Sie sind wieder da, unsere Olympia-Helden. Die Ausbeute ist nicht besonders groß, weil die Entscheidungen knapp waren. Vierte Plätze im Schwimmen füllen halt die wohl vorbereiteten Truhen für die Aufbewahrung der Gold-, Silber- und Bronzemedaillen nicht an. Die Segler blieben diesmal weit von den Medaillenplätzen weg und im Tischtennis haben weder die ursprünglichen noch die chinesischen Österreicher was G'scheites zu Stande gebracht.
Legionen von Funktionären, Experten, Journalisten und Adabeis stellen die bange Frage, ob denn die österreichische Nation - samt eingebürgerter Hilfstruppen aus fernen Ländern - vielleicht ungeeignet sei für den Sport. Die Redaktion des Zwischenrufs weiß es freilich besser: Es liegt an den Sportarten.
Rennen, so wissen wir, ist mehr was für Menschen mit afrikanischem Hintergrund. Beim Turnen sind Chinesen und Russen besonders effizient. Rudern und Paddeln, Radeln und Springen - alles nix für einen gestandenen Österreicher. Genau genommen müsste sich das Internationale Olympische Komitee nur dazu durchringen, endlich ein paar Disziplinen in den olympischen Rang zu erheben, bei denen auch der Österreicher mit Talent begeistern kann.
Das „Kettenrauchen im Beisl" gehört zum Beispiel dazu mit der Spezialdisziplin: Wie neble ich im teuren Restaurant die Gäste am Nebentisch von der Vorspeise bis zum Dessert gleichmäßig ein. Jede Wette, dass Amerikaner, Briten, ja selbst Iren und Italiener nicht einmal in die Nähe einer Medaille kämen.
Beim „Einarmig reißen" (= den Zweiliter-Bierkrug in einer fließenden Bewegung zur Unterlippe führen und dann in einem Zug austrinken) erntete Österreichs Jugend mindestens eine von drei Medaillen.
In der Disziplin „Vorglühen vor dem Discobesuch" sind unsere 14- bis 24-Jährigen unschlagbar und beim „Komasaufen" einsame Weltklasse.
Auch im „Bröckerln", dem mehr oder weniger eleganten Wiedergeben jeglicher vor dem Kampftrinken genossener Speisen, brächte es eine österreichische Olympia-Mannschaft zu formidablen Leistungen, wie jedes Wochenende auf jeder Disco-Meile des Landes zu sehen ist. Vielleicht sollte sich die Politik mit dem IOC in Verbindung setzen, damit österreichische Sportler wieder Chancen in Olympia haben.


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