John Moloney, Bürgermeister von Mount Isa im australi- schen Outback, ist selbst nicht gerade eine Schönheit. Durchschnitt halt, so wie die meisten unter uns Männern.
Seine Gemeinde hat ein schwerwiegendes Problem: Binnen zehn Jahren ist die Zahl der Frauen zwischen 20 und 24 Jahren um 175 gesunken, das sind immerhin 17 Prozent. Und das in einer Stadt, in der ohnehin schon fünf Mal mehr Männer leben als Frauen. Heiratswillige Männer finden es also immer schwerer, eine Partnerin zu finden.
Was tut ein guter Bürgermeister in solch einer Situation? Er veröffentlicht einen Appell, um heiratswillige Frauen nach Mount Isa zu holen.
Was aber könnte attraktiv genug sein, damit sich Frauen in einem Kaff ansiedeln, das vor allem vom Kupferbergbau lebt? Das Kulturangebot beschränkt sich auf drei klimatisierte Kinos und ein nicht näher definiertes Multikulti-Festival im September. Landschaftlich sticht ein 270 Meter hoher Schlackenhaufen hervor, der noch in 40 Kilometern Entfernung zu sehen ist. An berühmten Söhnen hat die Stadt bisher lediglich Rugbyspieler, Tennisspieler, Golfspieler und einen Schwimmcoach hervorgebracht.
Kultur, Sport, die Landschaft - all das lockt keine Maus hinter dem Ofen hervor und keine Frau nach Mount Isa. Deshalb ruft Bürgermeister Moloney all jene Frauen in seine Stadt, die - und das sind seine Worte - „schönheitsmäßig benachteiligt" sind. Dazu lässt sich ein örtlicher Bauarbeiter mit den Worten zitieren: „Die Männer sind hier nicht so wählerisch. Man nimmt, was man kriegt."
Moloney will also alle „schönheitsmäßig benachteiligten" Frauen Australiens in seinem Bergbaustädtchen versammeln, auf dass die dortige Männerwelt doch noch zu Ehepartnern komme.
Der Vorfall erinnert ein wenig an jene Zeiten, da die Pioniere den Wilden Westen Amerikas eroberten. Damals setzten sich nur Frauen von handfesten und schlagkräftigen Qualitäten durch wie Calamity Jane, Big Nose Kate und Panhandle Nan.
Am jetzigen Fall der Frauenlosigkeit in Australien lernen wir, dass die Verzweiflung einen „intellektuell und emotional benachteiligten Bürgermeister" als das entlarven kann, was er ist: Ein dämlicher Erpel, der verzweifelt nach einem hässlichen Entlein sucht.


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