Ein Cop prügelt mit dem Schlagstock auf einen am Boden liegenden Zivilisten ein. Unter diesem irritierenden Bild stehen die provokanten Worte „I work for you". Gleich mehrere dieser in Sepiafarbe gehaltenen Poster sind auf unzählige Plakatwände L. A.s gekleistert. Die einzig weitere Information auf den Plakaten ist ein Datum: 10. 2. 2012
Man muss schon genau hinsehen um zu erkennen, dass dies keine Aktionsposter gegen Polizeigewalt sind und dass es sich bei dem glatzköpfigen, brutalen Cop auf den Plakaten um Hollywoodschauspieler Woody Harrelson handelt, dessen neuester Film „Rampart", der am 10. Februar in die Kinos kommt, damit beworben werden soll.
"Rampart" ist auch der Name einer Los Angeles Polizeistation, deren Anti-Drogen-Einheit in den achtziger Jahren wegen Kokainhandels, grundloser Brutalität, Beweisunterschlagung, Bankraubs, und Unterschlagen von Drogen in Verruf geriet - und deren Mitglieder sogar des Mordes angeklagt und manche verurteilt wurden.
Seither gibt es in Hollywood eine endlose Faszination mit der Figur des korrupten Polizisten als Anti-Helden.
„Colors" mit Sean Penn, „Training Day" mit Denzel Washington, sowie „Dirty" mit Cuba Gooding Jr. sind nur einige Beispiele von Filmen, die „Rampart's" Dirty Cops als Vorlage benutzten.
Die Kultserie „The Shield" trug ursprünglich ebenfalls den Titel „Rampart", bevor die LAPD, mit dem Argument dieser Titel würde die L. A. Police als korrupt abstempeln, erfolgreich intervenierte.
Doch beim neuesten Film von dem Oscar nominierten Regisseur Oren Moverman ist „Rampart" als Filmtitel geblieben. Und der Trailer wirbt mit dem Slogan: Woody Harrelson - Der korrupteste Cop den Sie jemals auf der Leinwand sahen.
Harrelson zögerte, die Rolle anzunehmen. Als Aktivist für die Legalisierung von Marihuana, kann Woody auf zumindest drei Verhaftungen zurückblicken. Seine erste Reaktion beim Lesen des Drehbuches war ablehnend. „Der Typ ist ein . . . den will ich nicht spielen", beschrieb Harrelson seinen ersten Eindruck in einem Interview. „Doch dann beschloss ich, dass ich ihn spielen muss. Ich liebe den Regisseur und die Rolle ist großartig. Die Herausforderung war, die menschliche Seite in diesem Asshole zu finden."
Letzten Sommer trat ein neues, striktes Anti-Korruptions Gesetz in Kraft, das dafür sorgen soll, dass sich der „Rampart"-Skandal nicht wiederholt.
Doch als man die LAPD-Anti-Banden-Einheiten aufforderte, ihre Finanzen offenzulegen, schmissen die Cops zu Dutzenden ihre Jobs hin.
„Die Stadt geht zu weit" so einer der verärgerten Offiziere. „Es geht niemanden was an, wieviel ich in Vegas gewonnen habe."



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