Der Kulturkampf zwischen einer modernen europäischen Gesellschaft, die die Segnungen der Aufklärung genießt, und Zuwanderern aus Ländern völlig anderen kulturellen Zuschnitts läuft derzeit besonders heftig. Kein Wunder. Die Modernisierung der Gesellschaften schreitet mitunter so rasch voran, dass es schon gut ausgebildeten Einheimischen oft nicht leicht fällt, das Tempo mitzuhalten. Wie schwer wird es da erst einem, der aus einer völlig anderen Kultur in den Westen hineingeworfen wird und zunächst hinreichend damit beschäftigt ist, sich und die Seinen materiell über Wasser zu halten. Da dauert die Anpassung an eine neue Kultur oft etwas länger.
Erstaunlicherweise manifestiert sich diese Schwierigkeit in zwei Dingen: In den Schwierigkeiten mit der neuen Sprache. Und im Umgang mit den Frauen. Wer aus einem fremden Sprachraum kommt, plagt sich mit Deutsch, Französisch, Englisch. Wer aus einer Macho-Kultur ins einigermaßen emanzipierte Europa einwandert, tut sich offensichtlich schwer, Frauen als gleichberechtigte Wesen zu akzeptieren. An ihrem Verhalten gegen die Frauen kann man jene erkennen, die sozial, politisch, religiös noch nicht ganz in Europa angekommen sind.
In Frankreich ist die Burka zum Symbol für die Auseinandersetzung der Europäer mit den Zuwanderern geworden. Dort hat die Regierung jetzt klare Fronten geschaffen: Wer seine Frau zu Hause einsperrt und sie in der Öffentlichkeit hinter einem Ganzkörperschleier versteckt, kann nicht gleichberechtigter Bürger des Landes sein.
Freilich hat sich die Freiheit der Frauen auch im Herzen Europas noch nicht völlig durchgesetzt. Es gibt noch immer nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit und schon gar nicht die gleichen Karrierechancen.
Es ist nicht so lang her, da hieß es in den Familiengesetzen in Mitteleuropa, Ehefrauen dürften einen Beruf ergreifen, vorausgesetzt, dies hindere sie nicht an der Erfüllung ihrer familiären und häuslichen Pflichten. Diese gesetzlichen Bestimmungen fielen unter dem Sturm der 68-er Revolten, weshalb noch heute so mancher Reaktionär jammert, die 68-er hätten damals alles Wahre, Gute und Schöne zerstört.
Und so ganz ist dieses Denken noch immer nicht verschwunden. So hört man allenthalben an diversen Stammtischen lockere Sprüche wie diesen: „Ich bin schon stolz auf meine Frau. Jetzt ist sie tatsächlich zur Abteilungsleiterin aufgestiegen. Jetzt kommt sie immer erst später nach Hause. Na ja, ich hab nichts dagegen, solang sie das nicht dran hindert, meine Hemden zu bügeln . . ."
In Frankreich ist die Burka zum Symbol für die Auseinandersetzung der Europäer mit den Zuwanderern geworden. Dort hat die Regierung jetzt klare Fronten geschaffen: Wer seine Frau zu Hause einsperrt und sie in der Öffentlichkeit hinter einem Ganzkörperschleier versteckt, kann nicht gleichberechtigter Bürger des Landes sein.
Freilich hat sich die Freiheit der Frauen auch im Herzen Europas noch nicht völlig durchgesetzt. Es gibt noch immer nicht gleichen Lohn für gleiche Arbeit und schon gar nicht die gleichen Karrierechancen.
Es ist nicht so lang her, da hieß es in den Familiengesetzen in Mitteleuropa, Ehefrauen dürften einen Beruf ergreifen, vorausgesetzt, dies hindere sie nicht an der Erfüllung ihrer familiären und häuslichen Pflichten. Diese gesetzlichen Bestimmungen fielen unter dem Sturm der 68-er Revolten, weshalb noch heute so mancher Reaktionär jammert, die 68-er hätten damals alles Wahre, Gute und Schöne zerstört.
