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Männerschule mit James Bond

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Wenn das einer schaffen konnte dann Bond, James Bond. Und natürlich nicht dieses  Brosnan-Weichei (der spielt jetzt ja sogar in einem Abba-Film mit!), dieser Schönling aus gutem Haus mit der Lizenz zum Schmalzabsondern. Die Leistung, von der hier gleich noch die Rede sein wird,  konnte nur einer schaffen: Daniel Craig. Der Mann hat vor zwei Jahren in „Casino Royale" James Bond seine Würde zurückgegeben hat. Dieser Held machte aus der Karikatur eines Helden wieder einen harten Hund. Dieser Mann nimmt jede Festung ein. Und womöglich muss im aktuellen Fall sogar die Verallgemeinerungsform des unbestimmten Artikels zum Einsatz  werden: „ein" Mann nimmt jede Festung ein.

 Der Geschlechterkampf (wenn es ihn denn noch gibt) war zuletzt ja eher einseitig verlaufen: Frauen als Bossinnen, Frauen als Heldinnen, Frauen als Frauen, die sich um solche Diskussion nicht scheren, ihre Karriere, ihre Ausbildung, ihre Lieben, also  ihre  Leben und alles andere gleich  dazu brillant im Griff und auch noch Kinder haben und deshalb weit superer sind, als der Rest ihrer Kolleginnen. Nun aber sind die Männer dran. Sie haben die „Vogue" erobert!!!

 Gut, dass wird viele Männer  nicht so betreffen, weil sie die „Vogue" gar nicht anschauen. Was natürlich brutaler Irrsinn und ein epochaler Fehler ist, weil man doch wissen sollte, was der natürlichste aller Feinde schön, stilsicher und schick   findet - und dann auch haben, sprich: kaufen, will. Aber die deutsche „Vogue" hat mit Männern halt Probleme: Eine eigene Ausgabe wurde einst rasch wieder eingestellt.  Da nehme man sich ein Vorbild beim „amerikanischen  Mann": Seit 2005 wirde dort erfolgreich die „Men's Vogue" vertrieben.

Deshalb muss natürlich eine Einschränkung erfolgen. Daniel Craig, der Superbond, schaut nicht weltweit vom Cover der „Vogue", dieser einflussreichsten aller Modezeitungen, dieser Mutter des angeblich guten Geschmacks und Brüllerin des allerletzten Schreis. Sein hartes Gesicht  blickt den August lang (käuflich seit  vergangenem Mittwoch) nur von der deutschen Ausgabe  auf alle Männerwürstchen, denen immer nur bleibt, so sein zu wollen, wie irgendein anderer ist. Anderseits: Craig verrät er uns ein so bedeutendes Geheimnis, dass seinen C-h-e-f-i-n M ihn dafür wohl und völlig zu Recht suspendieren wird: „Vor dem Frühstück bin auch ich keine Stil-Ikone." Das ist extrem beruhigend, vor allem für alle Frauen dieser Welt.

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Helmut Schliesselberger

Satirische Beobachtungen auf Politik und Gesellschaft: Die SN-Redakteure Alexander Purger, Helmut Schliesselberger, Bernhard Flieher, Viktor Hermann und Gerhard Steininger mit nicht immer ernst gemeinten Bemerkungen zum Zeitgeschehen.

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