Pole Position

Aktuelles aus den Teams und das Neueste aus der Boxengasse von Formel 1 Experte Gerhard Kuntschik

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Zum dritten Mal nach Ferrari und Toro Rosso bekam Mirko Bortolotti (Bild: SN/gepa) eine Formel-1-Testchance. Bei den dreitägigen Tests für Nachwuchsfahrer durfte der Wiener als Preis für seinen Formel-2-Meistertitel am Schlusstag (17. 11.) auf dem Yas-Kurs von Abu Dhabi in den Williams FW33-Cosworth und schlug sich gut: Platz sieben unter 14 Fahrern, allerdings mit deutlichem Rückstand auf den neuerlichen Tagesschnellsten, Jean-Eric Vergne im Red-Bull-Renault, der mit 1:38,917 auch die klare Bestzeit aller drei Tage erzielte. Bortolottis letzter Versuch, noch schneller zu werden, wurde durch einen Unfall von Estebamn Gutierrez (Sauber) vereitelt.

"Die Techniker waren mit meiner Leistung und mit meinem Feedback zufrieden. Ich denke, ich habe einen guten Test geliefert, jetzt kann ich nur abwarten", sagte der Wiener mit italienischem Pass. Bortolotti hätte bei Williams wohl nur eine Chance, 2012 als Reservefahrer einen Vertrag zu erhalten, wenn der bisherige Testpilot Valtteri Bottas (der Finne wird von Williams-Mitbesitzer Toto Wolff betreut) zum Stammfahrer statt Rubens Barrichello aufrückt. Doch die "junge Linie" ist der Außenseiter-Tipp, eher dürfte das zweite Cockpit neben jenem von Pastor Maldonado (gesetzt) an Kimi Räikkönen oder Adrian Sutil gehen. Bekommt er keine Chance in der Formel 1, will sich Bortolotti im DTM umsehen.

Formel-1-Rookie-Tests in Abu Dhabi, 17. 11. 2011:

1.  Jean-Eric Vergne     Red Bull-Renault       1:38,917
2.  Sam Bird                Mercedes                 1:40,897
3.  Jules Bianchi           Ferrari                     1:41,347
4.  Olivier Turvey           McLaren-Mercedes   1:41,513
5.  Max Chilton            Force India-Mercedes 1:41,575
6.  Esteban Gutierrez   Sauber-Ferrari            1:42,049
7.  Mirko Bortolotti       Williams-Cosworth      1:43,277
8.  Kevin Ceccon         Toro Rosso-Ferrari      1:43,686
9.  Alexander Rossi      Lotus-Renault            1:44,283
10. Jan Charouz           Renault                     1:44,470
11.  Stefano Coletti      Toro Rosso-Ferrari      1:44,545
12.  Nathanael Berthon  HRT-Cosworth           1:45,839
13.  Robert Wickens     Virgin-Cosworth          1:45,934
14.  Charles Pic           Virgin-Cosworth          1:46,348

 
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Auch am zweiten Tag (Mittwoch) der Nachwuchsfahrertests der Formel-1-Teams auf dem Yas-Kurs in Abu Dhabi war Red-Bull-Junior Jean-Eric Vergne (Bild: SN/gepa) der Schnellste. Der Franzose, in der Formel Renault 3,5 heuer knapp geschlagener Vizemeister, distanzierte im RB7 am ersten Tag (Dienstag) die Konkurrenz um fast eine Sekunde (Jules Bianchi/Ferrari) und mehr, am zweiten rückte ihm sein Landsmann bis auf 0,09 Sekunden nahe. Allerdings waren Vergnes Runden durch Probleme mit einem Sensor und danach mit KERS limitiert.

"Wichtig ist nicht die Bestzeit, sondern dass ich dem Team im Testprogramm helfen kann und wir das vorgenommene Pensum abspulen", sagte Vergne.

Die Rookie-Tests gehen am 17. 11. zu Ende.

 

Testzeiten am 16. 11.:

1.  Jean-Eric Vergne     Red Bull-Renault      1:40,188
2.  Jules Bianchi          Ferrari                      1:40,279  +0,091
3.  Gary Paffett            McLaren-Mercedes    1:41,756  +1,568
4.  Valtteri Bottas        Williams-Cosworth     1:42,367  +2,179
5.  Johnny Cecotto Jr   Force India-Mercedes 1:42,873  +2,685
6.  Esteban Gutierrez   Sauber-Ferrari           1:43,637  +3,449
7.  Sam Bird                Mercedes GP           1:43,734  +3,546
8.  Kevin Korjus           Renault                     1:43,.776 +3,588

 9.  Luiz Razia             Lotus-Renault            1:43,944  +3,756
10.  Kevin Ceccon        Toro Rosso-Ferrari     1:44,808  +4,620
11.  Jan Charouz          HRT-Cosworth           1:46,644  +6,456
12.  Charles Pic           Virgin-Cosworth         1:46,698  +6,510
13.  Nathanael Berthon  HRT-Cosworth          1:48,646s +8,458

 

 
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Im Deutschen Tourenwagen Masters (DTM) steht Sonntag in Hockenheim das Finale an. Als Meister steht der Rosenheimer Martin Tomczyk bereits fest - nach seiner besten Saison mit konstanten Leistungen in einem "Jahreswagen" ist der 29-jährige Audi-Pilot ein verdienter, wiewohl überraschender Champion.

