Powerplay

Gerhard Kuntschik und Michael Smejkal über die österreichische und internationale Eishockeyszene

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Der EC Red Bull hatte eben (vergangenen Freitag) die Rückkehr von Star-Torhüter Marty Turco (Bild: SN/gepa) und sein Engagement bis Saisonende bestätigt, da kam schon ein sms von einem Kollegen aus Kärnten (wo bekanntlich alle alles über Eishockey wissen). Kernaussage: Man habe gehört, was Turco bei den Red Bulls verdiene, und angesichts der Gage müssten die anderen Klubs geschlossen aus der Liga austreten...

Na bumm.

Die wirkliche Summe im Vertrag von Marty T. kennen er selbst, sein Agent in Nordamerika und der Zeichnungsberechtigte des EC Red Bull, Geschäftsführer René Dimter. Und sonst niemand.

Aber man kann in einschlägigen Quellen nachlesen, was Turco in der NHL verdiente, denn drüben sind Gagen erstens nichts Anrüchiges und zweitens transparent: in seiner ersten NHL-Saison 2000/01 die Minimalgage von 475.000 Dollar; 2003/04 erstmals deutlich über eine Million, nämlich 3,648.166; in seinem besten Jahr 2006/07 sechs Millionen (jeweils bei den Dallas Stars); und im letzten NHL-Jahr 2010/11 bei den Chicago Black Hawks 1,3 Millionen. Gesamt in elf Saisonen rund 33 Millionen Dollar - also rund 25 Mill. Euro.

Da darf man annehmen, dass es ihm in Salzburg kaum um 10.000 Euro mehr oder weniger geht, sondern einfach darum, zu spielen und in Form zu bleiben. In einem Umfeld, das ihm zusagt. Wahrscheinlich ist auch, dass ihm die Bulls mit einem Familienurlaub nach der Saison im schönen Österreich entgegenkommen, wenn er das will. 

Wäre es ihm um die Kohle gegangen, hätte er in Amerika bleiben müssen. Weil er drüben als TV-Kommentator mehr verdient als in Salzburg als Spieler. 

 
 
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„Im Jänner wollen wir die Vertragsverlängerungen mit inländischen Spielern abschließen", sagt Red-Bulls-Geschäftsführer René Dimter zum Status quo beim Eishockeymeister. Unter anderen laufen folgende Verträge mit Ende dieser Saison aus: Trattnig, Latusa, Heinrich, Schiechl, Brucker, Höneckl, Puschnik. Weiter unter Vertrag stehen hingegen Welser, Raffl, Pallestrang und Hofer. Auf Mühlstein hat der Klub eine Option.


Bei den Legionären haben Aubin, Regier und Kavanagh Verträge bis 2013, alle anderen nur bis Ende dieser Spielzeit.


Was den Helden des „Salute", Marty Turco (Bild: SN/gepa), betrifft, sagt Dimter: „Wir stehen in regelmäßigem Kontakt." Der Kanadier ist nach dem Spengler-Cup-Auftritt wieder nach Nordamerika geflogen und versucht weiter, in die NHL zurückzukehren. „Er entscheidet allein über seine Pläne. Aber wir wissen, dass es ihm und auch seiner Familie in Salzburg sehr gefallen hat", ergänzt Dimter.


Übrigens: Seit dieser Woche ist Salzburgs Salute-Verstärkung Tyler Redenbach auf dem Markt. Der EHC Olten hat sich vom Kanadier getrennt, der nun auf Vereinssuche ist.


Neues aus der NHL: Edmonton-GM Steve Tambellini (Ex-VSV) holte den früheren Bullen-Center Josh Green (ÖEHV- und EBEL-Meister 2008) aus dem Farmteam Oklahoma zurück in den Oilers-Kader.

 
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In den vergangenen Tagen wurden drei frühere Stützen der Red Bulls arbeitslos: Shaun Heshka fiel im Trainingslager der Los Angeles Kings durch, Ryan Duncan fand kein Topteam in Nordamerika, der Schweizer Erstligist Biel trennte sich von Mario Scalzo.

Doch eine Rückkehr nach Salzburg scheint für alle drei unwahrscheinlich.

Red-Bulls-Headcoach Pierre Pagé ließ durchblicken: Er schätze Scalzo (in Salzburg 2008/09 sehr überzeugend, danach Mannheim und Team Canada) als sehr guten Spieler, bezweifle aber dessen Einstellung. Daher komme er nicht in Frage.