Und so ganz ist dieses Denken noch immer nicht verschwunden. So hört man allenthalben an diversen Stammtischen lockere Sprüche wie diesen: „Ich bin schon stolz auf meine Frau. Jetzt ist sie tatsächlich zur Abteilungsleiterin aufgestiegen. Jetzt kommt sie immer erst später nach Hause. Na ja, ich hab nichts dagegen, solang sie das nicht dran hindert, meine Hemden zu bügeln . . ."




Das "Wahre, Gute und Schöne", das durch die 68-er (ich würde konkreter sagen: die Frauenbewegung der 1970-er!) zerstört wurde, war ein Phantom einer "heilen Familie", das auf Hierarchie, Abhängigkeit, Macht und Gewalt basierte. Diese Zustände sind durchaus noch nicht überwunden, doch "bröckeln" sie zusehends. Enttabuisierung aller Arten von Häuslicher Gewalt, Gewalt gegen Frauen und Kinder, sollte oberstes Gebot sein!
Wenn Mitglieder unserer Gesellschaft sich an der Art und Weise stoßen, wie Einwanderer bestimmter ethnischer oder religiöser Gruppen mit ihren Frauen umgehen, so weist das erfreulicherweise auf eine erfolgreiche Sensibilisierung hin. Jedoch werden immer noch viel zu oft aus einer falsch verstandenen Toleranz und angeblicher Rücksicht auf fremde Sitten und Bräuche Diskriminierungen und Verbrechen gegen Frauen zu Kavaliersdelikten verharmlost!
Wenn es auch z.Z. so scheint es, manchen Redakteuren der SN weh tut: erst die Familienrechtsreform der 70er, die den Frauen ihre Grundrechte als eigenständige Menschen in der Familie neben dem Ehemann zugesteht, wurde in der SPÖ-Alleinregierung unter Kreisky - durch engagierte SPÖ-Frauen v.a. Johanne Dohnal durchgesetzt! Beispiele: gleiche Rechte und Pflichten z.B. : Kindererziehung (bis 1978 hatte der Vater alleine die Rechte über seine minderjährigen Kinder) oder Frauen durften nur mit Zustimmung des Ehepartners beruflich tätig sein - er konnte es verbieten oder erst 1978 wurde dem Ehegatten das Recht aufgehoben, seine Frau vor Gericht zuvertreten oder ihr Vermögen zu verwalten, und vieles mehr!
Die 68iger waren natürlich Aufbruchstimmung, aber bleiben wir geschichtlich korrekt, auch wenn's einmal pro SPÖ sein sollte, in Österreich waren es die Sozialisten v.a. Sozialistinnen, die in den 70igern wirkliche Verbesserungen für die Frauen brachten - und natürlich unter großem Protest der ÖVP, aber nicht nur von diesen, sondern auch von vielen Männern der SPÖ!
Am Umgang mit Frauen könnt Ihr sie erkennen, die Männer nämlich, wie sie wirklich sind, und zwar nicht nur die fremden, sondern auch die unsrigen. Auch sie sind keineswegs alle Kavaliere oder auch nur Gentlemen, die gibt es zum Glück, so wird wenigstens der Kontrast zu denen deutlich, die es sind nicht. Und wenn Männer aus unserem eigenen Kulturkreis sich flegelhaft benehmen, dann wiegt das viel schwerer als bei denen, die das nie anders gelernt haben. Es war kein Ausländer, der - um nur ein Beispiel zu nennen - einst Terezija Stoisits im Parlament aufforderte, sie möge doch am Mikrofon lutschen. Er erntete nicht so viel Lacher und Zustimmung wie er sich wohl erwartet hatte, und musste sich entschuldigen. Und solche Entgleisungen sind leider überall immer noch an der Tagesordnung.
Bei Durchsicht der diversen Foren hier zeigt sich deutlich diesernabwertenden, rüden Umgangston Frauen gegenüber, vor allem, wenn die Herren der Schöpfung argumentativ nicht mehr weiter wissen. Und ich wage zu behaupten, dass dergleichen in anderen Kulturen nicht üblich ist. Daran sind österreichische Männer zu erkennen, nämlich, ob sie sich benehmen können oder lieber als Flegeln gelten. Und solange sich das nicht ändert, sollten wir lieber nicht auf Fremde zeigen, denn zugleich zeigen bekanntlich die anderen Finger auf unsere eigene Kultur - und Unkultur!