Zwei Neuigkeiten gab es vor dem Endspurt in Nordbaden: Ralf Schumacher wurde heute (20. 10.) von Mercedes bereits für nächstes Jahr bestätigt, der Wahl-Salzburger fährt dann seine fünfte Saison im DTM.

Und im Feld scheint mit Susie Wolff ein neuer Name auf.

Doch nur der Name ist neu, nicht die Dame: Susie, geborene Stoddart, hat vergangenen Samstag auf Capri den Wiener HWA- (und Williams-) Mitbesitzer Christian "Toto" Wolff geheiratet (Bild: SN/Kernmayer).

Und die Flitterwochen? Hochzeitsreise? Ja, aber - zur Formel 1 nach Abu Dhabi und zur Formel 3 nach Macao. Wie es sich für echte Racer halt gehört.  

 
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"F1 Rocks" ist seit einigen Jahren angenehme Begleiterscheinung bei Formel-1-Rennen vor allem für jüngere Fans. Top-Gigs der Pop- und Rockwelt treten an Grand-Prix-Wochenenden nahe der Rennstrecke auf. In Valencia war es Star-DJ David Guetta, der die Fans zum Kochen brachte - obwohl die Temperaturen nach Mitternacht schon erträglich waren. Dabei mussten die Fans eine lange Wartezeit in Kauf nehmen: Die komplette Computeranlage des Franzosen war zusammengebrochen und erforderte einen Neustart, was eine Stunde Verzögerung bedeutete.

Zuvor schaute sich Guetta im Fahrerlager um, traf einen "Kollegen": Toro-Rosso-Pilot Jaime Alguersuari werkt in seiner Freizeit auch als Discjockey (Bild: SN/gk).

Möglicherweise kann Alguersuari seine DJ-Auftritte in Hinkunft ausbauen, denn seine Zeit als STR-Fahrer könnte demnächst zu Ende gehen. Die Leistungen des Katalanen werden bei Toro Rosso und Red Bull nicht mehr als überzeugend bewertet.     
 
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Ein Comeback in der Formel 1 kann - keine Überraschung - rasend schnell vonstatten gehen.

Wie bei Pedro de la Rosa (Bild: SN/gepa) am Freitag in Montréal. Zwischen Anfrage nach seinen Diensten und dem Beginn des zweiten Trainings lagen genau 20 Minuten.

Was war passiert? Trotz bestandenen Fitnesschecks bei den FIA-Ärzten am Donnerstag zeigte sich, dass der in Monaco schwer verunglückte Sergio Perez doch an Folgewirkungen litt - kein Wunder, dass die bei 300 km/h auf der welligen Piste des Circuit Gilles Villeneuve akut wurden. "Er klagte nach dem ersten Training über Übelkeit und Schwindelgefühle. Da wussten wir, wir müssten vorsichtig sein. Glücklicherweise war Perez so mutig, uns zu informieren und nichts zu riskieren", sagte Teamchef Peter Sauber.

Der seine Geschäftsführerin, die Wienerin Monisha Kaltenborn, zu McLaren-Boss Martin Whitmarsh schickte.

Im Sauber-Team gestand man später: Man habe für den Fall, dass Perez doch Probleme bekäme, vorausschauend schon vor dem Kanada-GP angefragt, ob McLaren-Ersatzmann Pedro de la Rosa auszuleihen wäre. Pikanterie: Der Langzeit-Testpilot McLarens war für 2010 zu Sauber als Stammpilot geholt worden, während der Saison aber durch Nick Heidfeld ersetzt worden. Nach einem Intermezzo als Testfahrer für Pirelli kehrte der Katalane zu McLaren als Reservist zurück - und nun für dieses Wochenende wieder zu Sauber, nachdem er selbst und Whitmarsh einverstanden waren.

Die Schweizer hatten sogar einen Sitz de la Rosas aus dem Vorjahr mit nach Montréal gebracht. "Das war entscheidend. Andernfalls hätte ich keine Chance gehabt, den Sauber zu fahren", gestand der 40-Jährige. Für eine Änderung der Pedalstellung war aber vor dem zweiten Training keine Zeit mehr.

Eigentlich hat Sauber einen eigenen Test- und Ersatzfahrer: Den zweiten Mexikaner im Team, Esteban Gutierrez. Der GP2-Pilot ist aber so unerfahren, dass Sauber zugab: "Ihn hier debütieren zu lassen, wäre ein zu hohes Risiko gewesen."

Womit sich die Frage stellt. Wozu ist ein Ersatzpilot ein Ersatzpilot, wenn er nicht als Ersatz brauchbar ist? Offenbar nur, um der mexikanischen Sponsorenclique einen Gefallen zu tun.