An Heshka und Duncan (Bild: SN/gepa), die noch im Frühjahr die Meisterschaft in Salzburg feierten, wären die Bullen interessiert gewesen. Es gab über den Sommer Kontakte. Erst kürzlich, knapp vor dem Try-out bei den Kings, hat sich Heshka bei den Red Bulls wieder gemeldet. Pagé aber sagt: "Wir verlangen von unseren Imports, das Sommertraining mit uns in Salzburg zu absolvieren. Wenn wir jetzt einen zurückholen, der im Sommer nicht hier war, stoßen wir die anderen vor den Kopf. Daher glaube ich eher nicht, dass wir sie wieder hier sehen werden."

Aber im Eishockey sind schon andere "Wunder" passiert.    

 
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Zwölf Spiele Sperre lautete das Urteil des Strafsenats nach dem Ausraster von Salzburg-Verteidiger Erik Reitz (Bild: SN/gepa) in Graz, wo er den 99er Zdenek Blatny mit Faustschlägen beim Abgang nach dem zweiten Drittel niedergestreckt und dabei verletzt hatte.

Die Klubführung der Red Bulls gab öffentlich dazu keinen Kommentar ab. Auch wenn man offensichtlich wusste, dass der Tscheche Reitz zuvor provoziert hatte, goutierte man die Aktion und die Folgen nicht.

"Er hat dem Team damit geschadet", gab Sportchef und Headcoach Pierre Pagé zu.

Ob es intern noch eine weitere Strafe für Reitz gebe und ob er nach Absitzen der Sperre Mitte November überhaupt ins Team zurückkehren werde? Pagé antwortete auf seine Art: "Strafe an sich bekommt er keine. Und ins Team wird er in besserer Verfassung als je zuvor zurückkommen." Warum das? "Weil Reitz die nächsten Wochen sechs Stunden täglich Kondition trainieren wird", sagte Pagé.

Man darf annehmen: Reitz bereut seine Aktion spätestens jetzt.   

 
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5:0 siegten die Red Bulls Salzburg am Freitagabend in der Berliner O2-Arena gegen die Eisbären. Den Titelverteidiger in der European Trophy, den aktuellen DEL-Meister, das Ex-Team von Pierre Pagé.

Man stelle sich vor: Sturm Graz gewinnt in Dortmund 5:0. Der österreichische Meister deklassiert auswärts den deutschen Champion. In allen (heimischen) Medien würde so ein Ergebnis, ob in Freundschaft oder nicht, alle Sportseiten beherrschen. Das Fußballwunder würde abgefeiert ohne Luftholen.

Doch leider ging es Freitag nur um Eishockey. Und dabei regiert in Österreich die Neidgenossenschaft. Vor allem wenn es um das ligaweite Feindbild Pierre Pagé geht, den Erfolgscoach in Salzburg. 

Daher ein paar wahllose Zitate aus der deutschen Medienwelt.
 
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Das Spiel war vorbei und Hardy Nilsson stürzte auf Matthias Trattnig zu und herzte seinen einstigen Musterschüler. Es war eine nette Geste am Rande der Partrie Djurgaarden gegen Red Bull Salzburg, die zeigt, dass Nilsson dem Team immer noch ein klein wenig verbunden ist.
 
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Djurgaarden Stochlom _ Red Bull Salzburg 4:2 (1:1, 2:1, 1:0) - Es war ein Wiedersehen unter alten Bekannten: Red Bull Salzburg traf Sonntag zum Abschluss der schwedischen Woche in der European Trophy auf den Traditionsklub Djurgaarden Stockholm, der in diesem Jahr schon sein 120. Bestandsjahr feiert.
 
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Frölunda Indians - Red Bull Salzburg 3:2 (1.1, 0:1, 2:0). Blumen gab es nur zu Beginn. Da wurde die finnische Eishockey-Legende Tommi Kallio (34) nach acht Jahren in Göteborg von den Frölunda Indians verabschiedet. Dafür boten ihm die über 3000 Zuschauer im alten Fröunda-Stadion lange und laute Ovationen.
 
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Er sieht aus wie ein College-Student und hat Beine, die so dürr und lang sind, dass sie fast an Spiderman erinnern. Ein eigentlich treffender Vergleich, denn wie Spiderman agierte auch Josh Tordjman im ersten Match der European Trophy.
 
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Karlstad im August. Die schwedische Kleinstadt verschwindet unter dicken Regenwolken, 14 Grad zeigt das Thermometer noch an, bevölkert sind nur die wenigen Bars am Hauptplatz. Sommer in Schweden. „Ihr müsst reden, das ist ja eher wie in Salzburg", sagt einer, der es wissen muss: Greger Artursson, der Verteidiger, der aus der Region stammt und in Salzburg seine zweite Heimat gefunden hat.