Es ist das Kokettieren mit Erotik und „die kultivierte Stiefschwester des Striptease". Skeptisch betreten wir ein Salzburger Tanzstudio, in dem die Erotikboutique „Atemlos" zu einem nicht alltäglichen Kurs lädt.
Lernen, wie man sich richtig auszieht: Das ist Burlesque für Anfängerinnen. Die Blicke fallen auf unsere Lehrmeisterin: Sie trägt rote Highheels, eine schwarze Netzstrumpf- hose, Panty, Oberteil und hat ein keckes Mascherl um den Hals gebunden. Die Lippen knallrot, der Eyeliner markant und die Haare kunstvoll drapiert. Das ist Lady Lou, gebürtige Neuseeländerin mit Engagements von Berlin bis nach Rom. „Die Anfänge gehen in die 20er Jahre. Hier geht es um Striptease, tanzen, performen, flirten und um das Kostüm", erklärt sie. Accessoires wie Federboas oder Handschuhe sind ein Muss (mit ihnen kann man schön spielen) - und ganz wichtig: Hier handelt es sich um einen Tanz, bei dem nie alle Hüllen fallen. Wir schauen in die Runde: Die Teilnehmerinnen tragen das, was ihr Schrank an Glamour und Sex hergegeben hat. „Ich bin ganz schön müde, ich habe alles anprobiert und dann ewig das Make-up versucht, aber es wollte einfach nicht", erzählte Doris Kratzer, deren Ehemann die treibende Kraft war, hier mitzumachen.
Es geht los. Wir lernen die Basics: Hüfte kreisen (dabei den Po rausdrücken), einmal mit Hüfte, einmal mit Brust „zittern", man nimmt grazil die Hände dazu und garniert dies mit Pin-up-Posen und naiven Blicken. Auch das Ausziehen will gelernt sein. Und das dauert. „Atemlos"-Chefin Sabine Ehrenberger ist begeistert: „Hier lernt jede Frau, sich sexy zu fühlen."
Die wichtigste Regel gibt uns Lady Lou mit: „Der Bra fällt immer ganz am Schluss!" Alles andere ist sozusagen das Vorspiel.
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Bild: SN/Kolarik



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