Doch das Comeback de la Rosas stand offenbar unter keinem guten Stern. In der Schlussminute des dritten Trainings am Samstagvormittag (Ortszeit) drehte er sich in die Mauer und beschädigte seinen Sauber schwer. Nach dem Crash von Teamkollegen Kobayashi am Freitag gehen bei den Hinwilern langsam die Ersatzteile zur Neige.

    
 
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Gelebte Geschichte des Rennsports: Wenn sich ein Ort "Racing Capital of the World" nennen darf, dann ist dies die Hauptstadt des US-Bundesstaates Indiana. In Indianapolis wird heute das 100-Jahr-Jubiläum des 500-Meilen-Rennens zelebriert. Es war 1911, als die vier Begründer des 1909 errichteten Speedways dieses Rennen erstmals austragen ließen.

Das Siegerauto von Ray Harroun aus der ersten Auflage, ein Marmon "Wasp", wird heute zwei Demo-Runden im 2,5-Meilen-Oval (4 km) fahren.

Und dann wird es für 33 am Start wieder heißen "Ladies and Gentlemen, start your engines". Für den seit einigen Jahren nötigen Zusatz "Ladies" sorgen heuer:

+ auf Startplatz 23 Simona de Silvestro, eine junge Schweizerin aus Thun, die seit 2010 in der Indycar-Meisterschaft fährt und im Training einen Horrorunfall mit leichten Verbrennungen an der Hand überstand;

+ auf Startplatz 25 Danica Patrick, die einzige Frau, die ein international bedeutendes Rennen in Monoposto-Boliden gewinnen konnte (Indycar in Motegi/Japan);

+ auf Startplatz 31 Pippa Mann, eine junge Britin, die ihr Indy-Debüt gibt;

+ und auf Startplatz 32 Ana Beatriz aus Brasilien, die schon im Vorjahr dabei war.

Aus der "Pole position" startet überraschend der Kanadier Alex Tagliani, der 2001 in den dramatischen Unfall auf dem Lausitzring verwickelt war, nach dem Alex Zanardi tagelang in Lebensgefahr schwebte und dem später beide Unterschenkel amputiert werden mussten.

Im Feld sind vier ehemalige Gewinner des Indy 500 (Vorjahressieger Franchitti, Wheldon/beide GBR, Castroneves/BRA und Dixon/NZL) sowie fünf Debütanten. In der Qualifikation scheiterte u. a. der ehemalige Toro-Rosso-F1-Pilot und Red-Bull-Zögling Scott Speed (USA). Die zwei ehemaligen Formel-1-Fahrer im Feld sind Takuma Sato (JAP) und Justin Wilson (GBR).

Bild: SN/gepa
 
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Auch nach einem weiteren Gerichtsentscheid in England fühlen sich das von den Malaysiern rund um Air Asia-Chef Tony Fernandes geführt Team Lotus (Fahrer: Kovalainen, Trulli - die "Grünen") und die Lotus-Cars-Gruppe als Sponsor von Renault (Fahrer: Heidfeld, Petrow - die "Schwarz-Goldenen") weiter als Sieger im endlosen Namensstreit.

Quintessenz: Team Lotus, das behauptet, die Namensrechte von David Hunt, dem Bruder des ehemaligen Formel-1-Champions James Hunt, gekauft zu haben, habe die Lizenzvereinbarung mit der Lotus-Cars-Gruppe zwar gebrochen, dürfe aber weiter unter dem Namen Team Lotus auftreten. Das wiederum will die Lotus-Cars-Gruppe (geführt von Ex-Red-Bull- und Ferrari-Manager Dany Bahar) nun beeinspruchen.

Fortsetzung folgt. Bestimmt. Und Konfusion auch.
 
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Finnland gegen Deutschland bei der Eishockey-WM (5:4 n. P.) löste im Team von Red Bull Racing in Istanbul eine Wette aus: zwischen Weltmeister Sebastian Vettel und seinem finnischen Trainer und Physiotherapeuten Tommi Pärmäkoski, einem ehemaligen Eishockey-Tormann (spielte eine Saison für Hyvinkää in der 2. finnischen Liga). Jeder setzte natürlich auf sein Land. Vettel war die deutsche Mannschaft fünf Euro wert, Pärmäkoski die seinige aber 100.

So fiel der Gewinn Pärmäkoskis gegen seinen Schützling (und Arbeitgeber) mit fünf Euro sehr bescheiden aus. 
 
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China lächelt. Egal was kommt. Sogar die Beamtin bei der Einreise am Flughafen Pudong, der überdimensional wie alles in Shanghai (Bild: SN/gk) ist, ließ ein kurzes Lächeln über ihr sonst strenges Gesicht (nicht nur, wenn sie Journalisten-Visa überprüft) huschen.

 
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Dass auch in der Formel 1 trotz des Saisonstarts nicht auf die Erdbeben- und Tsunamiopfer in Japan vergessen wird, zeigt sich hier in Melbourne mehrfach: Es gibt nach Übereinkommen der Teamvereinigung FOTA Aufschriften auf allen Autos.

Und die japanischen Medienkollegen stellten im Fahrerlager in jeder Team-Hospitality kleine Boxen auf, in die Spenden eingeworfen werden können - alle Währungen werden akzeptiert.