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Freizeit | MeinJung

#266 Welche Chancen seht ihr für die Piratenpartei?

Von verena | 2. Apr 2012 um 14:14 in Politik | Kommentare (7)

Seit 2006 gibt es die Piratenpartei in Österreich. Inzwischen zählt sie rund 770 Mitglieder. 2013  wollen die Parteimitglieder erstmals den Antritt bei den Nationalratswahlen wagen. Was haltet ihr von der Piratenpartei? Ist sie eine ernstzunehmende Gruppierung? Hat die Piratenpartei eine Chance bei den Nationalratswahlen 2013? Sagt uns eure Meinung!

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Kommentare (7)
 
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    Marina Schlager

    3. Apr 2012
    16:38 Uhr

    Weit hinten am großen Meereshorizont taucht ein bedrohliches Schiff mit schwarzer Totenkopfflagge auf. Einige Schiffe, die deutliche Abnützungserscheinungen haben, fürchten sich vor einem Angriff dieser Piraten. Haben diese Piraten doch in deutschen Gewässern den Schiffen ziemlich viele Bordgästen weggefischt.
    Doch wer ist die Piratenpartei, die in Deutschland schon beachtliche Erfolge erzielt hat?
    Nur eine Protestpartei, die in lustiger Art und Weise die Wähler an ihre Kindheitsabenteuer erinnern sollte? Dies trifft wohl kaum zu, hat die Piratenpartei doch ein Parteiprogramm. Gefordert werden von den "Piraten" zum Beispiel liberalere Internetgesetze. Eine solche Forderung mag mit der nun eingeführten Vorratsdatenspeicherung große Aktualität haben und bei vielen Menschen wohl Interesse gegenüber der Piratenpartei wecken. Doch auch Forderungen, wie die Legalisierung von Marihuana werden erwähnt. Die Sinnhaftigkeit bzw. Sinnlosigkeit einer solchen Idee möchte ich hier nicht näher erörtern. Bedenklich ist jedoch auch der Umgang der Piratenpartei mit Internetkriminalität. Fordert sie doch die Aufhebung jeglicher Internetzensuren, darunter fällt jedoch auch die Blockierung von Seiten kinderpornographischen Inhaltes.
    Mit ihren Forderungen nach freier Bildung, mehr Transparenz in der Politik und eben auch dem Schutz der Privatsphäre greift die Piratenpartei aktuelle Themen auf und geht sicherlich auch auf die Frustration vieler Menschen gegenüber Politik ein. Durch die Aufmachung dieser Partei z.B. Nicknames, finden die „Piraten“ auch Interesse bei jungen Menschen. Sind die Piraten nun nicht mehr nur eine Bedrohung für die Seefahrt, sondern mit der Forderung nach Aufhebung sogenannter Internetzensuren auch für den Rechtsstaat und seine Gesetze, die zum Schutze der Bevölkerung und v.a Kinder dienen sollen?
    Marina Schlager, 21 Jahre
    Grödig

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    Mendosa

    5. Apr 2012
    09:13 Uhr

    Piraten ohne Profil

    Nach den bemerkenswerten Wahlerfolgen der deutschen Piratenpartei wittern die Piraten nun auch in Österreich die Chance, das politische Establishment aufzuwirbeln.
    Die Chancen dazu wären besser denn je: die Politikverdrossenheit der Österreicher ist groß wie nie zuvor, nicht zuletzt aufgrund der Vielzahl von Korruptionsaffären.
    Doch ob die Piratenpartei wirklich eine ernstzunehmende Alternative zu den gestandenen Parteien werden kann, ist offen.
    Vor zahlreichen Medienvertretern hielt die Piratenpartei vergangene Woche ihre Bundesgeneralversammlung ab. Doch anstatt die große, für die Piraten sicherlich ungewohnte Bühne, für Ihre Anliegen zu nutzen, blieben der Öffentlichkeit mehr Fragezeichen als vor der Generalversammlung: kein Programm, kein Profil, keine Frauen.
    Während die deutschen Kollegen von Wahlsieg zu Wahlsieg eilen, suchen die österreichischen Piraten noch nach ihrem Platz in der politischen Landschaft. Die Partei hat teilweise gute Ansätze, dies allein reicht aber noch nicht.
    Und so wird der breiten Masse eher der Eindruck verliehen, dass es sich dabei um eine Gruppe von Computerfreaks handelt, anstatt sie als ernstzunehmende Protestpartei anzusehen.
    Als solche muss man sich aber profilieren, um 2013 den Einzug in den Nationalrat zu schaffen. Doch gerade jetzt fischen zahlreiche andere Kleinparteien im Teich der Unentschlossenen und der Protestwähler um jede Stimme. Sollte hier keine Partei als ernsthafte Alternative zu den Großparteien aufzeigen, wird die 4%-Hürde unüberwindbar und diese Stimmen werden verlorene Stimmen sein.

