Bis vor kurzem hat Hollywood gehofft, mit 3D-Movies die Filmindustrie zu retten. Es gibt in den USA mittlerweile 8455 Kinoleinwände die mit 3D-Technologie ausgestattet sind. Und dank der höheren Eintrittspreise, sorgten 3D-Filme tatsächlich im letzten Jahr für 30 Prozent der Gesamteinnahmen an den Kinokassen. Doch schon machen sich erste Anzeichen einer 3D-Müdigkeit bei Konsumenten bemerkbar.
Generell scheinen die Menschen immer mehr ihre Flachbildfernseher dem Kinosaal vorzuziehen.
Im Vergleich zum Vorjahr, wo in den USA und Kanada um diese Zeit bereits 225 Millionen Kinokarten verkauft worden waren, sind es dieses Jahr erst 173 Millionen, um 23 Prozent weniger. Gleichzeitig stürzen die Verkäufe von DVDs ins Bodenlose, nicht zuletzt dank Internet-Filmdienste wie Netflix, welcher seinen rund 20 Millionen Konsumenten für acht Dollar pro Monat unbegrenzt Filme auf Computer oder TV-Bildschirme lädt.
Doch Hollywood baut nun auf eine neue Wunderwaffe, um Fans erneut zum Anlegen einer Filmkollektion zu animieren: UltraViolet (UV) heißt die Technologie, die diesen Sommer auf den Markt kommen soll. UV wurde von einem Konsortium der großen Filmstudios - mit Ausnahme von Disney - entwickelt. Das Verkaufsargument lautet ungefähr so: Mit dem Online-Erwerb eines Filmes via UV hat der Konsument die lebenslangen Rechte auf den Film, der - anders als bei einer DVD nicht zerkratzt oder verlorengehen kann. Das Filmmaterial lebt quasi in einer digitalen „Wolke", und kann via mit dem Internet verbundenen TV-Geräten, Mobiltelefonen, Laptops etc. jederzeit abgerufen werden.
Eine große Hürde hat UltraViolet allerdings noch nicht bewältigt: Weder Apple noch Disney sind an Bord. Was bedeutet, dass deren Content nicht über UV verfügbar sein wird. Disney versucht eine eigene ähnliche Technologie zu etablieren und Apple hat bereits iTunes. Dennoch hat UV durchaus Vorteile. Die einmal angelegte digitale Filme- und Musiksammlung lässt sich überallhin mitnehmen. Wenn es UV gelingt, Konsumenten dazu zu bringen, Filme zu erwerben anstatt zu leihen, könnte UV das Businessmodel der DVD tatsächlich ersetzen.
Die Frage bleibt, ob Konsumenten die bereits daran gewohnt sind, für einen kleinen monatlichen Beitrag Zugriff zu tausenden Filmen zu haben, jemals wieder für eine einzige digitale Kopie richtig viel Geld bezahlen wollen.



