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Wie die Bundesliga Spanisch lernte

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Von Nacho bis Soriano: Das Land des Welt- und Europameisters stellt bereits 16 Legionäre in Österreich.
Ein stolzer Spanier, ein Fußballer aus dem Land des regierenden Weltmeisters, in der österreichischen Bundesliga? Vor ein paar Jahren war das noch unvorstellbar. Inzwischen stellt Spanien schon fast das größte Legionärskontingent: Nicht weniger als 16 spanische Kicker stehen beim Start der Frühjahrssaison  in der Bundesliga und der Ersten Liga unter Vertrag. Auch der spektakulärste Transfer der Winterpause betraf einen Mann aus dem Weltmeisterland: Jonathan Soriano tauscht das Trikot der FC Barcelona-Reserve mit jenem von Red Bull Salzburg.
Begonnen hat der Boom 2008 just  bei einem Club, der in Spanien selbst Fußballinsidern kein Begriff war:   Damals holte die SV Ried den Mittelfeldspieler Ignacio Rodríguez Ortiz, besser bekannt als Nacho. Assistenztrainer Gerhard Schweitzer erzählt, wie es dazu kam: „Für meine Trainerlizenz habe ich zusammen mit Andreas Heraf beim FC Valencia hospitiert. Dort haben wir auch Spiele der dritten Liga besucht und waren erstaunt, auf welch gutem Niveau dort gespielt wurde."  
Als Schweitzer  in Ried Co-Trainer wurde und ein Offensivmann gesucht  wurde, wagte er zusammen mit Clubmanager Stefan Reiter das Experiment. Nacho, der damals auf Lanzarote spielte, kam und erwies sich als Volltreffer.   Gleich in seiner ersten Saison erzielte er 14 Tore für die Innviertler. Seine Landsleute Ivan Carril,  Marti Guillem und  Nacho Casanova folgten ihm nach Ried.   „Wir beobachten die Leute sehr genau", sagt Schweitzer. „Auch die Mentalität muss passen." So habe sich der Nordspanier Nacho  leicht eingewöhnt. „Der kalte Winter war für ihn nichts Neues." Der 29-Jährige selbst fühlt sich  Deutschen und Österreichern ähnlicher als seinen Landsleuten aus dem sonnigen Süden: „Dort ist Fiesta. Wo ich herkomme, wird Wert auf Disziplin gelegt."
Als Neolegionär nahm er seine Aufgabe sogar so ernst, dass er
bei der Ankunft in Ried mehrere Seiten voll mit Fußballbegriffen auf Spanisch und Deutsch zum Training mitbrachte, um Missverständnisse rasch klären zu kön-nen - Schimpfwörter inklusive.
 Der  Mann hinter den meisten Spanier-Transfers ist der in Steyr lebende Nicolas Jimenez Oliva. Er kümmert sich auch um das Wohlergehen seiner Schützlinge: „Das private Umfeld ist ihnen sehr wichtig." In der Wirtschaftskrise ist  außerdem ein pünktlich überwiesenes  Gehalt ein gutes Argument - im  spanischen Unterhausfußball knirscht es inzwischen finanziell bei vielen Clubs kräftig.  
Die finanziellen Möglichkeiten von Ried allerdings etwas überstiegen hat ein Spieler, den Schweitzer und Reiter  bei einer ihrer Beobachtungsreisen nach Spanien entdeckten: „Bei Barcelona B ist uns schon 2009 Jonathan Soriano  aufgefallen. Leider war er zu teuer für uns." Eis auf dem Tivoli-RasenOb Soriano seine Ligapremiere am Samstag für Red Bull Salzburg bei Wacker Innsbruck geben kann, ist weiter ungewiss. Im  Tivoli-Stadion  kämpft nun sogar die Feuerwehr mit Spezialmitteln gegen die Eisschollen auf dem Rasen.
Auch die anderen Partien sind noch nicht gesichert - nach den Vorkommissionierungen heute, Donnerstag, sollte aber Klarheit herrschen.  Die drei Amigos: Der Erfolg von Ried mit  Guillem, Nacho und Carril (v. l.) hat den Spanier-Boom ausgelöst. Bild: SN/GEPA

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