    Rupert Freundlinger, 22 Jahre, Seekirchen

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    Hannes Wallner

    5. Apr 2012
    09:37 Uhr

    Entern oder Kentern?

    2013 wird bei uns in Österreich der Nationalrat neu gewählt und wie es jetzt im Moment aussieht, wird das Angebot für die Wähler größer. Die Piratenpartei Österreich, die PPT, will erstmals den Sprung in den Nationalrat schaffen. Obwohl es die Partei schon seit 2006 gibt, ist sie erst seit Kurzem in aller Munde. Doch ist sie eine Gefahr für die etablierten Parteien? Ich persönlich finde es gut wenn neue Parteien antreten, das belebt die politische Lage in Österreich und dies ist momentan dringend notwendig. Denn Parteien sind Mittel zum Zwecke der Demokratie und nicht zum Selbstzweck. Die Chancen für die PPT sehe ich aber als relativ gering. Ein paar Programmpunkte sind zwar durchaus gut, jedoch sind manche auch sehr bedenklich, wie zum Beispiel die Entkriminalisierung von illegalen Suchtmitteln. Deswegen bin ich schon sehr gespannt wie sich diese Partei bis zu der Wahl noch entwickeln wird bzw. ob sie den Nationalrat doch zum Kentern bringt.

    Hannes Wallner
    18 Jahre
    Bad Hofgastein

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  • Mag. Robert Cvrkal

    5. Apr 2012
    13:00 Uhr

    Im Prinzip sind alle Parteien und Funktionäre austauschbar. Wichtig wäre es, dass das Volk die Möglichkeit bekommt jederzeit als kollektiver Korrekturmechanismus eingreifen zu können wenn sich die Machthaber zu weit vom Volkswillen entfernen. Setzen wir ein gemeinsames Zeichen für echte Bürgermitbestimmung:

    http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/446198_Macht-bzw.-Ohnmacht-der-Waehler.html

    http://www.krone.at/forum/board11-nachrichten/board15-österreich/1083684-macht-bzw-ohnmacht-der-wähler-oder-wie-wir-den-machthabern-eins-auswischen-können/

    Wenn ihr findet, dass das Drüberfahren der Machthaber über die Interessen der Bevölkerung ein Ende haben soll dann schickt die Links an eure Freunde und Bekannte damit Bürgermitbestimmung nicht nur ein Lippenbekenntnis der Parteien bleibt. Zunächst geht es darum zu zeigen, wieviele Menschen sich eine Änderung wünschen.

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    Gabi Grasmann

    5. Apr 2012
    14:33 Uhr

    Piraten Entern und Ändern
    Jung und dynamisch, Leute wie du und ich, so geben sich die Typen der Piratenpartei. Man kann sich mit ihnen identifizieren, das hat ihnen auch zu so großem Erfolg in Deutschland verholfen.
    Wenn sich ihre Politik bei unseren Nachbarn durchsetzt und Veränderungen bringt, wird die Piratenpartei auch in Österreich, in nächster Zukunft bei den Nationalratswahlen 2013 - falls sie Sponsoren findet - einige Wähler an Bord ziehen können und den Sprung in den Nationalrat schaffen.
    Einige Vorhaben der Partei sind jedoch sehr merkwürdig und auch im Großen und Ganzen irrelevant wie zum Beispiel die Legalisierung von leichten Drogen und von Privatkopien . Auf "größere" Probleme wir Gesundheits- und Pensionssystem, Nachhaltigkeit oder Arbeitslosigkeit will sich die Partei, zumindest vorerst, nicht einlassen.
    Zudem fragt sich wie seriös die Abgeordneten sind und wie ernsthaft sie ihre Parteiziele verfolgen.

