Schon in einem früheren Eintrag hier auf MeinJung habe ich meine Meinung zu Weihnachten kundgetan. Und selbst jetzt, so kurz vor dem großen Fest, bin ich eigentlich kaum aus der Ruhe zu bringen. Ich meide große Menschenaufläufe, gehe zu relativ angenehmen Zeiten shoppen und lasse mir natürlich Zeit.
Weihnachten ist für mich das Fest der Familie und der Freunde. Um Geschenke geht es mir - und das möchte ich noch einmal betonen - nicht. Es ist das Zusammensein, das gemeinsame Abendessen vor der Bescherung (die besten Bratwürstel des Jahres), die Gespräche. Und manchmal auch die Zeit der Besinnung, wenn der Christbaum beleuchtet ist und die Päckchen darunter eine lange Auspackzeit versprechen.
Meine Lossagung von der Materialisierung des Weihnachtsfestes fand erst zum letzten Weihnachtsfest statt. Ein unglaublicher Schicksalsschlag nur wenige Monate vor dem Fest hat mich fallen lassen, in ein tiefes Loch. Mein Neffe starb plötzlich und vollkommen unerwartet, im zarten Alter von eineinhalb Jahren, an einer seltenen bakteriellen Infektion. Aber durch diesen Tod wurde mir seit langem wieder einmal bewusst, was ich an meiner Familie und meinen Freunden habe. Sie sind meine Fixpunkte, die wichtigsten Menschen meines Lebens.
Nach diesem Schicksalsschlag ist natürlich alles anders. Und deshalb feiert man Feste auch aus anderen Gründen. Und deswegen freue ich mich auch auf dieses Weihnachtsfest, auf diesen Heiligen Abend. Auf die Erinnerung und die Liebe, die trotz aller Querelen des vergangenen Jahres, immer noch so unendlich groß ist. Klingt kitschig, ist aber so.
Dominik Leitner, 20, Pinsdorf



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