren Finanzstaatssekretär Andreas Schieder als „Fronvogt des Verderbens" darzustellen.
Schon gar nicht sind wir dafür, dass Sozialminister Rudolf Hundstorfer nur wegen der anstehenden Pensionsreformen als „Mörderhenker des Sozialsystems" bezeichnet wird. Und schließlich verwahren wir uns energisch dagegen, dass FPÖ-Chef HC Strache mit dem „Schaft der Burschen" in Verbindung gebracht wird. Da sei der Presserat vor.
Nein, nein, nein. Mag die Politik auch unseriös sein, die politische Berichterstattung muss seriös bleiben. Boulevard, bleib' bei Deinem Trottoir!
Drittes Argument: Boulevardmedien steht gar nicht das fein abgewogene, wissensgetränkte Fachvokabular zur Verfügung, das notwendig ist, um mit unserer Experten-Regierung auf Zungenhöhe parlieren zu können.
Vergangene Woche wurde eine Wiener Boulevardzeitung verurteilt, da sie eine bis dato unbescholtene und noch dazu mit Migrationshintergrund ausgestattete Eisverkäuferin taxfrei zur „Todeshexe" erklärt hatte. Und das nur, weil die Dame im Geruch steht, zwei Männer umgebracht, mit einer Motorsäge zerstückelt und im Keller eingemauert zu haben. Es gilt die Unschuldsvermutung. Und das soll eine „Todeshexe" (wohl zum Unterschied von einer „Lebenshexe") sein?
Schon allein diese unsubtile Wortwahl disqualifiziert den Boulevard für politische Berichterstattung. Nicht auszudenken, würde ein Beamten- oder sonstiger Gewerkschafter, nur weil er im Keller der wohlerworbenen Rechte ein bissel was einbetoniert, als „Todeshexer" der Staatsfinanzen tituliert.
Oder malen Sie sich aus, unsere Sparpaket-Schmieder Werner Faymann und Michael Spindelegger würden öffentlich als „Zweigespann des Grauens" gehandelt. Ein Skandal wäre das!
Ebenso wenig verdient es Finanzministerin Maria Fekter, wegen der kommenden Steuererhöhungen als „Raffzahn des Schreckens" in die Schlagzeilen zu geraten. Weiters gibt es nicht den geringsten Grund, ihren Finanzstaatssekretär Andreas Schieder als „Fronvogt des Verderbens" darzustellen.
Schon gar nicht sind wir dafür, dass Sozialminister Rudolf Hundstorfer nur wegen der anstehenden Pensionsreformen als „Mörderhenker des Sozialsystems" bezeichnet wird. Und schließlich verwahren wir uns energisch dagegen, dass FPÖ-Chef HC Strache mit dem „Schaft der Burschen" in Verbindung gebracht wird. Da sei der Presserat vor.
Nein, nein, nein. Mag die Politik auch unseriös sein, die politische Berichterstattung muss seriös bleiben. Boulevard, bleib' bei Deinem Trottoir!




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