#82 Wie und wo informieren sich Jugendliche über Politik?
Von lilli/SN | 19. Aug 2008 um 08:41 in Wahlkampf 2008 | Kommentare (3)
Erstmals wird Wählen mit 16 bei Nationalratswahlen in Österreich möglich. Der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier spricht den Jugendlichen von heute mehr Kompetenz und Wissen im Vergleich zu früher zu. Sie könnten sehr wohl unterscheiden, wofür die einzelnen Parteien stünden, sind allerdings weniger daran interessiert wann und wo z.B. ein Parteitag stattfindet. Aber wie erreichen die Politiker Jugendliche mit ihren Themen am ehesten? Wo informiert Ihr Euch über Politik? Spielen für Euch eher traditionelle Medien wie Zeitung, Radio, Fernsehen oder mehr die neuen Medien wie Weblogs, Websites, interaktive Politikplattformen eine Rolle?
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Kommentare (3)
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Kathrin G.
19. Aug 2008
20:09 Uhr
Meiner Meinung nach ist dies ein sehr heikles Thema, es gibt gewiss Jugendliche die sich für Politik interessieren, aber sicherlich auch welche, die überhaupt kein Interesse zeigen. Da ja nun erstmals das Wählen mit 16 erlaubt ist, ist es umso wichtiger, den Jugendlichen Politik und alles was dazu gehört interessant zu vermitteln. Man sollte auf jeden Fall in allen Schulen das Fach "Politische Bildung" einführen, das den Schülern alle grundlegenden Dinge über die Parteien, das Wählen und das Wesen der Demokratie beibringen sollte. Für Jugendliche ist es auch wichtig zu lernen, mit den vielen Informationen der Medien wie Fernsehen, Radio und Zeitung, richtig umzugehen. Sie sollten lernen, sie nach Seriösität und Qualtät zu ordnen und sie so als Unterstützung ihrer politischen Meinungsbildung nützen. Selbstverständlich sollten Jugendliche auch auf diverse Politikplattformen und über die Websites der verschiedenen Parteien aufmerksam gemacht werden, die sie als zusätzliche Quelle benützen können. Während meiner Schulzeit sind mir aber auch andere, sehr attraktive Möglichkeiten über den Weg gelaufen, wie man sich über Politk informieren kann, z.B.: Girls in Politics (Workshop). Solche Alternativen finde ich persönlich auch sehr spannend und sind sicher auch sehr unterhaltsam. Politiker können ihre jungen Wähler sicherlich in allen Medien erreichen, am ehesten bzw. am besten jedoch, so glaube ich, wäre ein Tag, wo Politiker v.a. den Jugendlichen und ihren Fragen Rede und Antwort stehen. So können sich die jungen Wähler ein ganz persönlches Bild von den Politikern machen, das sicher auch sehr hilfreich ist.
# Kathrin Graggaber, 18 Jahre, Grödig
Antworten
Dominik Leitner
20. Aug 2008
09:44 Uhr
@ Kathrin
Du hast mit deinem Text vollkommen recht. Vor ungefähr 3 oder 4 Jahren war ich einmal im Publikum einer Podiumsdiskussion mit jungen Politikern aus Oberösterreich. Die Grünen und SPÖ vertraten die Forderung, ab 16 wählen zu können. ÖVP und FPÖ sträubten sich dagegen, mit der Begründung, die Jugendlichen würden sich größtenteils nicht dafür interessieren oder dem Rat der Eltern folgen.
Warum bei den Stundenkürzungen aber vor allem Geschichtestunden betroffen waren (wo man doch zumindest ein bisschen "politische Bildung" erhalten sollte), konnte mir keiner beantworten.
Den Politikern sollte bewusst sein, dass sie sich etwas Neues überlegen müssen, um die Stimmen der Jugendlichen zu angeln. Wahlgeschenke sind vielleicht lustig, aber solche Workshops, wie "Girls in Politics" bringt viel eher etwas, steigert die Interesse an der Politik und hätte wahrscheinlich auch eine nachhaltige Wirkung. Webplattformen sind, so wie es die Politiker jetzt scheinbar glauben, aber nicht wirklich das Nonplusultra.
Aber alles in allem stimme ich dir vollkommen zu.
Antworten
Sandra Huber
20. Aug 2008
19:02 Uhr
Politik so interessant wie ein Schundroman
Jungwähler von 16 bis 18 (natürlich mit Ausnahmen) informieren sich nicht, sie bekommen mit. Sei es Schule, das kurze Durchblättern einer Zeitung mit einhergehemdem Überschriftenlesen, die Gespräche bei Familienfeiern oder Politisierungen auf der offenen Straße, man kommt nicht drum rum, ein wenig über das aktuelle Geschehen bei den Ranghöchsten unseres Landes Bescheid zu wissen, obwohl im Moment eh nichts passiert, ist ja Sommerpause. Ach ja, und davor war EM-Pause, hm... Ich kann es keinem (auch keinem Erwachsenen) übel nehmen, wenn er über die "Arbeit" der Politiker nicht länger nachdenken will, über deren Resultate oder Erfolge schon gar nicht, denn da bekommt man ja Bauchweh. Und das wird ja weitergegeben, is ja klar, Vorbildfunktion. Dieses Wort in Politikers Ohr. Die Umfragen zeigen es, das Interesse unter der jungen Wählerschaft war noch nie so gering und es sinkt weiterhin rapide... von NICHTS kann man hald auch nicht begeistert sein!
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