Wenn die oberösterreichische SPÖ der ÖVP „Eiseskälte" gegenüber den Pensionisten vorwirft; wenn die Pensionistenvertreter sich mit dem Ruf „keine Nullrunde!" mannhaft in die Aussendungsschlacht werfen; wenn Wiens Bürgermeister der Regierung in Zeitungsinterviews freimütig Tipps erteilt und der Vorarlberger Landeshauptmann vom Bund „Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe" einfordert - dann wissen Eingeweihte: Es ist allerhöchste Zeit für SPÖ und ÖVP, den Verhandlungssack respektive das Sanierungspaket zuzumachen. Denn je länger und je lauter die Kakophonie der Betroffenen anschwillt, desto schwieriger wird das Reparaturwerk am Budget. Eigentlich müssten die Verhandler bis jetzt alle Argumente ausgetauscht haben. Ehrenrunden sind nicht erforderlich. Und vor allem nicht nützlich.
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Solange Österreich große Koalitionen für eine tragfähige Mehrheit in einer Regierung braucht, solange werden Ehrenrunden der bekannten Art nicht ausbleiben. Sonderrunden der Landesparteien und der Landeshauptleute erhöhen die Publikumsbegeisterung ungemein.
Strategisch wählen ist nicht einfach, in gewisser Weise sogar unmöglich, Koalitionen - etwa rotgrün oder schwarzorange - wären aber jeder anderen Variante, bei der zwei ungefähr gleich starke Parteien die Regierung bilden, vorzuziehen.