    Gabi Grasmann, 17 Jahre, Grödig

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    Tobias Röck

    5. Apr 2012
    17:49 Uhr

    Piratenprotest
    Die in den letzten Jahren aufkommenden Piratenparteien lassen sich kaum in die politische Landschaft einordnen. Mit ihrem unkonventionellen, oft auch leicht chaotischen Auftreten unterscheiden sie sich angenehm von den derzeit herrschenden politischen Parteien, die der Meinung eines wachsenden Anteils der Bevölkerung zufolge - gerade in Österreich - primär in Korruption und Selbstbereicherung brillieren.
    Ob und wie sie ihre teilweise etwas abstrusen Forderungen durchsetzen können, wird sich erst in den nächsten Jahren zeigen. Die Berliner Piratenpartei bspw. muss sich nun nach dem großen Erfolg bei der letzten Abgeordnetenhauswahl in den teils ernüchternden und desillusionierenden Mühlen des politischen Prozesses beweisen.
    In jedem Fall sind die Piratenparteien ein Gewinn für die politische Pluralität, auch in der österreichischen Politiklandschaft. Als auch vom Altersdurchschnitt her sehr junge Partei steuern sie der Politikverdrossenheit, gerade unter den Jugendlichen, entgegen, was den etablierten Parteien kaum gelingt.
    Es wird sich zeigen, ob die Piratenpartei hierzulande bis 2013 schon genug Unterstützer und finanzielle Ressourcen aufstellen kann, um auf Bundesebene Erfolg zu haben und in den Nationalrat einzuziehen. Angesichts der diesbezüglich hohen Hürden darf dies bezweifelt werden, in jedem Fall könnte die Partei auch in Österreich einen erheblichen Wähleranteil mit ihren Themen - wie bspw. Datenschutz und Informationsfreiheit - ansprechen, wie die Anti- ACTA- Demonstrationen österreichweit zeigten.
    Tobias Röck, Vöcklabruck/Wien, 19

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    Susanne K.

    6. Apr 2012
    20:16 Uhr

    Leinen los!

    Die Umfragewerte der etablierten Parteien stagnieren, die Wahlbeteiligung sinkt stetig und immer mehr Österreicher/Innen sind unzufrieden mit der aktuellen politischen Lage. All das sind Vorraussetzungen, die der Piratenpartei künftig zusätzlichen Fahrtwind bescheren könnten.
    In ihren Themen unterscheiden sie sich nicht allzu stark von den übrigen Parteien. Sie stehen für Demokratie, soziale Gerechtigkeit und Korruptionsbekämpfung.
    Was die „Piraten“ aber wirklichen attraktiv macht, ist ihre erfrischende, junge Art mit Politik umzugehen. Die Piratenpartei lädt auch den gewöhnlichen Bürger ein, das Parteiprogramm aktiv mitzugestalten. Möglichkeiten, die unsere traditionellen Parteien, schon lange nicht mehr bieten.
    Eine wirkliche Konkurrenz für SPÖ, ÖVP und Co. kann die Piratenpartei aber nur werden, wenn sie ihr Chaos-Image ablegt und ein ordentliches Parteiprogramm auf die Beine stellt. Das ist aber auch nach dem ersten Parteitag am 1. April immer noch außer Sicht.
    Aber wir erinnern uns: Ende der 80er Jahre hatte Freda Meissner-Blau eine ähnliche Vision und 30 Jahre später finden sich „die Grünen“ unter den Top 4 des Nationalrates.

    Susanne Kraft, 20
    Lungötz

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